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Wo der Bi-Ba-Butzemann im Urwald rappt

Ahrenshoop Wo der Bi-Ba-Butzemann im Urwald rappt

Kammermusiktage: Künstler machen Kinderklassiker zu Disco-Hits

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Disco-Tanz unter der Glitzerkugel mit Tatiana Mejia und Jon Kiriac.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Ahrenshoop. „Simsahalalabimbambasaladusaladihihim“, kolorierte Tatiana Mejia immer gerade dann kunstvoll dazwischen, wenn Jon Kiriac – „auf einem Baum“ – die Geschichte einer missglückten Kuckucksjagd zuende singen wollte, zum glucksenden Vergnügen der jungen Zuschauer. Schließlich gelang es ihm doch noch, die Verse einmal und blitzschnell, wenn auch nicht zu singen, dann doch wenigstens aufzusagen. Die uneingeschränkte Bewunderung war ihm sicher.

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Kammermusiktage: Künstler machen Kinderklassiker zu Disco-Hits

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Kinder seien das schwierigste Publikum, hört man Künstler immer wieder sagen. Ohne höflichen Applaus und mitleidigen Beifall reagieren sie einfach, direkt und ehrlich. Eine Herauforderung für jeden Performer, der sich Tatiana Mejia, Sängerin, Tänzerin und Darstellerin aus der Dominikanischen Republik, und der rumänische Schauspieler Jon Kiriac mit Stärken in Akrobatik und Bühnenkampf nun im Rahmen der Ahrenshooper Kammermusiktage stellten.

Eine Höhle der kleinen Löwen war die Ahrenshooper Strandhalle, in der sich rund einhundert Augenpaare an die Akteure hefteten. Die Hälfte etwa gehörte begleitenden Erwachsenen.

Mit akustischer Gitarre und ein wenig Aufnahmetechnik nahmen sich die beiden Künstler Kinderklassiker vor, die sie mit Tanz, Gesang und Ideen in poppige Disco-Hits verwandelten.

Staunend lauschte das Publikum dem souligen Bi-Ba-Butzemann, der in der live entwickelten Geräuschklisse eines fantastischen Urwalds fast wie ein Gospel klang. Die Kinder kicherten über die verfremdete Stimme des Fuchses, der die Gans gestohlen hatte, und rückten immer dichter an die beiden Akteure heran. Als sie dann die „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ in allen Varianten rappten, hatten sich Tatiana Mejia und Jon Kiriac ihr junges Publikum endgültig geholt.

„Drau Chaunausen mot dom Kintribiss“, klang es vielstimmig durch die Strandhalle. Gemeinsam komponierten Kinder und Künstler ihren eigenen Techno-Mix „Philipp-Nathan-Clair-Türkis!“ und tanzten unter der Glitzerkugel tolle Steps, die Tatiana Meija sicher aus der Dominikanischen Republik importiert hatte. Davon durfte es gerne noch etwas mehr sein und das ging auch immer schneller, bis auch die „Sitzengebliebenen“ auf ihren Stühlen wippten.

Die sechsjährige Pauline aus Schwerin verbringt mit ihrer Familie die Ferien auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und war ganz vorne mit dabei beim Tanz unter der Discokugel mit Tatiana, Jon und den Kindern. Nun war sie noch ein wenig außer Atem: „Tanzen, Singen und Musik, das hat alles Spaß gemacht!“

Doch draußen vor der Strandhalle war die Party noch lange nicht vorbei. Junge Mädchen übten Disco-Steps, während Matthias und Patrick ihrem Nachwuchs Linus und Lenny den Bi-Ba-Butzemann zeigten, und zwar klassisch.

Ganz anders konnten Kulturfreunde den rumänischen Schauspieler Jon Kiriac und die Tänzerin Tatiana Mejia aus der Dominikanischen Republik am Freitagabend im Hotel „The Grand“ kennenlernen. Dort interpretieren sie Auszüge aus der Novelle „Kreutzersonate“ von Lew Tolstoi, während das „aron quartett“ das gleichnamige Streichquartett von Leoš Janácek präsentierte.

Susanne Retzlaff

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