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Ribnitz-Damgarten Huhu Uhu!
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Huhu Uhu!
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00:00 08.10.2018
Auf Spurensuche: Steffi Deichert, Tom Steinacker, Birgit Trunk und Hartmut Jan-Schneider. FOTOS (3): SUSANNE RETZLAFF
Zingst

Die einen waren bereits tief beeindruckt vom Kranicherwachen am Pramort zurückgekehrt, die anderen Gäste schon wieder zu einer Wanderung aufgebrochen, als der Zingster Bügermeister Andreas Kuhn mit Parkchef Gernot Haffner und Touristiker Peter Krüger am Sonnabend die Nationalparktage 2018 eröffnete. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Gemeinde und Park halte auch mal Differenzen aus, so Kuhn. Die Nationalparkverwaltung sorge nicht nur für Restriktionen, sondern auch für Perspektiven. „Und da tut sich was“, versprach Haffner tiefe Einblicke in einen besonderen Lebensraum. Er machte neugierig auf die Expedition in den wilden, sich wandelnden Wald, in dem nun ein Moor heranwächst. Außerdem bei den Nationalparktagen am Sonnabend und Sonntag im Angebot: Ausflüge auf die Insel Kirr, Vogel-Wanderungen mit Dr. Ernst Paul Dörfler, Führungen an den Nordstrand, Vortrag, Film und Steinzeit-Workshop.

Zootierpflegerin Sonja Deißler mit der siebenjährigen „Symphony“.
Man konnte sehen, wie sich die Natur das Land zurückholt.Besucher Rolf Lewerenz (43) über die Aussicht von einer Drehleiter auf Wald, Ostsee und Bodden

Mit einer schicken Fahne, die Leonie und Lena stellvertretend für alle Zwergmäuse entgegennahmen, und Motiv-Buttons in limitierter 500er-Auflage, jeder einzelne handbeschriftet, unterstützen die Zingster Touristiker die Junior- Ranger des Nationalparks. Sammler aufgepasst: Den röhrenden Hirsch gibt es nur in diesem Jahr. Mit etwas Glück lassen sich die letzten Exemplare noch im Max-Hünten- und im Kurhaus ergattern. „Wir sind oft in der Natur, manchmal sehen wir wilde Tiere und haben auch schon mal Organismen im Teich gezählt. Das macht Spaß und es ist wichtig für die Generationen nach uns, damit die Tiere und Arten erhalten bleiben“, erklären die beiden Zwölfjährigen.

Fuchs, Dachs oder Kaninchen? „Ich hätte nie gedacht, dass Eichhörnchen so große Füße haben“, staunt Hartmut Jahn-Scheider aus Remscheid mit Steffi Deichert und Tom Steinacker vom Nationalpark auf Spurensuche am Stand im Zelt. Kranichrast und Nationalparktage waren für ihn und Birgit Trunk Anlass für einen kleinen Urlaub auf der Halbinsel. „Es ist super schön hier, irgendwann bleiben wir auch einmal länger.“

Regionale Fleisch-Spezialitäten, Honig, Senf, Sanddorn, Pilzfamilien von Schwindling über Schirmling, Milchling, Wulstling, Rübling oder Ritterling, Kunsthandwerk mit Bernstein, Hühnergott und Seeigel, Strandgut, Holzdeko, Fotos, Malerei, Bücher, Touristinfos, Hegering, Abwasserbetrieb, BUND und NABU waren außerdem im Zelt vertreten.

Zu Höhenflügen lud die Feuerwehr Barth mit ihrer Drehleiter ein, 30 Meter hoch schraubte sich das Körbchen und erlaubte eine atemberaubende Aussicht auf Wald, Ostsee und Bodden. „Super“, fand Rolf Lewerenz (43) aus Frankfurt am Ende seines zweiwöchigen Urlaubs, „man konnte sehen, wie sich die Natur das Land zurückholt“.

Huhu Uhu! Zum Glück nicht abgehoben hatte die siebenjährige „Symphony“ aus dem Vogelpark Marlow. Der Uhu auf der Faust von Zootierpflegerin Sonja Deißler behielt die Ruhe und wurde zum Top-Fotomotiv – noch vor Tobias Bork, der live holzbildhauerte.

Knapp 2000 Küstenkilometer hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) zu sichern. Überwiegend sind es die Boddenufer. Mauern, Wälle, Wellenbrecher, Buhnen und Deiche werden dafür eingesetzt. „Auch der neue Deich auf dem Zingst im Nationalpark schützt letztlich besiedelte Gebiete“, machte Gerhild Winkler vom StaLU deutlich. Alternativ hätte man die sehr lange Boddenküste eindeichen müssen. So schützt die schönste Halbinsel Deutschlands gewissermaßen das Festland und bedarf doch selbst des Schutzes.

Sebastian Berndt vom Nationalpark sorgt sich unter anderem um Plastikmüll und Aluabfall. Einst als glänzender Partyballon irgendwo aufgestiegen, begegne er den Rangern immer öfter, kaum kaputtbar, im Park. Dessen Besonderheit beschreibt seine Kollegin Katrin Bärwald: „Wir haben hier eine unglaubliche Vielfalt. Strand, Meer, Lagunen, Wiese, Heide, Moor, Wald, Dünen und sogar Windwatt bilden ein buntes Mosaik auf großer Fläche, in dem immer wieder etwas Neues entsteht.“

Susanne Retzlaff

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