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Ribnitz-Damgarten Kinder retten neugeborenes Kalb in Wustrow
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kinder retten neugeborenes Kalb in Wustrow
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13:43 18.01.2019
Erst nach stundenlanger Suche wurde ein neugeborenes Kalb gefunden. Nun wird es auf dem Hof von Frank Hartmann mit der Flasche aufgezogen. Quelle: Timo Richter
Wustrow

 Ein kleines Kalb stakst unter einer Rotlichtlampe im Stall von Frank Hartmann. „Nudel“ heißt das eine Woche alte Tier. Es ist das erste „Flaschenkind“ auf dem Gehöft des Wustrower Landwirts. Erst nach stundenlanger Suche kann das neugeborene Kalb im Schilfgürtel gefunden werden.

Die Aufregung am Freitagmorgen vergangener Woche ist groß. Auf der Hauskoppel entdecken Frank Hartmann und sein Sohn Kim eine Nachgeburt. Doch von einem Kalb fehlt jede Spur. Der Schock eines toten Kalbs vor Weihnachten sitzt noch tief, jetzt ist das nächste Kalb der kleinen Herde verschwunden. In einer Gemeinschaftsaktion wird die Weide direkt am Gehöft systematisch durchkämmt. Stunden später, inzwischen ist das Mittagsgeläut zu hören, ist immer noch kein Kalb gefunden.

13-Jährige finden das verschreckte Kalb

Wo ist das neugeborene Tier? Wurde es von einem Raubwild verschleppt? Unwahrscheinlich, bringt ein Kalb bei seiner Geburt schon 40 bis 50 Kilogramm auf die Waage. Rufe helfen nicht, würden das Tier höchstens verschrecken. Aber auch kein Klagen des Kalbs ist zu hören, allein der Wind pfeift über die Weide. Stunden später immer noch kein Erfolg.

Frauke Beier telefoniert ihre Reitschülerinnen, die „Rudel-Nudeln“ an, bittet um Hilfe bei der Suche. Vier der sechs Mädchen sind rasch zur Stelle, suchen rund um die Weide nach dem verlorenen Kalb. Im Schilfgürtel schließlich, kaum zu sehen, entdecken die 13-Jährigen das erschöpfte Tier. Zwei Zäune und einen vom Hochwasser überfluteten Bereich hat das neugeborene Kuhkalb Während der Tour überwunden.

Muttertier kann mit Nachwuchs nicht viel anfangen

Flugs bringt Frank Hartmann den Nachwuchs eines Angus-Rindes und einer Mischung von Cherolais-/Limousin-Kuh zur Mutter auf die Hausweide zurück. Die allerdings weiß mit dem Nachwuchs nicht viel anzufangen, leckt es zwar ab. Doch zu schwach ist das kleine Kalb, um selbst die überlebenswichtige Muttermilch trinken zu können. Da überlegt Frank Hartmann nicht lange, kutschiert das ermattete Tier mit einem geländegängigen Quad aufs Gehöft. Dort bekommt es eine Flasche mit lebenswichtiger Milch. Eine weitere Nacht ohne Nahrung hätte „Nudel“ auf gar keinen Fall überlebt.

Inzwischen ist „Nudel“ – die reitbegeisterten Mädchen haben das Kälbchen ihrer Gemeinschaft einverleibt – über den Berg, wie Frank Hartmann sagt. „Es ist unser erstes Flaschenkind.“ In einer Einzelbox unter wärmendem Rotlicht steht „Nudel“ nun und harrt der Dinge, die da kommen mögen. Sicher ist, regelmäßig wird das Kuhkalb mit einer Flasche versorgt.

„Totale Erleichterung“ verspürt Frauke Beier, als das geschwächte und hilflose Kalb endlich entdeckt wird. Junglandwirt Kim Hartmann zeigt sich erstaunt ob der Verfassung des Kalbs, schließlich wusste niemand, wann das Tier auf der Weide geboren wurde und ob es im Anschluss schon getrunken hatte. Durch die Nähe zu den Menschen rechnet Kim Hartmann mit einer hohen Chance, dass „Nudel“ später einmal zutraulich sein wird.

Timo Richter

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