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Ribnitz-Damgarten Imbissbesitzer ließ Alkohol stehlen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Imbissbesitzer ließ Alkohol stehlen
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00:00 08.03.2013
Hochprozentige Spirituosen wie diese stahlen die Jugendlichen aus dem Supermarkt. Quelle: OZ
Ribnitz-Damgarten

Staatsanwaltschaft und Richter waren sich gestern einig: Der ehemalige Besitzer eines Imbisses in der Bernsteinstadt, Ibrahim Y. (37, alle Namen geändert), soll 2011 über mehrere Wochen Jugendliche beauftragt haben, in den Supermärkten der Stadt zu stehlen.

Der Vorwurf beim Amtsgericht Ribnitz-Damgarten: Die Spirituosen, unter anderem Pfefferminzlikör, Wodka oder Rum, habe er den damals 17- und 18-Jährigen abgekauft und dann in seinem Imbissladen in der Innenstadt ausgeschenkt. Als der 17-jährige Julius J. am 14. September 2011 allerdings erwischt wurde und sich selbst bei der Polizei anzeigte, war Schluss.

Der Leiter des Sky-Marktes hatte den Jugendlichen beim Stehlen erwischt. „Sein Rucksack war mit Spirituosen voll gepackt“, erklärte er gestern vor Gericht. Julius J. habe ihm erzählt, dass der Angeklagte ihn und einen Kumpel, Jochen G., beauftragt habe, die alkoholischen Getränke zu entwenden. Fünf Wochen lang steckten die Jugendlichen im Schnitt drei Mal in der Woche Spirituosen in ihre Taschen, ohne zu zahlen, gestand Julius J. Pro Flasche hätten sie je nach Marke und Alkoholart etwa fünf Euro bekommen, hin und wieder auch ein kostenloses Essen. Der junge Mann erhielt eine Bewährungsstrafe, wohnt mittlerweile in Nordrhein-Westfalen. Sein vermeintlicher Komplize Jochen G., der bereits mehrfach straffällig geworden war, sitzt derzeit seine Strafe in der JVA Neustrelitz ab. G. stritt gestern jedoch alles ab: „Ich habe für den Türken nicht geklaut.“

Der Angeklagte Ibrahim Y., der nach eigenen Angaben in dem erwähnten Imbiss heute nur noch angestellt ist, stritt die Vorwürfe von Julius J. ebenfalls ab. Dieser habe sich lediglich rächen wollen, weil er ihn damals nicht an dem Automaten habe spielen lassen, sagte er.

Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings keine Zweifel an der Aussage von Julius J. und forderte für den Angeklagten sechs Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1000 Euro. Richter Chris Neumann teilte die Meinung der Staatsanwältin. „Sie haben aus Jugendlichen, aus denen mal etwas werden kann, Kriminelle gemacht“, sagte Neumann zum Angeklagten. Der Zeuge Jochen G. werde eine Anzeige wegen Falschaussage bekommen.

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Anika Hoepken

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