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Ribnitz-Damgarten Gresenhorsterin in Schwerin ausgezeichnet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gresenhorsterin in Schwerin ausgezeichnet
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17:35 08.12.2018
Jutta Dilling wird am Sonnabend in Schwerin geehrt. Als Dank für ihren Einsatz schenkten ihr die Mitglieder des Dorfvereins ein Fotobuch über die 700-Jahr-Feier in Gresenhorst. Quelle: Robert Niemeyer
Gresenhorst

Man könnte denken, Jutta Dilling gibt es gleich mehrfach, zumindest zweimal. Dorfverein, Volkstanzgruppe, Landfrauenverein, Verein zum Erhalt der Gresenhorster Kapelle, dazu eine Familie und die Arbeit auf dem Landwirtschaftshof Dilling, die 61-Jährige ist aktiv wie wohl kaum jemand sonst. „Es macht mir einfach Spaß“, sagt Jutta Dilling. So einfach ist es. Heute wird die Gresenhorsterin für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet, im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin, von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig persönlich.

„Das ist okay“, sagt Jutta Dilling bescheiden. Eine Anerkennung sei die Ehrung schon, aber das sei ihr nicht so wichtig. „Ich bin kein Mensch, der so sehr im Rampenlicht stehen möchte.“ Dafür hat sie allerdings in den kleinen Örtchen bei Marlow eine ganze Menge bewegt.

„Jeder hat seins gemacht. Es gab Spannungen im Dorf. Jeder hatte Angst, etwas anzuschieben“, sagt Dillings Ehemann Günter. Er kam 2003 als erstes Familienmitglied in Gresenhorst an, hatte einen insolventen Landwirtschaftsbetrieb übernommen. Viel los war hier damals nicht. Es musste offenbar erst jemand von außen kommen, um das Dorf wieder weitestgehend zu vereinen. 2004 folgte Jutta Dilling mit den drei Kindern. Die Familie zog in einen Container auf dem Betriebsgelände. „Es war noch nichts fertig“, erinnert sich Jutta Dilling.

Doch die Familie Dilling ist eine Familie, die anpackt. Nicht nur auf dem eigenen Hof. Schnellstens wurde das Projekt „Ankommen in Gresenhorst“ in Angriff genommen. Und der beste Weg dorthin? Ehrenamtliches Engagement. Jutta und Günter Dilling traten 2005 in die Völkshäger Volkstanzgruppe ein. „Wir hatten auch in Hessen schon getanzt“, sagt Jutta Dilling. Die Familie stammt aus Eschwege, 50 Kilometer von Kassel entfernt.

Alsbald organisierte sie einen kleinen Markt, bei dem die Schüler der Gresenhorster Schule Basteleien verkauften, um Geld für eine Klassenfahrt zu sammeln. Ob sie nicht einen Dorfverein gründen möchte, wurde sie damals gefragt. Die Idee dazu schwirrte schon länger durch Gresenhorst. In Angriff genommen hatte sie bis dahin niemand. „Wir wollten uns einbringen. Deshalb haben wir gesagt: Warum nicht?“ Bereits in Eschwege war die ganze Familie in diversen Vereinen aktiv. „Wir kannten es also nicht anders“, sagt Jutta Dilling.

Es dauerte aber eine Weile. „Ich bin ein schneller, entschlossener Mensch. Ich musste lernen, die Dinge etwas langsamer anzugehen“, sagt Jutta Dilling. Doch Schritt für Schritt bewegte sich etwas in Gresenhorst. Ein Volkshochschulkurs „Wie gründet man einen Verein“, eine Umfrage im Dorf, wie der Verein denn heißen soll, erste Mitstreiter fanden sich, und schließlich wurde im Herbst 2006 der Gresenhorster Dorfverein „Mien Dörp –Miene Heimat“ gegründet. Die Vorsitzende: Jutta Dilling.

Seitdem ist viel passiert, vor allem ist das Dorf stärker zusammengewachsen. „Gresenhorst hat in den vergangenen Jahren ein stärkeres Wir-Gefühl entwickelt“, findet Günter Dilling. Maßgeblich dazu beigetragen hat der Dorfverein. Ein Dorffest und ein Kinderfest wurden ins Leben gerufen, das jährliche Osterfeuer und Tannenbaumverbrennen lockt viele Bewohner an, regelmäßige Veranstaltungen wie Auftritte der Rostocker Kabarett-Gruppe RohrStock oder der NDR Plappermoehl begeistern die Zuschauer, auch einen wöchentlichen Seniorennachmittag gibt es. Das Dorfleben ist dank des Vereins viel lebendiger geworden.

Höhepunkt der vergangenen Jahre war die 700-Jahr-Feier. Jeden Monat hatte der Dorfverein 2009 eine Veranstaltung organisiert. „Da habe ich meine Frau kaum gesehen“, erinnert sich Günter Dilling. Doch von diesem Jahr sprechen sie noch heute in Gresenhorst.

Im April dieses Jahres hat Jutta Dilling einen Schritt zurückgemacht, hat den Vorsitz des Dorfvereins abgegeben, ist stellvertretende Vorsitzende. „Zwölf Jahre reicht“, sagt die 61-Jährige. Das hindert sie jedoch noch lange nicht, sich weiter zu engagieren. „Meine acht Stunden Schlaf bekomme ich trotzdem“, sagt Jutta Dilling, die vor allem viel Hoffnung in das neue Dorfgemeinschaftshaus setzt, das gerade gebaut wird. „Das wird uns weiter voranbringen“, ist sie sicher.

Und das Projekt „Ankommen in Gresenhorst“? Jutta Dilling: „Wir sind angekommen. Gresenhorst ist unser Zuhause.“

Robert Niemeyer

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