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Hurra, nu geiht dat na See

Hurra, nu geiht dat na See

Wecker Jung drömte früher nich davon, mal tau See tau führn. Dat gelt nich blot för de Bewahner von de Ostsee- un Boddenküst, up‘t Fischland taun Bispill wier dat sowieso för de meisten klor, ...

Wecker Jung drömte früher nich davon, mal tau See tau führn. Dat gelt nich blot för de Bewahner von de Ostsee- un Boddenküst, up‘t Fischland taun Bispill wier dat sowieso för de meisten klor, sonnern ok för dat Binnenland. Von de Sachsen weiten wie, dat von ehr väle Matrosen un Seeoffziere keemen, wat an de Volksmarine in de DDR tau seihn wier. Ok de bekannte Dichter Joachim Ringelnatz, de väl oewer de Christliche Seefohrt schräben hett, kümmt dorher.

Ein Bauk, wat ick in mine Kindheit wol oewer twintig mal läst heww, is „Seeteufel“ von Graf Felix v. Luckner. Dit Bauk stünn in‘t Bäukerschapp von minen Vadder, un ümmer werrer treckte ick dat herut, un obtworst ick bald jede Siet genau kennte, treckte mi de Läbensgeschicht von den Autor in ehren Bann. Up de ierste Siet seech ick dat Bild von em. In prächtiger Seeoffiziersuniform von de Marine, mit väle Orden un Medaillen an de Bost keek mi ein Mann in de besten Johrn an. Unner dat Bild stünn in Handschriftform „Jungs holt fast!“, un up de nächste Siet wür hei vörstellt as Kapitänleutnant un Kommandant von dat Sägelschaulschip „Niobe“ un früher Kommandant von den Hilfskrüzer „Seeadler“.

Wat mi besonners interessierte wier dat Kapitel oewer den Weg, den‘n de sächsische Grafensoehn trüchleggt hett, bet hei ‘n wichtiger Offizier bi de Kaiserliche Marine vör de‘n iersten Weltkrieg worden is. Luckner keem in Dresden nich klor mit de högere Schaul. In em riepte de Plan, tau Hus uttaurieten un na See tau gahn. So mök die Vierteihnjöhrige sick up den Weg na Hamborg. Mit‘n poor Mark in de Tasch wull hei as Jung up ein Sägelschip gahn un in de Welt seiln.

Dit har säker nich klappt, wenn hei nich ‘n ollen Fohrensmann in Hamborg kennenliert har, Peter Brümmer, de sick von em Pedder nenn‘n löt. Pedder bröchte em in‘n Haben as ierstes dat Wriggeb bi, dat heit dat Vörandrieben von ein lütt Boot mit blot einen Reimen. So rauderte Luckner mit den Ollen Matrosen an de groten Sägelschäpen ran. Up so ein wull hei nu oewer sülwst tau See gahn. Pedder wull em ümmer werter afraden dorvon, hei wüsst, wie schwer de Seefohrt wier, hei sülwst wier lang‘n naug üm de Welt führt.

Oewer de junge Luckner leet sick nich afbringen von sinen Wunsch, un tauletzt hülp em de Oll, dat ok ümtausetten. Hei köffte tauierst de nörige Utrüstung för sinen Schützling: warme Saken, Öltüg, ‘n Metz mit Scheid‘, ‘ne richtige Piep mit Tobak. Denn wier dat Geld von den Jungen all, för ‘ne Seekist reckte at nich mihr.

Pedder Brümmer schenkte em doruphen sine eigen Seekist. Nu müsst blot noch ‘n Schipp funen warden, wo de junge Graf upstiegen künn. Ok dat klärte sin Gönner. Hei fünn ‘n russ‘schen Kaptein de em ok ahn Papiere upnämen wull. Bevör nu de Reis‘ losgahn süll, schärfte de Oll sinen Schützling in, hei süll an Buurd nix von sinen Grafentitel vertelln, denn dat wür bi de Matrosen nich gaut ankamen. Sei dachten sick denn dorvör den Namen Lüdicke ut, un unner dissen Namen is Luckner denn soeben Johr tau See führt, bet hei dat denn taun Offzier bi de Kaiserliche Marine bröcht har. Tauletzt geew Pedder em noch ‘n gauden Rat mit up den Weg: „Un noch ein, min Jung, een Hand för‘t Schip un een Hand för di sülwsten“.

Disser Spruch is Gold wiert. Dat müsst ok Lüdicke erkenn‘, denn as hei väl larer in de Masten stiegen müsst, üm Sägel tau setten, höl hei sick nich fast un stör‘te oewer Buurd in de See, un dat hei von sine Mannschaft rett‘t wür, hett hei ‘ne Grupp Albatrosse tau verdanken, de ümmer werter up em dal schöten un dormit de Retter anzeigten, wo ehr Maat tau finnen wier. Disse Spruch hett mi so gefollen, dat ick em ok in min eigen Läben ümmer vör Oogen har. Un ick glöw, hei hett mi ok mennichmal hulpen.

Oewer dat Läben von uns Fischlänner Jungs an Buurd vo de groten Sägelschippen vertell ick ‘n annermal mier. För hüt: Jungs, holt fast!

 

Ihr Jochim Busch

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