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Kinder fordern: Spielen in der Langen Straße

Barth Kinder fordern: Spielen in der Langen Straße

Wohl fast 20 Jahre schon wissen die Stadtväter nicht so richtig, was sie mit ihrer Straße mitten im Zentrum anfangen sollen. Geschäftsleute bangen um ihren Umsatz und wehren sich deshalb gegen ein Autoverbot.

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Spielstra�e zum Spielen: Detail aus der kinder- und radlerfreundlichen Stra�envariante.

Barth. Inzwischen allerdings nimmt die Zahl der leeren Schaufenster zu — ob mit oder ohne Autostrecke. Bepflanzte Holzbehälter sollten den Verkehr entschleunigen, derweil zerfallen die Kisten von allein. Ein Verkehrsschild, im Volksmund „Spielstraße“ genannt, nötigt Autofahrer zum Tempo 4 bis 7, was kein Mensch einhält. Eher wird die 30 weit nach oben überschritten. Vorschläge des Bauamtes über Varianten neuer Bänke und Elemente wurden über Monate von allen Fraktionen in Barth einfach nicht beachtet, nun wird auf die Schnelle — die Saison naht — etwas aufgebaut. Ist das dann die Lösung? Eine endlos traurige Geschichte der Langen Straße in Barth setzt sich fort . . .

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Spielstra�e zum Spielen: Detail aus der kinder- und radlerfreundlichen Stra�envariante.

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Nicht mit uns, sagen Mädchen und Jungen des Hortes „Villa Kunterbunt“. Sie sind zwischen sieben und zehn Jahren jung, wissen wenig über Unterschriftensammlungen und über ewige Diskussionen, kennen nicht die Streitereien zur Zukunft im Stadtzentrum. Sie sehen ganz einfach die Lange Straße und finden: Da muss endlich was gemacht werden.

In der Mitte des Vorjahres erhielten sie in ihrem Hort den Auftrag: „Wenn ihr mit Euren Eltern in den Urlaub fahrt, dann fotografiert doch mal, was Ihr Euch für Barth vorstellen könntet.“ Im Herbst wurden in fünf Gruppen des Hortes Bilderstapel gesichtet, Erzählungen registriert und Gedanken gesammelt: Kinder gestalten ihre Lange Straße selbst.

Inzwischen ist das Modell fertig. Einige der Kinder, die mit gebaut und erkundet haben, erzählen. „Wir wollen spielen, wippen und klettern, schließlich ist das eine Spielstraße“, fordert die achtjährige Merle. Chris (10) entdeckte im Urlaub „Bänke aus Stein, die gehen wenigstens nicht kaputt. Und da waren schöne Figuren von Meeresbewohnern drauf. Das passt doch gut her.“ Lukas, er ist 9, denkt an einen Wasserspielplatz, auch der Pepe (9) sah Ähnliches in Bayern.

Hauptamtsleiterin Anke Haß könnte sich vorstellen, das Modell im Rathaus auszustellen. An das Bauamt schickten die Kinder ein Foto ihres Modells. Nun warten sie auf Reaktionen. Wie ernst nimmt man Kinderwünsche in Barth?

Die Leute müssen aufhören, ihre Zigaretten auf die Straße zu werfen.“Merle aus der

„Villa Kunterbunt“

Hans-Joachim Meusel

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