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Kirch Baggendorfer bauen eine Pflegestation für Igel auf

Kirch Baggendorf Kirch Baggendorfer bauen eine Pflegestation für Igel auf

Christiane und Bernd Uecker kümmern sich um die tierischen Waisenkinder und wollen zukünftig auch andere Igelfreunde unterstützen.

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Die gut zwei Wochen alten Säuglinge — hier im Foto Kuno — trinken pro Mahlzeit knapp fünf Milliliter.

Quelle: Almut Jaekel

Kirch Baggendorf. Christiane und Bernd Uecker haben fünf Babys im Haus. Ursprünglich wollten sie die Igeljungen, die am 25. August plötzlich bei Anneliese Schneider in Glewitz im Garten lagen, nur in eine artgerechte Pflege vermitteln. Nach einigem Hin und Her versorgen sie die Säuglinge selbst und nehmen nun den Plan in Angriff, eine Igelpflege-Station aufzubauen.

Anneliese Schneider fand sechs Mini-Igel vor ihrem Haus. „Wahrscheinlich hat ein Hund sie angeschleppt“, sagt Bernd Uecker, Tierarzt in Kirch Baggendorf. Die Seniorin versuchte, die etwa fünf bis sechs Tage alten Kleinen im Grimmener Tierpark abzugeben, musste aber erfahren, dass deren Mitarbeiter für Wildtiere nicht zuständig seien. Anneliese Schneider wusste keinen anderen Rat, als nochmals in der Tierarztpraxis anzuklopfen und fand bei Christiane Uecker schnell Hilfe.

Die 55-Jährige erklärte sich bereit, die Igelchen nach Burow in die dortige Igelstation zu bringen. Also packte sie die Mini-Stachel ein und fuhr in die Nähe von Teterow. „Astrid Schneider, die die Station dort ehrenamtlich betreibt, zieht zur Zeit noch drei Partien Igel auf“, sagt Christiane Uecker. Als die Fachfrau merkte, welches Interesse die Kirch Baggendorferin an der Igelpflege zeigt, sah sie eine Chance, eine Mitstreiterin in Sachen Igelhilfe ins Boot zu holen. Und so erfuhr Christiane Uecker, dass die Kleinen zunächst alle drei Stunden mit einer Spritze gefüttert werden, Hundewelpentrockenmilch in Fencheltee aufgelöst bekommen, später Katzenfutter zugesetzt wird, sie pro Mahlzeit fünf Milliliter zu sich nehmen und täglich gewogen werden müssen. „Und plötzlich hörte ich mich sagen: Ich nehme die Igel wieder mit und ziehe sie selbst groß“, ist Christiane Uecker noch heute von ihrer spontanen Aktion überrascht.

Mittlerweile weiß sie, warum es so wenige Igelstationen gibt: „Die Aufzucht ist zeitaufwändig und teuer.“ Die Fütterung der Kleinen dauert inklusive Bauchmassage zur besseren Verdauung eine Stunde.

„Mittlerweile bekommen sie alle vier Stunden etwas, so kann man schon etwas zwischendurch unternehmen“, sagt Bernd Uecker. Das taten Ueckers gestern auch, denn sie machten sich auf die Suche nach einem passenden Gartenhäuschen, das künftig die Igelpflegestation sein soll.

 

Almut Jaekel

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