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Kreis schaltet Kulturscheune Ton ab

Dändorf Kreis schaltet Kulturscheune Ton ab

Nutzung des Nebengebäudes auf einem Grundstück in Dändorf wird untersagt. Verbot schon 2010 ausgesprochen.

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Nach dreijähriger Unterbrechung begann Manfred Retzlaff im vergangenen Jahr, wieder Veranstaltungen in der Kulturscheune Dändorf stattfinden zu lassen.

Quelle: Richter, Timo

Dändorf. Missklänge in der Kulturscheune in Dändorf (Vorpommern-Rügen). Manfred Retzlaff, der in dem Dierhäger Ortsteil die Kulturscheune und unter anderem eine Veranstaltungsagentur desselben Namens betreibt, hat Post vom Landkreis bekommen. Demnach ist die Nutzung des Nebengebäudes als Kulturscheune untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht ein Zwangsgeld von 3000 Euro.

Aufgeschreckt von der Ankündigung Retzlaffs, nach einer längeren Unterbrechung des Betriebs in der Kulturscheune in diesem Jahr wieder ein Veranstaltungsprogramm zu organisieren, hat sich Jens Linkersdorff, direkter Nachbar, in Absprache mit anderen Nachbarn an die Kreisverwaltung gewandt, um sich über die Nutzung der Scheune unter anderem für gewerbliche Konzertveranstaltungen zu informieren.

Brandschutz Grund für das Verbot

Und siehe da, umgehend flatterte Manfred Retzlaff besagte Ordnungsverfügung ins Haus. Pikant: In dem Schreiben aus dem Fachgebiet Bauverwaltung mit Sitz in Grimmen wird Bezug genommen auf eine bereits 2010 versandte Mitteilung, wonach in der ehemaligen Scheune aus bauordnungsrechtlicher Sicht, insbesondere aus Gründen des Brandschutzes, kein Veranstaltungsbetrieb aufgenommen werden dürfe. Nach einer Anhörung habe Retzlaff zwar Bauantragsunterlagen eingereicht. Die reichten für eine umfassende Prüfung aber nicht aus, sodass „zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden kann, ob Ihr Vorhaben bauplanungsrechtlich zulässig ist“. Die Nutzungsuntersagung erfolgt, weil die Nutzung der Scheune als Kulturscheune keine Baugenehmigung erteilt wurde.

Die für Mitte April geplante Wiedereröffnung war dann eine private Geburtstagsparty Retzlaffs. Bis Mitte Mai werde es keine Veranstaltungen geben. Derzeit „liegt die Angelegenheit vor Gericht.“ Manfred Retzlaff gibt sich siegesgewiss: Es wird wieder Veranstaltungen geben. „Das heißt aber nicht, dass alle in der Scheune stattfinden.“ Weiter will er sich mit Verweis auf das laufende Gerichtsverfahren nicht äußern.

Beschwerden von Nachbarn

Jens Linkersdorff kennt sich als Architekt mit bauplanungsrechtlichen und bauordnungsrechtlichen Angelegenheiten aus. Die als Veranstaltungsraum genutzte Scheune sei nicht schallgedämmt. Und noch aus den Vorjahren seien die Lärmbelästigungen in schlechter Erinnerung. Dazu wiederholtes Festivalgetümmel auf dem Grundstück. Auch Mieter in seinem Haus hätten sich über Lärm beschwert, Feriengäste in einer zweiten Wohnung hätten sich über das lautstarke Treiben auf dem Grundstück gewundert. Es gebe in dem Ostseebad doch eine Lärmordnung. „Wir Nachbarn wollen nicht, dass wir sozusagen durch die Hintertür ein Veranstaltungszentrum bekommen.“ Gegen eine angemessene Aufwertung oder Angebote wie zum Beispiel einer Kunstgalerie sei nichts einzuwenden, wie Linkersdorff sagt.

Die Antwort aus der Kreisverwaltung auf seine Nachfrage hat den Architekten in Erstaunen versetzt. Retzlaff habe nicht gutgläubig gegen einen Bescheid aus dem Jahr 2010 verstoßen, sondern vorsätzlich.

Timo Richter

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