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„Keine Gemeinde lässt sich fremdbestimmen“

Interviewmeller „Keine Gemeinde lässt sich fremdbestimmen“

Der Prerower Bürgermeister sieht Egoismus im Zweckverband für einen Durchstich und drängt auf ein gemeinsames Vorgehen.

Prerow Kaum wollen Bürgermeister und Verwaltungsspitzen in einem Zweckverband zusammenarbeiten, rumort es hinter den Kulissen. Der Prerower Bürgermeister Andreas Meller beklagt Egoismus.

OSTSEE-ZEITUNG: Kooperationen bedeuten immer auch Kompromisse, warum sehen Sie die Arbeit des neuen Zweckverbandes schon beeinträchtigt, bevor es überhaupt richtig losgeht?

Andreas Meller: Ein Durchstich ist eine riesige Investition. Zusammen mit einer Boddenentschlammung sollte man von einer zwei-, eher dreistelligen Millioneninvestition ausgehen.

OZ: Den müsste ja nicht eine Kommune allein aufbringen. Was irritiert Sie dann so?

Meller: Mich ärgern die von manchen Beteiligten aufgemachten Forderungen nach einem Durchstich „nur bei uns“. Das ist kontraproduktiv und auch ein Affront gegen die Absichten des Landrates, die die ganze Region berücksichtigen.

OZ: Wenn eine Stadt am meisten profitieren würde, käme von dort sicher auch die meiste finanzielle Unterstützung, meinen Sie nicht?

Meller: Erst einmal reden wir hier über Geld aus der gesamten Region. Wie jetzt der eine oder andere in Windhundmanier versucht, sich den großen Happen zu sichern, wird nicht funktionieren. Keine Gemeinde wird sich fremdbestimmen lassen. Wenn der Landrat etwas für die Region organisiert, ist es gar nicht hilfreich, wenn eine Kommunen ausschließlich den eigenen Vorteil im Blick hat.

OZ: Also sollte — beispielsweise — Ribnitz selbst für den Unterhalt eines Durchstichs aufkommen, wenn es am meisten Vorteile hat?

Meller: Warum nicht? Es liegt möglicherweise viel Entwicklungspotenzial auf Pütnitz. Wenn es sich darstellen lässt, um eine solch riesige Investition zu rechtfertigen, dann muss von dort auch der größte Beitrag kommen, um die Durchstich-Investitionen einzuspielen.

OZ: Das ist nicht das Einzige, was Sie an manchen Äußerungen stört?

Meller: Auch ein Durchstich benötigt lange Molen. Entstünden die in Wustrow, ist der Sandnachschub für den Bereich nördlich davon möglicherweise unterbrochen. Dies ist auch in Prerow und Zingst nicht zu unterschätzen. Deshalb muss im Vorfeld aller weiterer Gedanken dieser Bereich sorgfältig bedacht und geprüft werden.

OZ: Ihr Lösungsvorschlag?

Meller: Ergebnisoffen. Erst einmal muss auch der Bodden betrachtet werden. Gibt es überhaupt eine große Zahl seetüchtiger Schiffe, die ein Segelrevier im Bodden nutzen würden?

Wir sollten ausloten, was ein Gesamtpaket alles enthalten muss. Dazu gehört eine Boddenentschlammung unbedingt mit hinein. Ich fürchte, dass so ein Großprojekt sonst zu einer Art Fördermittelverteilungsmaschinerie für Studien verkommen könnte.

Zweckverband prüft Voraussetzungen für Durchstich
Einstimmig war das Votum der Teilnehmer einer Regionalkonferenz für die Gründung eines Zweckverbandes. Ziel des Zusammenschlusses von mehr als 20 Bürgermeistern, Kurdirektoren und Verwaltungsspitzen ist es, die Grundlagen für Planung, Bau und späteren Betrieb eines Durchstichs abzuwägen. Mit der Gründung des Zweckverbandes, die noch von den Mitgliedern des Kreistages abgesegnet werden muss, verabschiedet sich die Region vom Bau eines Etappenhafens als Ersatz für den Nothafen Darßer Ort.

3500Liegeplätze ist das Potenzial rund um den Bodden, wie der Ribnitz-Damgartener Bürgermeister Jürgen Borbe sagte. Derzeit böten die Häfen rund um den Saaler Bodden rund 1000 Liegeplätze für Sportboote.

Timo Richter

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Prerow
Bürgermeister Andreas Meller aus Prerow (Vorpommern-Rügen) wirft einigen Gemeinden Egoismus vor, weil sie einen Durchstich in den Bodden nahe der eigenen Kommune haben wollen.

Bürgermeister Andreas Meller aus Prerow (Vorpommern-Rügen) wirft einigen Gemeinden Egoismus vor, weil sie einen Durchstich in den Bodden nahe der eigenen Kommune haben wollen.

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Von Redakteur Thorsten Richter

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