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Ribnitz-Damgarten Gor nich einfach, ‘ne grade Furch tau pläugen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gor nich einfach, ‘ne grade Furch tau pläugen
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00:00 29.03.2014

Ein Bild in uns OZ von‘ letzten Sünnabend hett mi anrührt. Dor is de Buer Sven Müller von dat Frielichtmuseum Klockenhagen tau seihn. Hei ackert as in olle Tieden, is tau läsen. Dat heit in dissen Fall, hei eggt den Acker, un vör de Egg gahn twei Pier, de Stut Valentina un ehr Dochter Helene. Man blot de Stut is ansträngt un treckt dat Ackergerät, de noch lüttere Helene löppt einfach so näbenher. Dit is nüdlich antauseihn, man erkennt richtig, wie dat all tämlich grote Fahlen versöcht, dat Daun von de Stut nataumaken. Tworst brukt dat noch nich tau trecken un somit tau arbeiten, oewer de Rhythmus twüschen de beiden stimmt all, bald kann dat junge Pierd in‘t Geschirr gahn un an de Wacht ansträngt warden. Sven Müller is dorvon oewertügt, dat hei bald ‘n düchtiges Arbeitspierd dortau hett. Beide Pier sünd ‘n echtes Koltblaut, dat heit sei sünd schwer, breit un massig, so as wie dat von de Bierkutscher kenn‘ . De meisten Buern in Mäkelborg-Vörpommern harden früher Warmblaut. Vör Johren heww ick in Redfin in uns Landgestüt seihn, wie ein Koltblaut gägen ein Warmblaut üm de Wett rönn‘ müsst. Dat wier natürlich ‘n unglieker Wettbewerb: Dat Warmblaut löp leicht un elegant vörweg, un de anner geew sick alle Mäuh, achteran tau kamen, man hei schaffte dat nich. De Taukiekers amüsierten sick bannig doroewer un lachten. Dit geföhl den ollen Buern Wendt von‘

Holtacker in Damgorn, de näben mi seet, gor nich, un hei röp: „Wat hewwt ji dor tau lachen, seiht ji nich, wie hei sick alle Mäuh giwwt, oewer hei kann doch nich schneller!“ Un tau mi meinte hei denn: „De Minschen sülln em mal vör‘n Plaug seihn, denn würn sei anners reagiern.“

Mi gefallen de Pier ut Klockenhagen jedenfalls sihr gaut, un besonners ok Buer Müller. So wie hei achter de Egg geiht, de Lien in beide Hänn‘, Stäwel an un ‘ne Mütz up‘n Kopp, ruhig un bedächtig, so kenn ick dat ok noch ut mine Kindheit. In min Heimtdörp Tarnow bi Bützow. Blot sei harden in de Rägel twei Pier vör Plaug, Egg un Binner, blot de Hungerhark wier einspännig, un up dit Gerät, dat för dat Naharken bit‘ t Meiden dor wier, dörfte ick ok mal führn. Doroewer wier ick sihr stolt: Wat för ein Gefäuhl, de Lien in de Hand tau hemm‘, dat Pierd güng dorhen , wo ick lütt Butscher dat wull, wenn ick an den rechten Toegel treckte, na rechts, wenn an den linken, na links. Un denn müsst man af un an „Hüh, Vössing!“, raupen, un: „Man tau!“ un mit de Tung‘n schnalzen, un dit mök ick öfter, as dat nörig wier. Un dortau löt man de Lien ‘n bäten up den breiden Noors von dat gedullige Pierd klatschen, wat dat oewer gor nich recht tau marken schien.

Ick finn dat sihr schön, dat in Klockenhagen werrer so ageriert ward, as dat früher in de Landwirtschaft bi uns makt wür. So verbind‘t sick de schwere Arbeit, de Buern un Landarbeiter leisten müssten, mit de Wahn- un Wirtschaftskultur, wie sei de twintig Gebüde in‘t Frielichtmuseum zeigen. Wenn Buer Müller dor vör den Plaug geiht un sine Furchen treckt, kricht man ‘ne Vörstellung dorvon, dat de Arbeit mit de Pier schwer un gor nich so einfach is. Dat giwwt woll nich mihr väle Personen, de ‘ne würklich grade Fohr taustann‘ bringt. De einfache Plaug müsst mit beide Hänn‘ dirigiert warden, de grötere denn müsst dörch sicheres Lenken von de Pier ok up Kurs blieben. Wenn hüt Meisterschaften in‘t Pläugen utdragen warden, passiert dat natürlich mit Traktoren. Ok dat erförrert grotes Können. Interessant wier för mi de Bericht, dat in Ehmkenhagen Buer Wendtland noch ok mit Pierd oewer ok mit ‘n lütten Trecker pläugt. Disse Verbinnung von urolle un moderne Arbeit up‘n Fell‘

mücht ick mi giern mal ankieken. Tschüssing för hüt,



Jochim Busch

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