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Ribnitz-Damgarten „Gefahren des Wassers werden unterschätzt“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Gefahren des Wassers werden unterschätzt“
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12:34 24.03.2014

„Sicher war Leichtsinn im Spiel. Aber es war schlimm zu sehen, wie die Jungs einfach nicht mehr aus dem Wasser rauskamen“, sagt die 20-jährige Anne. Selbst in einem Kajak sitzend, hatte sie beobachtet, wie drei Jugendliche Kanu-Fahrer am Wehr an der Alten Molkerei gekentert waren und sich aus dem Wassersog nicht mehr selbst befreien konnten. Nur das geistesgegenwärtige Handeln von Anwohnern konnte sie retten. Hinterher tauchte die Frage auf: Muss es an solchen Anlagen nicht Rettungshilfen geben?

„Vor und hinter dem Wehr wird durch Schilder auf das Wehr hingewiesen und eine Anlegestelle angezeigt“, sagt Peter Schneider vom Staatlichen Amt für Umwelt und Naturschutz (StAUN). Die Wehrbrücke selbst sei verschlossen und an ihr wären ebenfalls deutlich sichtbar Warnschilder angebracht, deren Symbole auch ohne Schrift deutlich auf die Gefahrenstelle hinweisen würden. Die Bevölkerung im Amtsbereich Bad Sülze sei im Amtsblatt auf mögliche Gefahren der Wehranlagen hingewiesen worden. „Jemand der sich hier nicht auskennt muss sich mit der Umgebung vertraut machen, bevor er die Recknitz zum Paddeln benutzt.“ Auf Karten wären die Wehre verzeichnet.

StAUN-Amtsleiter Eckhart Bork fügt hinzu, dass mögliche Abweiser von der Wasserseite her Probleme bereiten würden, da sich Treibgut und Wasserpflanzen in ihnen verfangen könnten. Da die Recknitz nicht für den Schiffsverkehr ausgewiesen sei, gelte der Grundsatz vom Gemeingebrauch, und da sei ähnlich wie am Strand derjenige selbst verantwortlich, der das Gemeingut benutzt.

Martina Carnein betreibt in Bad Sülze den Kanuverleih Saline 7. Auch sie kennt die Gefahren auf der Recknitz und weist alle Nutzer nachdrücklich darauf hin. Denn wie im Straßenverkehr müßten auch auf den Wasserwegen bestimmte Regeln eingehalten werden, um Schaden zu vermeiden. „Aber viele Paddler sind Laien und unterschätzen diese Hinweise und die Kraft des Wassers.“ Ihrer Meinung nach wäre es wünschenswert, wenn als zusätzliche Schutzmaßnahmen an Wehren Rettungshilfen eingebaut würden. Zusätzliche Warnhinweise hat sie für das Grundwehr in Bad Sülze angeregt, die seien ihr vom StAUN auch zugesichert worden.

Das bestätigt StAUN-Mitarbeiter Peter Schneider: „Entsprechende Schilder sind bestellt und werden demnächst angebracht.“



NICK VOGLER

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