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Gemüsebauer setzt auf Erdwärme

Barth Gemüsebauer setzt auf Erdwärme

Wirtschaftsexperten des Landtages besuchten die Produktionsstätte der Barther Tomaten.

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Zum Abschluss des Rundgangs kosteten die Besucher von den Spezialitäten des Betriebes und stießen mit einem Becher Tomatensaft an.

Barth. „Ich bin erstaunt, wie perfekt das hier abläuft und freue mich, dass es in unserem Bundesland solche regionalen Betriebe gibt“, lobte Wolfgang Waldmüller, der Leiter des Arbeitskreises Wirtschaft der CDU-Landtagsfraktion bei seinem gestrigen Besuch die Barther Gemüsebau Hahn GmbH. Begleitet wurde er unter anderem vom Vorsitzenden des Landeswirtschaftsausschusses. Sie informierten sich über den Betrieb und dessen Probleme.

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Zum Abschluss des Rundgangs kosteten die Besucher von den Spezialitäten des Betriebes und stießen mit einem Becher Tomatensaft an.

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Geschäftsführer Wolfgang Hahn hatte während der Führung durch den Betrieb erklärt, dass es ökonomisch sinnvoller sei, eine Vielfalt von Tomatenspezialitäten anzubauen und an die regionalen Kunden zu bringen, als nur eine angebaute Sorte bis nach Süddeutschland zu transportieren. „Mit einer Sorte ist ein regionaler Markt bald gesättigt, mehrere Sorten lassen sich nebeneinander gut vermarkten.“

Mit überzeugenden Argumenten verstand es der Produzent, seine Zuhörer in der Kürze der Zeit über den Betrieb in Kenntnis zu setzen und sie für seine Ideen zu gewinnen.

Die Gäste staunten, dass der Betrieb, der nach einer steten positiven Entwicklung von drei Katastrophenjahren heimgesucht wurde, alle Widrigkeiten aus eigener Kraft überwinden konnte.

„2010 brachen unter der Schneelast über sechs Hektar Gewächshausdächer zusammen. Da es sich um energieintensive Häuser aus den 70er Jahren handelte, lohnte der Wiederaufbau nicht“, berichtete der Geschäftsführer. Ein Jahr später vermieste die EHEC-Panik den deutschen Gemüsebauern die Bilanz. „Doch am Ende waren wir die Gewinner — trotz der Propaganda gegen deutsches Gemüse kamen die Kunden in Scharen aus Nah und Fern, um unsere frischen und gesunden Tomaten zu kaufen“, sagte Hahn.

Als dann im Juni 2012 ein Hagelschlag alle westlich ausgerichteten Scheiben zertrümmerte und wegen der Gefahr von Glassplittern Hunderte Tonnen Tomaten vernichtet werden mussten, sei er zutiefst deprimiert gewesen, gab Wolfgang Hahn zu. „Zwar ersetzte unsere Gartenbauversicherung eine Summe in siebenstelliger Höhe, doch auf einem Teil eines solchen Schadens bleibt man immer sitzen.“

Gegenwärtig denkt der Unternehmer über eine Verbesserung seiner Energiebilanz nach. Mit der aufwendigen Ölheizungsanlage wird ihm das nicht gelingen. Und ein angedachtes Projekt zur Gas- oder Fernwärmeversorgung scheiterte aus seiner Sicht an der Auffassung der Stadtwerke, er als Abnehmer müsse die etwa 250 000 Euro teure Anschlussleitung allein bezahlen. „In diesem Falle lohnt die ganze Umstellung nicht.“

Wolfgang Hahn würde gern die Erdwärme unter Barth nutzen und dazu die 65 Grad heiße Wasserschicht in 1,5 Kilometer Tiefe anzapfen. Das Bergbauamt Stralsund habe sogar schon eine Genehmigung erteilt.

Seinen Worten nach wäre das die nachhaltigste Lösung.

Die beiden Landtagsabgeordneten sicherten ihre Unterstützung zu, bei den Behörden zu vermitteln. Dietmar Eifler will zunächst zu einem Rundtisch-Gespräch einladen, um noch einmal alle Optionen in Hinsicht auf die Stadtwerke auszuloten.

Nicht ohne von den Tomatenspezialitäten gekostet zu haben und mit angenehmen Eindrücken machten sich die beiden Abgeordneten auf den Weg zu ihrem nächsten Termin.

Drei Katastrophenjahre

2010 brachen unter der Schneelast über sechs Hektar Gewächshausdächer

zusammen.

2011 vermieste die EHEC- Panik den deutschen

Gemüsebauern die Bilanz.

2012 zertrümmerte ein Hagelschlag alle

westlich ausgerichteten Scheiben.

Wegen der Gefahr von Glassplittern mussten Hunderte Tonnen Tomaten vernichtet werden.

 

Volker Stephan

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