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Jenseits von Kitsch und Krimi

Neu Guthendorf Jenseits von Kitsch und Krimi

Der Frauen- und Kulturverein Lisa schreibt einen Literaturpreis für Autorinnen aus.

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Anja Röhl aus Neu Guthendorf hat gerade zwei Texte für den Literaturpreis erhalten.

Quelle: Wilma Welzel

Neu Guthendorf. Erstmals vergibt der Frauen- und Kulturverein Lisa Ende Juli einen Frauen-Literaturpreis. „Wir suchen dafür Frauen, die leidenschaftlich gern schreiben“, erklärt die Vereinsvorsitzende Anja Röhl (59), die dem Verein in ihrem Haus Lisa in Neu Guthendorf eine Heimstatt für vielfältige künstlerische Betätigungsmöglichkeiten bietet.

„Die Texte sollen sich dabei jenseits von Kitsch und Krimi bewegen, ohne diese Bereiche zu verunglimpfen. Aber gefragt sind dieses Mal echte künstlerische Ausdruckskraft und Themen, die mit der besonderen Problematik von Frauen in der Gesellschaft zu tun haben.“

Die Ausschreibung dieses Preises dient ganz dem Ziel des Vereins, Frauenkultur sichtbar zu machen und die Präsenz der Frauen in Kunst und Kultur zu stärken. „Denn das hat für sie eine selbst befreiende Wirkung“, betont Anja Röhl, die bis zur Wende in Hamburg und Berlin lebte. Mit ihrem Verein setzt sie sich für die gesellschaftliche Akzeptanz der Frauen ein und möchte dabei an das Selbstbewusstsein der Ostfrauen anknüpfen. „Diese standen im Beruf und erfuhren gesellschaftliche Achtung. Heute jedoch müssen Frauen immer noch darum kämpfen. Man denke nur an die äußerst niedrigen Gehälter in typischen Frauenberufen in der Pflege sowie der Erziehung oder an die unterschiedlichen Gehälter von Männern und Frauen.“ Auch reiche diese Ungleichheit in das Private hinein, sie zerstöre persönliche Beziehungen, so die Erfahrung der engagierten Vereinsvorsitzenden, die unter anderem als Dozentin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Fürstenwalde tätig ist oder als Privatdozentin an der Volkshochschule Stralsund im Bereich Frühpädagogik. Auch als Autorin hat sie sich bereits einen Namen gemacht, unter anderem mit ihrem Roman „Die Frau meines Vaters“.

So seien ihr aus eigenem persönlichen Erleben Respekt und die Gleichwertigkeit von Mann und Frau wichtig, betont sie, keine Gleichmacherei. Frauen brauchen einfach mehr Selbstbewusstsein.

Deshalb möchte ihr Verein, dem zehn Mitglieder angehören, mit dem seit Januar ausgeschriebenen Preis Frauen stärken, sie ermuntern, ihre Fähigkeiten zu erkennen und auszuleben.

„Der erste Preis ist ein dreiwöchiger Aufenthalt im August in meiner Ferienwohnung hier im Kunsthaus, in dem auch ein kleines Atelier zum künstlerischen Arbeiten zur Verfügung steht“, erzählt Anja Röhl. Als zweiten Preis gebe es eine Woche im September im Kunsthaus und als dritter Preis ein Wochenende nach freier zeitlicher Wahl.

Für den Sitz des Vereins, der offen ist für weitere Mitglieder, hat Anja Röhl einen für Kunst und Kultur sehr schönen und geeigneten Ort in Neu-Guthendorf gefunden: Dörfliche Idylle, kaum Verkehr, denn die Straße ist hier zu Ende. Natur pur und ein kleiner Teich auf dem etwa 3500 Quadratmeter großen Anwesen. Sie hatte es 1991 in einer Zeitung entdeckt und sich sofort verliebt, als sie davor stand. „Eigentlich war alles abbruchreif, aber dieses Ursprüngliche und Natürliche hier, das ist mein Lebensgefühl. Hier wollte ich mich verwirklichen. Sicher ist Vieles noch sanierungsbedürftig“, sagt sie. „Aber hier schaffen wir Räume, um Frauenkultur möglich und erlebbar zu machen, Ateliers zum künstlerischen Arbeiten, wie Malen oder Bildhauerei, sowie Ausstellungsräume. Im oberen Stockwerk richten wir gerade eine Frauenbibliothek ein, die Ostern eröffnet wird. Und hier wird mein Alterssitz sein“, fügt sie lächelnd hinzu.

Fünfköpfiges Kuratorium
Einsendeschluss für die Texte, von denen bereits zehn vorliegen, ist der 30. Mai dieses Jahres. Der Text soll 30 Seiten umfassen und in fünffacher Ausfertigung geschickt werden an: Kunsthaus Lisa, Pappelweg 22, 18337 Neu-Guthendorf/Marlow.

Ein Kuratorium von fünf fachkundigen Frauen, u.a. Anja Röhl, die zweite Vereinsvorsitzende Anke Gebauer, Katinka Friese vom Literaturhaus Rostock, wird bis etwa Ende Juli dann die eingesandten Arbeiten bewerten.

 



Wilma Welzel

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