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Ribnitz-Damgarten Grünes Licht für moderne Wärmekamera
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Grünes Licht für moderne Wärmekamera
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00:00 14.03.2013
Auf mehrere M�ngel am Haus weist Kamerad Frank Nehls hin.
Barth

Wie funktioniert eigentlich eine Wärmebildkamera? Mitglieder des Ausschusses für Bau, Umwelt, Ordnung und Sicherheit konnten sich im Gerätehaus der Feuerwehr davon überzeugen. Die auf Wärmestrahlung reagierenden Geräte können minimale 0,02 Grad unterscheiden. Damit eignen sie sich nicht nur zur Suche von Personen in verqualmten brennenden Gebäuden, sondern auch zum Orten von Glutnestern in Hohlräumen. Eine weitere nützliche Funktion wäre die Suche nach vermissten Wassersportlern — sowohl bei Nacht als auch im unübersichtlichen Schilfgürtel. Der Barther Wehrführer Martin Maak wusste eine weitere Anwendungsmöglichkeit. „Würden bei einem schweren Unfall Personen aus dem Auto geschleudert werden, fände sie die Kamera selbst im dichtesten Maisfeld.“

Der Zingster Wehrführer Mathias Barth, der mit der Wärmebildkamera seiner Wehr nach Barth gekommen war, lieferte einen erstaunlichen Beweis für deren Fähigkeiten: Er trat mit seinem Schuh für Sekunden auf eine Stelle des Fliesenbodens und ließ die Anwesenden dann auf den Kameramonitor schauen. Zur Verblüffung war darauf ein deutlicher Abdruck der Schuhsohle zu erkennen. In der völlig dunklen und vernebelten Stiefelwaschanlage zeigte die Kamera ebenso deutlich die Konturen der Ausschussmitglieder. Je höher deren jeweilige Körpertemperaturen war, desto mehr ging die angezeigte Farbe vom Gelb ins Rot über. „Vor fünf Jahren war das Gerät nur für Berufsfeuerwehren erschwinglich, mittlerweile ist es Standard bei den freiwilligen Feuerwehren“, berichtete Mathias Barth.

Ausschussvorsitzender Ernst Branse war von den Anwendungsmöglichkeiten und technischen Parametern der Kamera begeistert: „Wir sollten so ein Gerät auch für unsere Feuerwehr anschaffen — so schnell wie möglich. Wir machen uns sonst Vorwürfe, wenn etwas passiert, was hätte vermieden werden können.“ Bereits am nächsten Tag hatte Branse Zusagen zweier Barther Unternehmen, sich an der Anschaffung der Kamera zu beteiligen. Wehrführer Martin Maak regte darüber hinaus an, die großen Vermieter der Stadt wegen einer einer Zuwendung anzusprechen, denn die Kamera würde ja gerade bei Wohnungsbränden von großer Wichtigkeit sein.

Nicht so technisch spektakulär, sondern eher betrüblich war eine Besichtigung der Bauschäden und Baumängel am 1999 errichteten Gebäude. Die Instandsetzung hat bereits begonnen, wurde jedoch aufgrund der Witterung unterbrochen. Bauamtsleiter Manfred Kubitz machte klar, dass die Gründe für die Mängel nicht allein in der schlechten Arbeitsqualität der damals beteiligten Baufirmen zu suchen sind.

„Wir sind in den vergangenen 13 Jahren bei der Instandhaltung zu sparsam gewesen, dadurch ist es jetzt zu einem Stau gekommen.“ Dringlich seien unter anderem die Trockenlegung der Wände im Bereich der Stiefelwaschanlage, der Austausch defekter Fliesen und der Neuanstrich außen und innen. „Auch die Heizungsanlage ist innerhalb dieses Zeitraums abgeschrieben. Die Gesamtmaßnahme würde mit etwa 30 000 Euro im Rahmen der normalen Abschreibungen bleiben“, versicherte Manfred Kubitz.

Volker Stephan