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Ribnitz-Damgarten Flüchtlinge: Wohnungen zum 30. Juni gekündigt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Flüchtlinge: Wohnungen zum 30. Juni gekündigt
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00:05 18.05.2017
Wir können und dürfen nicht doppelt Geld aus- geben.„ Olaf Manzke Kreis-Sprecher

Zum 30. Juni werden die Wohnungen für Asylbewerber in Ribnitz-Damgarten gekündigt. Darüber informierte der Landkreis. Das betrifft insgesamt 18 Wohnungen. Aktuell leben 131 Flüchtlinge in der Bernsteinstadt. Davon 73 in Ribnitz-Damgarten selbst und 58 in der Gemeinschaftsunterkunft im Ortsteil Körkwitz, teilt Eleonore Mittermayer mit. 62 davon seien noch ohne Aufenthaltstitel.

Seit Beginn des Jahres gebe es einen neuen Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft in Körkwitz, die „European Homecare“ informierte die Leiterin des Haupt- und Ordnungsamtes der Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten weiter. Die Asylbewerber aus den gekündigten Wohnungen wurden nicht nur in der Gemeinschaftsunterkunft Körkwitz untergebracht, einige sind auch nach Barth gebracht worden. Der Mietvertrag für den ehemaligen Ferienpark westlich von Ribnitz läuft insgesamt fünf Jahre. „Die erste Aufregung hat sich mittlerweile gelegt, begeistert waren die Asylbewerber allerdings nicht“, machte die Amtsleiterin deutlich. Da in Vorpommern-Rügen deutlich weniger Asylsuchende ankommen, kündigt der Landkreis angemietete Wohnungen, in denen zuvor nicht anerkannte Flüchtlinge wegen Platzmangels in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden mussten. Menschen im Asylverfahren sollen künftig nur noch in Gemeinschaftsunterkünften leben. Davon gibt es noch sieben im Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie stehen in Barth, in Stralsund auf dem Dänholm und in der Lindenallee, in Bergen, Sassnitz, Körkwitz und in Tribsees. „Wenn es beim Zuzug auf dem jetzigen Niveau bleibt, reichen deren Kapazitäten völlig aus“, sagt Kreis-Sprecher Olaf Manzke.

Im Februar dieses Jahres gab es daneben auch noch etwa 130 dezentrale Wohnungen, die nun leer gezogen werden sollen bzw. bereits leer gezogen worden sind. „Um Kosten zu sparen“, erläutert Manzke weiter. Man könne nicht Geld für Wohnungen ausgeben und die Gemeinschaftsunterkünfte leerstehen lassen. „Es geht um Steuermittel, und da sind wir dem Land gegenüber rechenschaftspflichtig. Wir können und dürfen nicht doppelt Geld ausgeben.“

Dass es für die Flüchtlinge nicht einfach sei, wenn sie die Wohnungen verlassen und in eine der Gemeinschaftsunterkünfte umziehen müssen, gebe er zu. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass in den Gemeinschaftsunterkünften die Betreuung intensiver sei, da hier praktisch rund um die Uhr Ansprechpartner für die Asylbewerber zur Verfügung stünden, so der Kreis-Sprecher. Und warum werden nicht Gemeinschaftsunterkünfte statt Wohnungen gekündigt? Manzke: „Das liegt an den Pacht- bzw. Mietverträgen. Um die Gemeinschaftsunterkünfte herrichten zu können, mussten dort erhebliche Investitionen getätigt werden. Um diese Aufwändungen zu rechtfertigen, seien die entsprechenden Verträge über einen längeren Zeitraum abgeschlossen worden. Bei den Wohnungen haben wir kürzere Fristen, sie sind deshalb einfacher zu kündigen.“

In der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter wies Eleonore Mittermayer darauf hin, dass die Zusammenarbeit der Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten mit der Jam GmbH, die sich mit vielen Ehrenamtlichen um die Betreuung von Asylbewerbern in der Bernsteinstadt kümmert, der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien, dem Kreis und dem neuen Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft Körkwitz gut klappe.

Partner bei der Betreuung der Asylbewerber

Bei der Betreuung der Asylbewerber kann die Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten auf viele Partner bauen. Dazu gehört unter anderem die evangelische Kirchengemeinde St. Marien. Sie organiserte im Dezember 2016 einen Besuch des Bernsteinmuseums, anschließend saßen Flüchtlinge und Ehrenamtliche gemeinsam im Café zusammen. Am 3. Mai fand in der Marienkirche ein Gespräch mit dem Leiter des Polizeireviers Ribnitz-Damgarten, Marcus Stoll, und vier afghanischen Flüchtlingen statt. Stoll erzählte von seinen Aufenthalten in Afghanistan, wo er half, neue Polizeistrukturen aufzubauen. Die vier Afghanen berichteten über ihre Flucht. 30 Bürger besuchten die Veranstaltung.

Edwin Sternkiker

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