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Im Fokus: Schützenfest soll wieder groß gefeiert werden

Barth Im Fokus: Schützenfest soll wieder groß gefeiert werden

Barther Schützen wollen Mitglieder werben und mehr Beachtung.

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Steffen Meissner kümmert sich nun um die Öffentlichkeitsarbeit der Barther Schützen-Kompanie.

Quelle: Carolin Riemer

Barth. Es ist ruhig geworden um die Bürger-Schützen-Kompanie e.V. zu Barth (Vorpommern-Rügen). Warum, kann sich Schriftführer Steffen Meissner (37) nicht erklären, aber die 49 Mitglieder wollen das ändern. Vor allem das Schützenfest und der Schützenball sollen ab diesem Sommer wieder größer aufgezogen werden.

Noch bis vor etwa zehn Jahren wurde das Fest der Schützen mit vielen Barther Bewohnern gefeiert. Der Termin steht seit Jahrzehnten fest: Immer am zweiten Wochenende im Juli beginnt die Zeremonie. Ein großer Umzug fand statt, mit Pferdewagen und Kapelle. Nach dem Wettbewerb feierten die Mitglieder zusammen mit den Einheimischen rauschende Feste, manchmal kehrten 300 Besucher in das Festzelt vor dem Schützenheim ein.

Doch nachdem immer mehr Mitglieder austraten und ein anderer Teil in ein Alter kam, in dem man das Feiern nicht mehr so wichtig nimmt, ging es mit der Tradition bergab. Ein Umstand, den die Schützen so nicht mehr hinnehmen wollen. In diesem Jahr soll wieder ein großes Festzelt her. Rudolf Wiese kümmert sich um die musikalische Unterhaltung und Reinhard Falz bietet Gegrilltes und Getränke zum Spottpreis (1 Euro) an.

„Wir stehen regelrecht unter Beschuss“

Mitglieder gewinnen und wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken, das haben sie sich vorgenommen. „In der Öffentlichkeit stehen wir Sportschützen regelrecht unter Beschuss“, findet Meissner. Von „verrückten Waffennarren“ sei die Rede. Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder den Umgang mit Sportwaffen erlernen. „Dabei sind wir Schützen, eine der am besten überwachten Personengruppen“, sagt Meissner. Niemand von ihnen besitzen einen Waffenschein, sondern eine Waffenbesitzkarte. Jederzeit könne die Behörde kontrollieren, ob die strengen Aufbewahrungspflichten eingehalten werden. „Nicht einmal meine Frau weiß, wo ich den Schlüssel zum Waffenschrank verstecke“, sagt Meissner. „Bei uns sind alle sehr verantwortungsbewusst.“ Und das muss ein Sportschütze auch sein. Vorstrafen werden mit dem Ausschluss aus dem Verein quittiert. „Wer zwei Mal über eine rote Ampel gefahren ist, kann schon Probleme bekommen und seine Waffenbesitzkarte verlieren.“

In Barth werde mit Klein- und Großkaliber geschossen – natürlich nur auf Zielscheiben oder Tontauben. Beliebt sei auch das Bogenschießen. Neun Mitglieder sind bereits 25 Jahre oder länger Teil des Vereins. Zu ihnen gehören die Vorstandsvorsitzende Liane Bielenberg, der aktuelle Gardeleutnant Heinz Köhn und Rudolf Wiese. Acht Frauen gehören insgesamt zum Schützenverein. „Unsere Kompanie gehört zu den ältesten in Deutschland. Nachweislich wurde sie im Jahre 1450 gegründet“, weiß Meissner. Der Verein habe sich die Pflege und Wahrung der Tradition des Schützenbrauchtums als wertvollen Teil des Volkslebens auf die Fahne geschrieben. „Die Mitglieder betreiben den Sport nach der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes.“

Meditativer Sport

„Es handelt sich um einen Sport der besonders auf nervöse Menschen meditativ wirkt“, erklärt Meissner, der als Versicherungsmakler arbeitet. Der Schütze müsse sich auf das Ziel konzentrieren, seine Atmung kontrollieren, Ruhe bewahren und genau auf die Körperhaltung achten. Bis zu einhundert Meter stehe die Zielscheibe vom Schützen entfernt. Und noch einen wesentlichen Nutzen erklärt Meissner: „Spätestens nach fünf Schuss, ist der Ehrgeiz geweckt und man möchte den Zehner, also den schwarzen Punkt in der Mitte der Zielscheibe treffen.“ Die Mitglieder hoffen auf viele Interessierte. Zum samstäglichen Training ab 10 Uhr sind Gäste jederzeit willkommen. Dienstags ab 18 Uhr kann man den Trap-Schützen beim Schießen auf Tontauben über die Schulter schauen oder selbst einmal sein Glück in dieser Disziplin versuchen.

Marc Jürß ist zurzeit das hoffnungsvollste Talent der Schützenkompanie. Der 14-Jährige wurde gerade erst für die Landesmeisterschaften angemeldet. Steffen Meissner hofft, dass sich künftig noch weitere junge und ältere Menschen bei ihm melden, die sich davon überzeugen lassen, dass Schützen keine Waffennarren, sondern verantwortungsbewusste Sportler sind.

Carolin Riemer

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