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Ribnitz-Damgarten Jugendliche proben Bundestagswahl
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Jugendliche proben Bundestagswahl
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17:40 19.09.2017
Jan Perschke gehört zu den Zehntklässlern, die bei der Juniorwahl in Ribnitz-Damgarten seine Stimme abgab. Quelle: Carolin Riemer
Ribnitz-Damgarten

Die Zeiten, in denen Jugendliche links wählten sind offenbar vorbei. Am Dienstag traten 162 Zehntklässler aus drei Ribnitz-Damgartener Schulen an die Wahlurne und gaben ihre Stimmen ab. Das Ergebnis der sogenannten Juniorwahl, einem bundesweiten Projekt, darf zwar erst nach den echten Bundestagswahlen am Sonntag bekannt gegeben werden, aber in einzelnen Interviews mit der OZ verrieten die Jugendlichen, für wen sie abstimmten und begründeten ihre Wahl mit zum Teil handfesten Argumenten. Das Stadtkulturhaus wurde an diesem Vormittag zum Wahllokal. Alles lief genauso ab, wie bei den eigentlichen Wahlen. Der jugendliche Wahlvorstand kontrollierte die Wahlbenachrichtigung, ließ sich Ausweise zeigen und schickte jeden einzelnen in die Wahlkabine. Dort setzten die jungen Leute ihre Kreuze auf den originalen Stimmzetteln und versenkten sie danach in der Urne.

Jugendliche informierten sich im Unterricht über Wahlprogramme

Von Desinteresse oder Gleichgültigkeit war bei den 15- und 16-Jährigen nichts zu spüren. Im Sozialkundeunterricht bereiteten ihre Lehrer sie gut auf die Wahl vor. Sie kennen die Programme der einzelnen Parteien und bildeten sich ihre Meinung – auch mit Hilfe des Wahl-O-Maten im Internet. Dort kann jeder seine eigenen Standpunkte zu verschiedenen Themen mit denen der einzelnen Parteien vergleichen.

Lennart Derno (15) aus Schabow fand die Aktion sehr gut. „Damit die Politiker wissen, wie die Jugend tickt und ihre Wahlprogramme auch nach uns ausrichten können.“ Der Gymnasiast wählte mit der Erststimme die CDU. Die Zweitstimme vergab er an die FDP. Nach Argumenten musste er nicht lange suchen: „Die Politik von Frau Merkel find ich gut – beispielsweise, dass es keine Obergrenze für Flüchtlinge geben soll. Und mit Herrn Lindner hat die FDP einen guten Mann an der Spitze.“

Es gibt wenige Protestwähler

In der zehnten Klasse des Richard-Wossidlo-Gymnasiums wurde oft über politische Themen diskutiert: „Frau Merkel ist beliebter als Herr Schulz. Wenige Protestwähler würden sich auch für kleine Parteien – wie die Tierschutz-Partei – entscheiden. Aber die AfD wählt wohl niemand von uns.“ Das bestätigt auch sein Mitschüler Erik Müller (16) aus Marlow: „Die CDU ist beliebt, weil sie weder extrem links, noch extrem rechts ist – und auch nicht zu kapitalistisch.“ Lea-Michelle Straczewsky (15) entschied sich hingegen für die FDP: „Weil die etwas für Schule und Bildung tun. Während andere Parteien für Gesamtschulen plädieren, will die FDP Gymnasien erhalten, das find ich gut.“

Jana Kroß, Sozialkundelehrerin an der Harbig-Schule in Damgarten, war sehr gespannt auf das Ergebnis: „Bei der Juniorwahl vor vier Jahren lagen die Piraten bei den jungen Menschen im Trend. In der kommenden Woche werden die Ergebnisse ausgewertet.“ Einen kleinen Einblick gewährte Leon Reh (16) aus der Damgartener Regionalschule: „Von CDU bis AfD – bei uns in der Klasse wird sehr unterschiedlich gewählt.“ Die Linke wähle die Jugend eigentlich gar nicht mehr: „Vielleicht weil viele mittlerweile eine eher rechte Einstellung haben“, vermutete der junge Mann aus Marlow. Beliebt seien in seiner Klasse auch die Grünen und die Tierschutzpartei. Seine Mitschülerin Kathy Warnecke (15) aus Hermannshof fand sich genau wie Nele Richter (15) aus Dierhagen durch die Juniorwahl gut auf die erste echte Wahl vorbereitet. „Dann haben wir das schon mal gemacht, haben eine Ahnung wie das abläuft und brauchen nicht aufgeregt sein, wenn es ernst wird“, erklärte Nele Richter aus dem Damgartener Gymnasium. Dem konnte Sozialkundelehrer Tino Leipold nur zustimmen: „Eine super Aktion die zeigt, dass man Jugendliche sehr wohl für Politik interessieren kann.“

Carolin Riemer

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