Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten „Ich höre den Ruf nach mehr“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Ich höre den Ruf nach mehr“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 01.03.2018
Christian Pegel (v.l.), Christian Schmidt, Patrick Dahlemann und Barths Bürgermeister Stefan Kerth kamen mit der Bahn. Quelle: Robert Niemeyer
Barth

Sichtlich beeindruckt zeigte sich gestern der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU), als er dem Bahnhof in Barth (Vorpommern-Rügen) einen Besuch abstattete. Ein kurzfristig bekannt gewordener Termin, der dennoch offenbar schnellstens die Runde machte. So wurde Schmidt nicht nur wie geplant von Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel und Vorpommerns Staatssekretär Patrick Dahlemann (beide SPD) begleitet, auch Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Keine Bahn ist keine Lösung“, Stadtvertreter sowie Barths Bürgermeister Dr. Stephan Kerth und Velgasts Bürgermeister Christian Griewahn stiegen um 13.42 Uhr in Velgast und die Bahn der UBB in Richtung Vineta-Stadt ein. „Ich wusste gar nicht, dass es ein eigenes Lied für die Darßbahn gibt“, sagte Schmidt hinterher. Die BI hatte dieses für ihre Mahnwachen komponiert. „Ich habe daraus den Ruf nach mehr gehört“, so Schmidt.

Hoffnung stiftende Worte für Befürworter der Verlängerung der Bahnstrecke Velgast-Barth in Richtung Zingst und Prerow: Ein Besuch also, den viele Beteiligte als mehr als nur einen symbolischen Besuch des Bundesverkehrsministers interpretierten. Zuletzt war der Bund von Land, Landkreis, Stadt und Unterstützern aufgefordert worden, sich klar zu positionieren, vor allem in Sachen Finanzierung des Neubaus.

50 Millionen und mehr

Etwa 50 Millionen Euro stehen derzeit im Raum, um den Neubau zu stemmen. Doch noch ist offenbar nicht alles durchgerechnet. Die Meiningenbrücke beispielsweise ist bei den Berechnungen bislang noch vollkommen außen vor geblieben. Dennoch: „Ohne, dass es ausgerechnet ist, gibt es die grundsätzliche Zusage, dass der Bund sich mit seinen Möglichkeiten beteiligt und diese auch ausnutzt“, so Christian Schmidt.

Eine Zusage als Ergebnis zahlreiche Gespräche der vergangenen Wochen und Monate. Laut Verkehrsminister Pegel habe jede Seite – Bund, Land und auch die planende Usedomer Bäderbahn – nun Hausaufgaben auf dem Tisch. Heißt: Alle drei sind mittlerweile auf der Arbeitsebene angekommen, feilen an einem Millionenprojekt. Auch die anstehende Regierungsbildung solle den Prozess nicht verzögern. Ob Schmidt oder jemand anderes das Verkehrs-Ressort leitet: Es solle nahtlos weitergearbeitet werden können.

Bis Sommer sollen laut Pegel die Ergebnisse zusammengetragen werden, um eine Entscheidung zu treffen, von der die Akteure vor Ort mit mittlerweile deutlichem Optimismus hoffen, dass die Darßbahn gebaut wird. „Das Land hat gut gearbeitet. Wir sind hoch erfreut“, sagte Christa Schibilski, Mit-Initiatorin der Bürgerinitiative. „Unsere Strategie, nicht krawallig, sondern behutsam Fortschritte zu fordern, ist bislang aufgegangen. Ich bin total optimistisch“, sagt Barths Bürgermeister Stephan Kerth.

Alleinstellungsmerkmal

Ein Vorteil der Darßbahn wäre laut Christian Schmidt, das sie ein Alleinstellungsmerkmal hat, weil sie im Wortsinne alleinstehend ist. Dadurch, dass es keine weiteren Verkehre auf der Strecke gebe – etwa durch Regionalzüge – sei Potenzial vorhanden, unter anderem neue Technologien auszuprobieren. „Mit diesem Alleinstellungsmerkmal sind die Spielräume größer“, sagte der Bundesverkehrsminister in Bezug auf Möglichkeiten der Finanzierung etwa von Pilot- oder Modellprojekten mit beispielsweise alternativen Antrieben.

Das Loch in der A 20 jedenfalls solle bei der Finanzierung jedenfalls keine Hürde sein. Den Befürchtungen, der Bund könnte durch die notwendige Reparatur der Autobahn weniger Geld für die Region zur Verfügung haben, entgegnete Schmidt mit: „Das sind völlig getrennte Dinge.“

Niemeyer Robert

Mehr zum Thema

Rund 150 Menschen waren am Sonntag in Toitenwinkel, um den Opfern rechten Terrors zu gedenken

26.02.2018

Fachgremien sollen sich erneut mit Kreiskrankenhaus Wolgast beschäftigen / Votum sehr umstritten

27.02.2018

Stadt stellt Personal ein / OZ-Leser wünschen sich stärkere Kontrollen

27.02.2018

Lange Eiszapfen drohten auf den Gehweg in der Langen Straße in Ribnitz-Damgarten zu stürzen. Die Feuerwehr hat die Gefahr beseitigt.

01.03.2018

Das Stadtkulturhaus Ribnitz-Damgarten, das Max-Hünten-Haus in Zingst und Ahrenshooper Fischerwiege erwarten Besucher

01.03.2018

Auf dem Arbeitsmarkt hat bereits Tauwetter eingesetzt

01.03.2018