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Gedenken an die Schriftstellerin Käthe Miethe

Ahrenshoop/Wustrow Gedenken an die Schriftstellerin Käthe Miethe

Die Veranstaltungen in Ahrenshoop und Wustrow zum 120. Geburtstag fanden großen Anklang.

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Der Berliner Olaf Biedemann am Grab von Käthe Miethe auf dem Wustrower Friedhof.

Quelle: Elke Erdmann

Ahrenshoop. 30 Bücherfreunde hatten sich anlässlich des 120. Geburtstages von Käthe Miethe in der nach ihr benannten Bibliothek in Althagen versammelt. Helmut Seibt las aus ihrem zweiten Buch „In das Eismeer verschlagen“, das 1925 erschien. Es handelt von drei junge Männern, die im September mit ihrem Boot nördlich von Hammerfest in Norwegen havarieren. Der größte Teil des Heilbuttfanges geht dabei über Bord. Mit Fuchsjägern gelangen sie im Frühjahr zurück in ihre Heimat. Das Buch steht nun zur Ansicht in der Bibliothek. Unter den Zuhörern war auch Peter Wawerzinek, der für seinen Roman „Rabenliebe“ den Ingeborg-Bachmann- Preis erhalten hat und als Stipendiat im Haus Lukas an einem neuen Buch arbeitet.

Kaffee ohne „Zuckerkauken un Köm“ gab es vor dem Rundgang zu zwei Büdnereien der Familie Miethe. Etliche Mitwanderer fanden sich anschließend in Saatmanns Lokal ein, wo sie nach Käthe-Miethe-Art braunen Schnaps aus Mokkatassen tranken.

Zudem wurde der Schriftstellerin an ihrem Grab auf dem Wustrower Friedhof gedacht. Yvonne Arnold aus Niehagen steckte im Beisein der Bürgermeister aus Ahrenshoop, Hans Götze (63), und Wustrow, Wolfgang Permien (73), einen Frühlingsstrauß in den Schnee. Olaf Biedemann (45) aus Berlin ist ein begeisterteter Anhänger der alten Zeit. „Ich bin über das Buch ‚Das Fischland‘ zu Käthe Miethe gekommen. Mich hat von Anfang an interessiert, was sie über die Berufe und die Schicksale der Seeleute schreibt und über die sogenannten ‚Isenbahner‘, die hinzugezogen sind und kein eigenes Haus besaßen.“ Olaf Biedemann stammt aus Charlottenburg, wo auch Käthe Miethe bis zu ihrer endgültigen Übersiedlung 1939 nach Althagen Zuhause war. Er sammelt und liest ihre Bücher. „Ich finde ihren Lebensstil für die damalige Zeit außergewöhnlich. Damit war sie sicher eine Einzelgängerin.“

Mit einem Umtrunk im Haus „De Klabauter‘s“ beendete Helmut Seibt die Gedenktage. „Prosit, Käthe“, sagte er und hob die Tasse.

Elke Erdmann

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