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Ribnitz-Damgarten Kreuz vom Ostturm der Klosterkirche wird vergoldet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kreuz vom Ostturm der Klosterkirche wird vergoldet
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00:00 07.05.2016

Wenn die Arbeiten am Turmhelm weiter so gut vorankommen, könnte er bereits in der kommenden Woche wieder per Kran auf den Ostturm der Ribnitzer Klosterkirche gehievt werden, sagt Lothar Drummer von der Firma TSP Spezialbau aus Drechow. Derzeit wird der auf dem Klosterinnenhof stehende Turmhelm komplett neu mit Holzschindeln aus Alaska-Zeder eingedeckt. Gearbeitet wird zur Zeit auch am Westturm, diese Arbeiten erfolgen von einem Anlegergerüst aus. Derweil arbeitet Kaja von Cossart in ihrer Werkstatt in Drechow an der Turmbekrönung des Ostturms.

Turmbekrönung wird derzeit restauriert / Vergoldung kostet 1500 Euro / Freundeskreis Kloster- und Stadtgeschichte bittet um Spenden

Wir freuen uns über jede Spende für die Vergoldung des Kreuzes und der Kugel der Turmbekrönung.“Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter

des Deutschen Bernsteinmuseums

„Die Restaurierung der Turmbekrönung des Ostturms ist Bestandteil der Sanierungsarbeiten an der Klosterkirche. Da wir die Bekrönung schon mal unten haben, haben wir uns dazu entschlossen, die Kupferkugel und das Kreuz vergolden zu lassen“, erläuterte Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums. Vor kurzem besuchte er die Werkstatt von Kaja von Cossart. Dort lagerte die Dachbekrönung auf einem Gestell. Die Restauratorin verwies auf den handgeschmiedeten Kaiserstiel. An einigen Stellen befinden sich orangefarbige Reste von Bleimennige. „Das wurde in früheren Zeiten zur Konservierung von Eisen verwendet. Da es aber bleihaltig ist, ist es heute verboten.“

Ganz anders gearbeitet als der Kaiserstiel hingegen ist das Kreuz. Das stammt aus DDR-Zeiten, besteht aus Walzstahl und verrät damit seine VEB-Herkunft.

Zu den Arbeiten, die Kaja von Cossart bereits erledigt hat, gehört unter anderem das Abschleifen der Eisenteile und der Kupferkugel. Eine Wissenschaft für sich sind die Farbanstriche auf Kugel und Kreuz. Dazu werden unter anderem Polyurethan- und Acrylfarbe verwendet.

Nach dem Aushärten sorgen sie für eine elastisch-zähe Versiegelung. Am Ende werden es sechs Farbanstriche sein. Erst wenn alle Schichten aufgetragen sind, kommt das Blattgold. Damit es auf dieser Oberfläche Halt findet, pinselt Kaja von Cossart vor dem Auflegen so genanntes Anlegeöl auf.

Für die Vergoldung von Kreuz und Kugel benötigt die Restauratorin etwa 200 hauchdünne Blättchen aus 23,75-karätigem Gold. Um die auftragen zu können, verwendet sie einen superweichen Pinsel aus Fehhaar. Das stamme von Eichhörnchen, erzählt sie.

Nicht mehr lange, und das Kreuz sowie die Kugel des Ostturms der Ribnitzer Klosterkirche werden weit sichtbar in der Sonne blinken und leuchten. „Genauso wie der Wetterhahn und die Kugel vom Westturm“, freut sich schon jetzt Axel Attula. Die waren 2012 restauriert und vergoldet worden. Möglich war das durch die Unterstützung des Freundeskreises Kloster- und Stadtgeschichte Ribnitz-Damgarten und die Landschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie durch zahlreiche Spenden von Bürgern.

Axel Attula hofft auch dieses Mal auf Spenden aus der Bevölkerung. „Für die Vergoldung von Kugel und Kreuz werden rund 1500 Euro benötigt“, so der wissenschaftliche Leiter des Bernsteinmuseums.

Spenden können unter Angabe des Verwendungszweckes „Goldenes Kreuz“ auf das Konto des Freundeskreises Kloster- und Stadtgeschichte, Kontonummer 530003600, bei der Sparkasse Vorpommern, BLZ 15050500, überwiesen oder direkt beim Verein in Ribnitz, Im Kloster 15, abgegeben werden.

Von Edwin Sternkiker

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