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Forderungen statt Dialog: Feuerwehr bleibt im Ausstand

Rostock Forderungen statt Dialog: Feuerwehr bleibt im Ausstand

Ein Gespräch zur Schlichtung des Streits zwischen freiwilligen Brandschützern und Stadtverwaltung in Rostock wurde abgesagt.

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Verbindliche Zusagen seitens der Stadt würden uns reichen.“ Steffen Grafe, Stadtwehrführer

Rostock. Ein internes Gespräch im Rathaus zwischen Stadtverwaltung und der freiwilligen Feuerwehr ist gestern kurzfristig abgesagt worden. Die ehrenamtlichen Brandbekämpfer übergaben stattdessen ein Positionspapier, in dem sie an eine Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit Bedingungen knüpfen. Forderungen, der die Stadtverwaltung wohl nachkommen will — zumindest in Teilen.

„Wir wollen, dass sich die Stadtverwaltung an gehobener Stelle, entweder durch den Oberbürgermeister oder den Senator, bei uns für die gesetzeswidrige Durchsuchung unserer Räume und die Beschlagnahmung der Computer entschuldigt“, sagt Stadtwehrführer Steffen Grafe. Vor zwei Wochen hatte die Polizei zwei Gebäude der freiwilligen Wehr einer Razzia unterzogen, weil es dort Verstöße gegen den Datenschutz gegeben haben soll.

Die Brandbekämpfer stellen in ihrem Papier weitere mehr Bedingungen. „Es fließen Probleme ein, die sich seit Jahren aufbauten“, so Grafe. Seien es marode Gebäude oder alte Schutzausrüstungen. „Wir möchten nicht, dass das alles sofort geändert wird, aber verbindliche Zusagen und Termine zur Umsetzung“, sagt Grafe. Dann könne der Betrieb wieder aufgenommen werden. „Die Stadt hat nun Zeit, darüber nachzudenken“, so Grafe.

„Ich kann und will keine pauschalen Versprechungen machen. Aber wir werden die Wehrführer kontinuierlich über den Stand der Abarbeitung informieren“, sichert Karin Helke, kommissarische Leiterin des Senatsbereichs Finanzen, zu.

Eine Entschuldigung gibt es bereits. „Soweit bei den Kameradinnen und Kameraden der Eindruck entstanden ist, es ginge um Kriminalisierung und Schuldzuweisungen, entschuldige ich mich im Namen der Stadt ausdrücklich“, lässt Senator Holger Matthäus (Grüne) verlauten. „Die von der Stadtverwaltung erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt erfolgte einzig und allein aus dem Grund, durch unabhängige Ermittlungen den vorliegenden Verdacht aufzuklären. Dies hätte ich den Wehrführern gern persönlich übermittelt“, so Matthäus.

Auch OB Roland Methling (UFR) entschuldigt sich in einem offenen Brief. Einen solchen Brief hat auch Steffen Sieratzki, Fachgruppenleiter Berufsfeuerwehr beim Bund der Technischen Beamten und Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, verfasst. „Wir wollen niemanden in die Enge treiben, aber wir appellieren an die Ehre des Ehrenamtes.“

Für die Forderungen der Freiwilligen hat er kaum Verständnis. „Auch wir wollen alles neu. Da muss man sich nur die marode Feuerwache 1 angucken. Aber so geht das nicht“, sagt Sieratzki. Die Berufsfeuerwehr fühle sich im Stich gelassen. Der Streit werde auf ihrem Rücken ausgetragen. „Und auf dem der Steuerzahler. Die Arbeitszeitkonten wachsen, das zahlen die Rostocker.“ Abgesehen davon, dass das Fehlen der Freiwilligen zu schweren Problemen führen könne. Sieratzki: „Wenn es in Gehlsdorf brennt, und dann erst die Feuerwehr aus dem Überseehafen kommen muss, zum Beispiel.“

 

Karsten Wilke

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