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Wustrow spart kräftig durch neuen Freiauslauf in den Bodden

Wustrow Wustrow spart kräftig durch neuen Freiauslauf in den Bodden

Trotz unterdurchschnittlicher Steigerung der Beiträge für den Wasser- und Bodenverband stellen die Gemeindevertreter die Satzung zur Umlage der Kosten zurück.

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Der neue Freiauslauf sorgt in Wustrow für geringere Beiträge für den Wasser- und Bodenverband Recknitz/Boddenkette.

Quelle: Timo Richter

Wustrow. Für Verwirrung und teilweise ungläubiges Staunen in Reihen der Gemeindevertreter hat am Mittwochabend Michael Unger (Freie Wählergemeinschaft) gesorgt. Wo entstehen die Kosten, fragte er sich angesichts der Kalkulation der Beiträge des Wasser- und Bodenverbandes Recknitz/Boddenkette. Im Vergleich zum Vorjahr soll das Ostseebad auf dem Fischland zehn Euro pro Hektar mehr bezahlen, insgesamt schlägt der Beitrag fürs laufende Jahr mit gut 22 800 Euro zu Buche. Das ist im Vergleich zu den anderen amtsangehörigen Gemeinden der geringste Beitrag. Am meisten muss Dierhagen zahlen, nämlich 85 000 Euro.

Dass nun aber gerade Michael Unger so vehement gegen die Kostensteigerungen nach dem Regensommer vor zwei Jahren mit den weitreichenden Überschwemmungen wetterte und Wustrow als Zahlmeister für den Darß darstellte, war anderen Gemeindemitgliedern nicht ganz schlüssig. Schließlich ist Unger Vertreter Wustrows in der Verbandsversammlung. Und da werden die zu zahlenden Beitragssätze beschlossen.

Und auch während einer früheren Diskussion im Wirtschafts- und Finanzausschuss habe Michael Unger nichts zu den Kostensteigerungen gesagt. Unger führte das während der Sitzung der Gemeindevertreter darauf zurück, vielleicht eine Zahl nicht ausreichend gewürdigt zu haben.

Die Beiträge für den Wasser- und Bodenverband in Wustrow sind im Vergleich der amtsangehörigen Kommunen deutlich unterdurchschnittlich gestiegen. Grund dafür ist der neue Freiauslauf in den Bodden, wodurch sich das Einzugsgebiet des Schöpfwerkes verringert, also die anteiligen Kosten für Wustrow sinken. Während einer früheren Sitzung in Born, wo es auch eine heftige Debatte über die Beitragshöhe gegeben hatte, wurden die Kostensteigerungen mit dem erhöhten Pflegeaufwand für die bis dato kaum bis gar nicht gepflegten Gräben begründet.

Mehrheitlich stimmten die Gemeindevertreter schließlich dafür, die Satzung zur Umlage des kommunalen Beitrags auf Grundstückseigentümer zurückzustellen — mit der Gefahr, dass die klamme Kommune auf diesen Kosten sitzen bleibt.

Überaus wortkarg gab sich an dem Abend Bürgermeister Wolfgang Permien (Linke). Er nickte zustimmend zu einer Wortmeldung, wonach die Satzung lediglich die Umlage der Kosten ermögliche, nicht aber die Beitragshöhe regele. Ein Bericht des Bürgermeisters zu wichtigen Angelegenheiten der Kommune fiel praktisch aus. Kein Sterbenswörtchen verlor Permien zu der gestiegenen Amtsumlage im Zusammenhang mit den Schadensersatzforderungen des einstigen Kämmerers des Amtes Darß/Fischland. Der geschasste Mitarbeiter klagt die entgangenen Bezüge seit seiner Kündigung in den 90er-Jahren ein. Die Erhöhung der Amtsumlage kostet allein die Gemeinde Wustrow rund 68 000 Euro (die OZ berichtete).

Einstimmig wählten die Mitglieder der Gemeindevertretung den Direktor des Dorint-Hotels in Wustrow, Andreas Behrmann als sachkundigen Einwohner in den Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Behrmann, seit wenigen Monaten Einwohner der Fischlandkommune, möchte sein Wissen dem Ostseebad zukommen lassen und sich an der politischen Entscheidungsfindung beteiligen.

Unterschiedliche Beiträge
Die Beiträge (gerundet) für den Wasser- und Bodenverband der zum Amt Darß/Fischland gehörenden Kommunen:

Dierhagen   85 000 Euro (35 Euro/ha)

Wustrow     22 800 Euro (38 Euro/ha)

Wieck       43 000 Euro (50 Euro/ha)

Born       70 400 Euro (53 Euro/ha)

Ahrenshoop   25 200 Euro (64 Euro/ha)

Prerow     74 200 Euro (89 Euro/ha)

 

 

Timo Richter

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