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Ribnitz-Damgarten Kommt Schloss Schlemmin vor Gericht?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kommt Schloss Schlemmin vor Gericht?
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16:42 19.09.2018
Das Schloss Schlemmin, im neogotischen Stil erbaut, steht unter Denkmalschutz. 32 Zimmer hat das Hotel. Quelle: Antje Schumacher-Adoms
Schlemmin

Es ist das Wahrzeichen Schlemmins (Vorpommern-Rügen) und weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Nun kommt das Schloss Schlemmin unter den Hammer. Am 25. Oktober ist beim Amtsgericht in Stralsund eine Zwangsversteigerung angesetzt. Ob das Schloss dann wirklich einen neuen Eigentümer bekommt, ist jedoch offen, zumal auch der jetzige Eigentümer, der Unternehmer Horst Sander aus Bremen, nach eigenen Angaben selbst noch auf der Suche nach einem Käufer ist, auch um einen besseren Preis zu erzielen.

„Ich möchte die Zwangsversteigerung verhindern. Es gibt verschiedene Interessenten. Und es sieht ganz gut aus“, sagt Sander auf Nachfrage.

Verkehrswert: 1,95 Millionen Euro

Als Verkehrswert für das Schloss sind 1,95 Millionen Euro festgelegt. Möglich ist aber, dass das Ensemble für deutlich weniger den Besitzer wechselt, denn das Mindestgebot liegt weit tiefer. Schon bei einem Gebot von 50 Prozent des Verkehrswertes, also 975000 Euro, kann ein Zuschlag von Amts wegen erfolgen. Allerdings kann dann der Gläubiger, also in diesem Fall eine Bank, einen zweiten Versteigerungstermin beantragen, sollten nicht mindestens 70 Prozent des Verkehrswertes erreicht werden. Bei einem Wiederholungstermin würden diese Wertgrenzen jedoch wegfallen und das Schloss könnte für deutlich weniger als 975000 Euro den Besitzer wechseln.

Hintergrund der Zwangsversteigerung sind Verbindlichkeiten bei der Gläubigerbank Sanders. Seit 1999 ist er Eigentümer von Schloss und Park. Damals hatte er das Ensemble von der Gemeinde erworben. Nach eigenen Angaben hat Sander im Laufe der Zeit rund sieben Millionen Euro in das Schloss investiert. Neben dem Kauf selbst gehörten dazu unter anderem Renovierungsarbeiten und die Herrichtung des Parks. Am 2. April 2002 wurde das Parkhotel Schloss Schlemmin schließlich eröffnet.

Ab 2012 verpachtet

„Nach anfänglichen Erfolgen musste ich feststellen, dass ich von einem Teil des Personals belogen, betrogen und bestohlen wurde“, so Sander. Am 1. April 2012 gab Sander den Hotelbetrieb schließlich aus der Hand und verpachtete das Schloss an Olaf Micheel, der in Trinwillershagen den Gasthof „Zu den Linden“ betreibt. Laut Sander war angestrebt, dass Micheel das Schloss irgendwann kaufen würde. Doch es kam anders.

Zum 31. Dezember 2015 wurde der Pachtvertrag wieder aufgelöst. Olaf Micheel gab damals an, sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schloss zurückgezogen zu haben. Für Horst Sander gab es andere Gründe. „Im Laufe der Pacht wurden die Pachtzahlungen laufend geringer, schleppender und unterblieben zum Ende komplett, sodass ich zur Erfüllung der Bankraten laufend privat zuschießen musste“, so der Bremer.

Zwangsverwalter seit 2016

Nach der Kündigung des Pachtvertrages setzte die kreditgebende Bank einen Zwangsverwalter ein, laut Sander auch, weil ein leerstehendes, möglicherweise dem Vandalismus preisgegebenes Schloss für die Bank „ein Totalrisiko geworden wäre“. Doch der trotz der widrigen Umstände weitergeführte Betrieb warf offenbar nicht genug Geld ab, um die Kreditraten weiter angemessen zu bedienen, sodass die Bank nun die Zwangsversteigerung anstrebt.

Wie es danach weitergeht, ist offen. „Noch läuft der Hotelbetrieb, auch für 2019 gibt es bereits Pläne“, erklärt Christopher Alff, Rechtsanwalt aus Lübeck und Zwangsverwalter des Schlemminer Schlosses. So gebe es bereits gebuchte Hochzeiten und Reisegruppen für das kommende Jahr.

Gästezahlen auf Vorjahresniveau

Ob der Hotelbetrieb wirtschaftlich erfolgreich läuft, dazu könne er nur eingeschränkt Auskunft geben. „Die Zwangsverwalterordnung zwängt mich in ein enges Korsett“, sagt Alff. Bedeutet: Der Hotelbetrieb ist zwar gesichert, größere Investitionen oder anderweitige Veränderungen, um den Umsatz zu optimieren, seien jedoch nicht möglich. „Der Erfolg ist, dass der Betrieb überhaupt läuft.“

Die Gästezahlen seien auf dem Niveau des Vorjahres, angesichts des Super-Sommers möglicherweise kein ganz so positives Zeichen. „Aber das Schloss Schlemmin ist kein klassisches Ferienhotel, eher ein Event-Hotel, und damit wetterunabhängiger“, so Alff. Im Durchschnitt sind zehn Mitarbeiter dort beschäftigt. „Ich würde mich freuen, wenn jemand kommt, der das bestehende Konzept aufgreift und positiv weiterentwickelt.“

Im 19. Jahrhundert erbaut

Das Schloss Schlemmin steht auf den Fundamenten einer Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert und wurde zwischen 1846 und 1850 durch den Berliner Architekten und Baumeister Eduard Knoblauch im Auftrag des Gutsherrn Wilhelm Ulrich von Thun erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Lazarett und Flüchtlingslager genutzt, zu DDR-Zeiten als Konsum-Verkaufsstelle und Schule. Nach der Wiedervereinigung ging es auf die Gemeinde über und wurde ab 1992 von der Treuhand verwaltet. Im Jahr 1999 erwarb Horst Sander aus Bremen das Schloss.

Niemeyer Robert

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