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Ribnitz-Damgarten Neuer Sand: Weststrand wird gerettet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neuer Sand: Weststrand wird gerettet
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17:09 02.11.2018
Der Strand nördlich von Ahrenshoop verliert jährlich 15 m³ Sand pro Meter. Quelle: Timo Richter
Ahrenshoop

Es ist einer dieser nasskalten Februartage. „Eine Sturmflut bricht herein“, sagt die Stimme aus dem Radio. Ein paar Stunden später bestimmen hohe Wellen, Windstärke zwölf und stundenlanger Starkregen das Bild an der Ostseeküste. Gerade der Weststrand vom Darß ist bedroht, denn die Deiche können den Witterungsverhältnissen nicht standhalten. Bewohner werden evakuiert. Drei Stunden später passiert es: Die Deiche brechen. Weite Flächen zwischen Ahrenshoop und Born werden überflutet. Aus der Halbinsel wird eine Insel. So oder so ähnlich könnte ein Szenario bei einer größer anstehenden Sturmflut lauten. Und um genau das zu verhindern, wird nun die Küste zwischen den beiden Orten mit neuem Meersand aufgespühlt.

An diesem Wochenende beginnen die Arbeiten zu einer großen Strandaufspühlung nördlich von Ahrenshoop. „Der Abschnitt weist eine große Rückgangstendenz auf. Jährlich verliert die Küste dort zehn bis 15 m³ Sand pro Meter“, sagt Ines Liefke von der Dezernatsgruppe Küste im staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Die Arbeiten seien zwingend erforderlich, da, laut Liefke, nach einer Sturmflut, wie der vom Januar 2017 noch deutlich höhere Rückgangswerte zu erwarten sind. „Das Küstenschutzsystem in diesem Abschnitt ist derzeit nicht mehr in der Lage, eine sehr schwere Sturmflut zu kehren“, sagt Liefke. Weite Flächen zwischen Ahrenshoop und Born drohen zu überfluten.

Eine eiszeitliche Küstenlandschaft

Die Gründe für die Maßnahme haben mit der noch sehr jungen Küstenlandschaftsformation zu tun. Als Ergebnis der letzten Eiszeit überformten vor etwa 10 000 Jahren noch kilometerhohe Gletscher des skandinavischen Inlandeises das Küstengebiet und hinterließen eine aus Lockergesteinen aufgebaute Moränenlandschaft. Das Abschmelzen der Gletscher und der Meeresspiegelanstieg sorgten für die Küstenbildung. Doch der Einfluss von Seegang und Strömung lagert bis heute das sandige Material an der Halbinsel von Fischland, Darß und Zingst ständig um. Will man also deren Struktur und die Verbindung zwischen Festland und Halbinsel erhalten, muss der Mensch etwas tun und das, je nach Standort, alle fünf bis 15 Jahre. „Der Klimawandel hingegen spielt für die derzeitigen Maßnahmen keine Rolle“, sagt Liefke. Jedoch werde auch dieser perspektivisch in der Küstenschutzstrategie des Landes berücksichtigt. So würden Deiche in der Planung mit einem Klimazuschlag von 0,5 Metern beaufschlagt. Ihre Lebensdauer muss für mehr als 70 Jahre gesichert sein.

Mit Hochdruckpumpen und Baggerschiffen

Der Sand mit dem die Küste nördlich von Ahrenshoop stabilisiert wird, wird hydraulisch mit sogenannten Laderaumsaugspülbaggern gefördert. Dafür wird auf Grundlage geologischer Erkundungen nur die oberflächennahe Entnahme bewilligt – das heißt ausschließlich bis in eine Tiefe von maximal 1,5 Meter. Der Meeresboden wird mit Hochdruckpumpen gelöst und als Wasser-Sand-Gemisch in den Laderaum des Baggers befördert. Ist der gefüllt geht es Richtung Ufer. Dort wartet eine weitere Leitung, die an das Baggerschiff andockt. Abermals wird der geförderte Sand mit Wasser versetzt und in speziell errichtete Spühlfelder an Land gepumpt. In diesen werden Sand und Wasser getrennt, das Wasser zurück in die Ostsee geleitet und der Sand anschließend im Dünen-, Strand- oder Schorrebereich verteilt. Dieser Ablauf wird dann so oft wiederholt, bis der Dünenabschnitt genug Material hat, um zukünftigen Sturmfluten zu widerstehen.

Die Dezernatsgruppe Küste vom Amt für Landwirtschaft und Umwelt geht davon aus, dass die Maßnahme nach etwa drei Wochen, also Ende November, beendet ist. Danach ist die Halbinsel für die nächsten Stürme gerüstet und sowohl für Bewohner als auch Touristen bleibt das Horrorszenario einer Überflutung nur eine Theorie.

Deich, Düne und Schorre

Ein Deich ist eine Schutzanlage entlang von Küsten und Flüssen. Diese Bauwerke sind künstlich angelegt und sollen im Sinne eines Dammes längsseitig zum Ufer das Land vor Überflutungen schützen.

Eine Düne ist eine durch Wind erzeugte und natürlich entstandene Sandablagerung, die bevorzugt in trockenen Klimazonen zu finden sind. Aber auch an der Ostsee, wie in Prerow, finden sich diese natürlichen Sandablagerungen.

Bei Schorren handelt es sich um flach zum Meer abfallenden, von Wellen geformten natürlichen Flächen in den Uferzonen eines Meeres. Es werden verschiedene Typen wie Fels-, Geröll und Sandschorre unterschieden.

Moritz Naumann

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