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Ribnitz-Damgarten Im Amtsgericht brennt wieder Licht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Im Amtsgericht brennt wieder Licht
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16:14 18.10.2017
Kreisverwaltung statt Amtsgericht: Das Verwaltungsgebäude im Ribnitzer Scheunenweg wurde über mehrere Monate umgebaut. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Punkt 7.30 Uhr schob Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) am Mittwoch die Eingangstür des ehemaligen Amtsgerichts in Ribnitz-Damgarten auf. Mit einem Blumenstrauß begrüßte er den ersten Bürger, der an diesem frühem Morgen den Weg in den neuen Standort der Kreisverwaltung fand. Der Mann war schnell verschwunden, war sicherlich aus einem anderen Grund da. Denn ob Jobsuche, Bauvoranfrage oder Kfz-Anmeldung: Im Scheunenweg 10 finden Bürger fortan Ansprechpartner für so gut wie alle Angelegenheiten des Kreises.

Die Kritik war groß, als der Landkreis Anfang des Jahres verkündete, mit dem Jobcenter aus dem Musikantenweg in das ehemalige Amtsgericht zu ziehen. Der Stadt drohte der Verlust von Mieteinnahmen. Doch mittlerweile scheinen alle Beteiligten wieder glücklich zu sein. „Wir freuen uns, dass Ribnitz-Damgarten Standort einer Außenstelle der Kreisverwaltung geblieben ist“, sagte Bürgermeister Frank Ilchmann, wohlwissend, dass für den ehemaligen Standort im Musikantenweg ein neuer Eigentümer vor der Tür steht (Die OZ berichtete gestern).

20 Jahre sicher

„Wir sichern diesen Standort für mindestens 20 Jahre“, hob Landrat Drescher nochmals hervor. Im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude versammeln sich zahlreiche Dienstleistungen der Kreisverwaltung unter einem Dach, die zuvor in der Stadt verteilt gewesen sind. Denn auch aus dem Standort in der Damgartener Chaussee, wo unter anderem die Kfz-Meldestelle untergebracht war, sind sämtliche Mitarbeiter umgezogen.„Für die Bürger ändert sich nichts außer die Adresse. Die Ansprechpartner bleiben gleich, auch die Telefonnummern“, sagte Karina Werner, Betriebsleiterin des kommunalen Jobcenters. Und nur etwa 50 Meter entfernt hat sich auch ein Schilderdienst für die Anfertigung von Kfz-Kennzeichen niedergelassen.

Seit Mai wurde das Amtsgerichtsgebäude umgebaut. Von den Gerichtssälen ist nichts mehr zu erkennen. Mit neuen Zwischenwänden wurden daraus Büros. Auch die Podeste für die Richterbank sind verschwunden. Übernommen hat die Kreisverwaltung im Obergeschoss die mobilen Schränke zur Aktenaufbewahrung. „Der schwierigste Teil war der Umbau der Zellen im Erdgeschoss“, sagte Karin Kaehlert, Teamleiterin Finanzen und Infrastruktur, die den Umbau begleitet hat.

Der Umzug sei zudem dazu genutzt worden, den Bürgerservice in Ribnitz-Damgarten auszubauen. So bekommen Bürger dort sämtliche Antragsformulare und können diese und weitere Unterlagen dort abgeben und teilweise vorprüfen lassen, etwa Unterlagen zur Kfz-Anmeldung. Auch Termine mit Mitarbeitern des Kreises können vereinbart werden.

Damgartener Chaussee?

Die Kantine von Sylvia Exner-Waack, noch ansässig in der Damgartener Chaussee, hat ebenfalls einen neuen Standort gefunden, und zwar unweit des Baumarktes im Körkwitzer Weg. „Wir stehen in Verhandlungen mit dem Vermieter“, sagte Exner-Waack auf Nachfrage. Geplante Neueröffnung ist Anfang Dezember.

Ende November sollen die Gebäude in der Damgartener Chaussee laut Bauamtsleiter Heiko Körner an die Eigentümerin, die Stadt Ribnitz-Damgarten, übergeben werden. Was auf dem Gelände dann passieren soll, sei noch nicht spruchreif, so Frank Ilchmann. „Aber es wird schon geplant.“

150000 Euro Miete

91 Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind am neuen Standort im Scheunenweg 10 in Ribnitz-Damgarten tätig, darunter 60 im Jobcenter, neun im Bürgerservice und 22 in den Bereichen Gesundheit, Soziales, im sozialpädagogischen Dienst sowie im Veterinärwesen und Verbraucherschutz.

12480Euro Miete zahlt der Landkreis pro Monat an den Eigentümer des Gebäudes, im Jahr also fast 150000 Euro. Das entspricht bei einer Gesamtnutzungsfläche von 2400 Quadratmetern einem Mietpreis von 5,20 Euro pro Quadratmeter.

Robert Niemeyer

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