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Ribnitz-Damgarten Gutshaus vor dem Verfall gerettet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gutshaus vor dem Verfall gerettet
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00:00 25.03.2014
Das Gutshaus wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Vor zwölf Jahren wurde das Anwesen von Grund auf saniert.

Thomas Jentsch steht vor dem ehemaligen Gutshaus in Ehmkenhagen. „Aus diesem alten Gebäude etwas zu machen, hat mich echt gereizt“, erklärt der 50-Jährige. „Denn alte Sachen sind einfach mein Leben.“ Deshalb erwarb er gemeinsam mit Berliner Freunden das völlig heruntergekommene Anwesen samt Gutshaus bei einer Versteigerung und gingen daran, das Haus und das Umfeld wieder herzurichten.

„Das bedeutete: Wege bahnen, denn alles war ja zugewachsen, entrümpeln des Umfeldes, Wände im Haus herausbrechen, damit aus den 26 kleinen Zimmerchen des ehemaligen Lehrlingswohnheimes wieder die etwa zehn originalen Räume wurden, den schönen Parkettfußboden freilegen, passendes Mobiliar heranschaffen, denn hier stand ja alles leer“, erinnert sich der gelernte Zimmermann, der mit seinen geschickten Händen Vieles nach originalen Vorlagen selbst anfertigte, so beispielsweise die Türen im Haus.

„Zeitweise haben hier bis zu 20 Leute gearbeitet. Und das alles ohne Strom und ohne fließend Wasser“, erinnert sich seine Ehefrau Jana Bethke (36). Trotzdem möchte sie diese Zeit nicht missen. Mit viel Idealismus, aber auch Mut sowie Erfahrungen und handwerklichem Können sei es ihnen gelungen, das Gutshaus vor dem Verfall zu retten. Heute ist das gepflegte Anwesen wieder der Dorfmittelpunkt, was dem Ehepaar zu verdanken ist. Auch eine Chronik des Dorfes sowie des Gutshauses schrieben sie über Jahre. „Das Interesse daran hielt sich leider in Grenzen“, bedauert Thomas Jentsch. „Wenn sie jemand haben will, alles Material liegt hier.“

Die Dorfbewohner reagierten zuerst sehr verhalten auf die aus Berlin Zugezogenen, waren aber sehr froh, dass sich jemand um das marode Haus kümmerte. Die neuen Bewohner wollten das Gutshaus öffnen für Veranstaltungen, fühlten sich jedoch bald finanziell überfordert beispielsweise durch enorme Strom- und auch Wasserrechnungen.

Deshalb überlegen sie, wie es weitergehen soll. „Am besten jemand mit viel Geld, der vom Haus nicht leben muss, übernimmt hier alles“, meint Thomas Jentsch.



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