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Kosten für Abwasser sinken deutlich

Born Kosten für Abwasser sinken deutlich

Neue Kalkulation macht’s möglich: Überschüsse werden zurückgegeben

Born. Neu kalkuliert hat der Abwasserzweckverband Darß. Die Gebühren für die Entsorgung eine Kubikmeter Abwassers sinkt um 49 Cent. Das ist eine Ersparnis von annähernd zwölf Prozent, wie Verbandsvorsteher Gerd Scharmberg vorrechnet. Für einen Durchschnittshaushalt ergibt sich eine Ersparnis von bis zu 75 Euro im Jahr. Beschlossen wurde die Gebührensenkung während der Verbandsversammlung am Mittwoch.

 

OZ-Bild

Die Gebühren für die Abwasserentsorgung durch den Abwasserzweckverband Darß sinken um annähernd 12 Prozent.

Quelle: Foto: Timo Richter

Ersparnis von rund 75 Euro

1000 Pumpen befördern das Abwasser der Darß-Kommunen in die Kläranlage im Norden von Wieck. Es handelt sich um Europas größtes Abwasser-Drucksystem.

49 Cent beträgt die Einsparung pro Kubikmeter Abwasser. Ein Durchschnittsverbraucher spart im Jahr an die 75 Euro.

Eine Gebührensenkung in ähnlicher Größenordnung haben gerade erst die Mitglieder der Zingster Gemeindevertretung für den gemeindeeigenen Abwasserentsorgungsbetrieb beschlossen.

Aufgrund der letzten Kalkulation wurde ein dickes Plus erzielt. Dieser Überschuss werde laut Scharmberg den Nutzen mit der Senkung der Gebühren für die Abwasserbeseitigung wieder zurückgegeben. Der Kalkulationszeitraum beträgt drei Jahre. Bei weiter steigenden Abwassermengen könnte sogar eine weitere Senkung der Gebühr erfolgen.

Beschlossen wurde während der Verbandsversammlung auch ein Aufstocken der Mitarbeiterzahl. Grund dafür ist das laut Scharmberg „technisch anspruchsvolle“ Leitungsnetz. Es handele sich um das europaweit größte Druck-Abwassersystem. Allein aufgrund geologischer Gegebenheiten konnte das Abwasser nicht über Gefälleleitungen zur Kläranlage nach Wieck geführt werden. Schon der Grundwasserspiegel hätte das zu einem schlecht zu kalkulierenden Unterfangen gemacht. So wurde ein Druck-Abwassersystem aufgebaut. Rund 1000 Pumpen wurden auf dem Darß installiert, allein mehr als 600 versehen in Prerow ihren Dienst. Während in Born eine Pumpe gleich das Abwasser mehrerer angeschlossener Grundstücke wegbefördert, wurde in Prerow für nahezu jedes Grundstück eine eigene Pumpe installiert.

Die Pumpen, zum Teil bereits mehr als 20 Jahre im Dienst, sollen nach und nach ausgetauscht werden. In Zeiten des aktuellen Baubooms hat die Verbandsversammlung noch einmal nachgerechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es unterm Strich für die Nutzer günstiger sei, diese Mammutaufgabe mit eigenem Personal zu bewerkstelligen, als diese Leistung teuer bei Drittanbieter einkaufen zu müssen. Gesucht werden zwei gelernte Elektriker, die auch keine Scheu haben, Schlosser-Aufgaben zu übernehmen. Während der reine Austausch der Pumpen keine feinmechanischen Fertigkeiten erforderten, so sei die mit dem Wechsel der Pumpen einhergehende Anpassung der Steuerelektronik nur von Fachleuten zu machen.

Timo Richter

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