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Ribnitz-Damgarten Große Werkschau des Künstlerehepaares Wilhelm und Frida Löber
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Große Werkschau des Künstlerehepaares Wilhelm und Frida Löber
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00:00 11.02.2013
Renate Löber, Schwiegertochter des Künstlers Wilhelm Löber, eröffnete die Ausstellung im Dornenhaus in Ahrenshoop. Quelle: Frank Hormann/ nordlicht
Ahrenshoop

Zu sehen sind Werke des Ehepaars Frida (1910-1989) und Wilhelm Löber (1903-1981): Plastik, Keramik, Malerei und Zeichnungen.

„Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt ganz klar bei Wilhelm Löber“, betont Renate Löber, Schwiegertochter des Künstlers, sie hat die Schau im Dornenhaus zusammengestellt. „Es ist die erste große Werküberschau der weit verstreuten oder verschollenen Exponate.“ Eine etwa halbjährige Vorbereitungszeit liegt nun hinter ihr. Viele Stücke sind Leihgaben aus Privathand. Die Ausstellung umfasst die gesamte Schaffensperiode von Wilhelm Löber. Zu sehen ist eine der beiden deutschlandweit erfassten Bauhauskannen aus dem Jahr 1925. Dazu Porzellane, die Wilhelm Löber in den 1920er- und 1930er-Jahren für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin entworfen hatte. Die Ausstellung im Dornenhaus wird erweitert durch Bronzen und Holzarbeiten, Majolika-Keramiken und Entwurfszeichnungen. Nicht zu vergessen der Anteil von Frida Löber, die nicht nur als Gestalterin, sondern auch als Malerin hervortat.

So versammeln sich über 30 plastische Arbeiten und rund 40 Zeichnungen und Malereien, in Vitrinen sind Kleinplastiken zu sehen, meist in Bronze ausgeführten Arbeiten. Darunter ist auch „Die Fliehende“, die 1943 an der Ostfront entstanden ist, denn Wilhelm Löber war fünf Jahre lang Soldat.

Das gemeinsame Studium an der Burg Giebichenstein in Halle führte Frida und Wilhelm Löber zusammen. Als das Ehepaar Löber 1952 nach Ahrenshoop kam, begab es sich in die Tradition der Künstlerkolonie.

Mit dem Maler Arnold Klünder wurde die „Fischlandkeramik“ etabliert. Später dann der private Bruch: Wilhelm Löber trennte sich von seiner Frau. Seine letzte Schaffens- und Lebensphase begann 1966 in Juliusruh auf Rügen, wo Löber mit seiner zweiten Frau die „Rügen-Keramik“ aus der Taufe hob. Das Dornenhaus konnte sich am Eröffnungstag über zahlreiche Besucher freuen, der Platz reichte kaum aus.

Das große Interesse steht auch für den Nachruhm von Wilhelm Löber.

Die Ausstellung ist bis zum 11. April in der Galerie im Dornenhaus in Ahrenshoop, Bernhard-Seitz-Weg 1, zu sehen. Täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr.

Thorsten Czarkowski