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Ribnitz-Damgarten Frische Kräfte bei der Feuerwehr
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Frische Kräfte bei der Feuerwehr
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06:05 08.05.2017
Die neuen Feuerwehrleute verstärken die Wehren in Ribnitz, Damgarten, Dierhagen, Klockenhagen und Marlow. Quelle: Susanne Retzlaff
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Ribnitz-Damgarten

Mitgliederschwund in der Jugendfeuerwehr? An jedem anderen Tag wäre das eine schlechte Nachricht gewesen. Nicht aber am vergangenen Sonnabend, da war es eine Erfolgsmeldung! Denn elf junge Feuerwehrleute im Alter von 15 bis 31 Jahren bestanden die Prüfungen und wurden in die Reihen der erwachsenen Lebensretter aufgenommen.

Fast alle von ihnen stammen aus den Nachwuchsorganisationen der Wehren aus Damgarten, Dierhagen, Klockenhagen, Marlow und Ribnitz. In den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz schlossen sie nun ihre Grundausbildung mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung ab. „Damit treten sie in die aktive Wehr über“, sagte Berthold Moog, der sich bei der Feuerwehr um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Die Freude über die frischen Kräfte ist groß.

Aus der Jugendwehr zu den Erwachsenen

70 Stunden dauerte der erste Schritt in den aktiven Brandschutz, meistens sind es die Heimatwehren die ihre Jugendlichen zum Lehrgang senden. Der „Truppmann 1“ vermittelt Feuerwehr-Grundwissen, basische Fertigkeiten im Umgang mit der Technik, die verschiedenen Befehle, Aufgabenverteilung und Einsatzstrukturen. „Danach müssen sie alles können, aber unter Anleitung“, betonte Moog. Der Sonnabend begann für die Noch-Anwärter mit der theoretischen Prüfung am Morgen. Für die müsse man einfach lernen, seufzten die Prüflinge mehr oder weniger laut - insbesondere den „Unterschied zwischen Einsatz mit Bereitstellung und Einsatz ohne Bereitstellung“. Amtswehrführer Kay Mittelbach weiß, dass diese Frage regelmäßig die Köpfe der Feuerwehrleute rauchen lässt. Spätestens im praktischen Prüfungseinsatz kühlten sich die Köpfe wieder ab, als die Anwärter unter anderem ihr Geschick am Strahlrohr beim „Löschangriff nass“ bewiesen, sicheres An- und Ableitern demonstrierten und knifflige Knoten knüpften.

Unter dem kritischen Blick des Lehrgangsleiters und Ribnitzer Wehrleiters, Oliver Rybicki, schlang Dylan Barth (16) aus Damgarten einen „Palsteg“. Vor vier Jahren habe ihn ein Kumpel zur Jugendfeuerwehr gebracht verriet er, während er vor Rybickis Augen weitere Knoten namens „Mastwurf“ und „Zimmermannsschlag“ knüpfte. Seine Liebe zur Feuerwehr ist spürbar: „Man macht immer etwas Neues, auch der Umgang mit der Technik ist spannend“, erklärte er.

Junger Syrer kämpft in Dierhagen gegen Brände

Ergreifend ist die Geschichte des 18-jährige Hashem Halobi. Er kommt nicht aus einer der Jugendfeuerwehren, sondern aus Aleppo und lebt nun in Dierhagen. Vor rund eineinhalb Jahren floh er als unbegleiteter Jugendlicher aus Syrien und suchte hier mit den anderen Jugendlichen aus seiner Wohngruppe nach einer sinnvollen Aufgabe. „Es war die Idee zu helfen, das mache ich gern“, erklärte der Berufsschüler. Weil er nach seiner Ankunft mit seinen 16 Jahren bereits zu alt für die Jugendfeuerwehr war, wandte er sich mit seinem Wunsch direkt an Kay Mittelbach. „Ich habe ihm gesagt, ich will mitmachen.“ Ein Angebot, das die hiesigen Feuerwehrleute gern annahmen.

Frauenpower ist das Markenzeichen der Wehr in Klockenhagen. Sie schickte drei der insgesamt vier jungen Frauen in die Prüfung. Anna Olbrich (16), Sophie Borowski (15), Marie Scheffler (16) sind zwischen vier und sechs Jahren in der Jugendfeuerwehr. Das feminine Phänomen in Klockenhagen könne damit zusammenhängen, dass die Feuerwehr dort traditionell Familienangelegenheit sei. Und da gehören die Frauen selbstverständlich dazu. „Wir wollen Menschen helfen und finden die Kameradschaft toll“, erklärten die drei einhellig, die sich schon auf viele weitere Lehrgänge freuen und den Einsätzen mit Spannung entgegen sehen. Dafür brauchen sie allerdings noch etwas Geduld. Zunächst erhielten sie ihre Lehrgangsbescheinigung und den Ausbildungspass von Rybicki, in den alle weiteren Qualifikationen eingetragen werden. Und das wird erst einmal der „Truppmann-Lehrgang Teil 2“ sein, der zwei Jahre lang dauert und auch die Qualifikationen zum Funken und Atemschutzgerätetragen enthält. Dank der jungen Menschen, ist die Region seit Sonnabend wieder ein Stück sicherer.

Susanne Retzlaff

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