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Bühnenbildner baut Rostocker Synagoge nach

Rostock Bühnenbildner baut Rostocker Synagoge nach

Ausstellung im Max-Samuel-Haus beschäftigt sich mit Geschichte des Gotteshauses.

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Wir wollen keine große, pompöse Synagoge.“ Juri Rosov, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde

Rostock. hat eine neue Synagoge, zumindest im Miniaturformat. Diese hat Wolfgang Böhler anlässlich der neuen Ausstellung im Max-Samuel-Haus „Die Synagoge und ihre Rabbiner.

Rostock 1902 bis 1938“angefertigt. Maßstab 1:33. Ein Synagoge im Großformat wird es in der Stadt vorerst nicht geben. Dafür müsste die jüdische Gemeinde zwei- bis dreifach so groß sein.

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Praktikantin Jascha Lina Jennrich zeigt ein Foto der ausgebrannten Synagoge neben dem neuen Modell des 1944 zerstörten Hauses.

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Seit 35 Jahren beschäftigt sich Kurator Frank Schröder mit der Frage, wie die Synagoge ausgesehen hat. Von 1902 bis 1938 stand diese in der Augustenstraße 101. Fotos, die in den vergangenen Jahren gefunden wurden, geben Hinweise. Zwei zeigen Innenansichten des Gotteshauses, zwei Luftfotos geben Aufschluss über den Standort und ein Bild zeigt die Ruine der Synagoge, die 1938 in der Reichspogromnacht abgebrannt ist. „Die Bilder zeigen, dass es sich um ein großes, repräsentatives Gebäude gehandelt hat“, sagt Schröder. Das 18 Meter hohe Gotteshaus stand auf einer 500 Quadratmetergroßen Fläche und bot Platz für 350 Gemeindemitglieder. „Sie war der Ausdruck eines wachsenden Selbstbewusstseins der Gemeinde.“

Mit Hilfe der Fotos und Bauzeichnungen entwirft Bühnenbildner Böhler innerhalb von acht Monaten das Modell, ein Höhepunkt der Ausstellung, die ab morgen bis zum 27. Januar zu sehen ist. Sie zeigt zudem Fragmente der Synagoge die vor eineinhalb Jahren bei Bauarbeiten auf dem Grundstück gefunden wurden. Ein Glücksfall: Die Ruine wurde 1944 durch einen Bombenangriff zerstört. Von Architekt Ludwig Levy entworfen wurde die Synagoge am 14. September 1902, mehr als 30 Jahre nach der Gründung einer jüdischen Gemeinde in der Hansestadt, eingeweiht. „Die jüdische Gemeinde hat zwei Jahrzehnte gebraucht, um Fuß zu fassen“, erklärt Schröder den Zeitraum ohne Gotteshaus. Religionsunterricht und Gottesdienste fanden zu Beginn in Privathäusern statt.

Kurz vorm Bau der Synagoge zählte die Gemeinde 310 Mitglieder. Heute sind es 640. Trotzdem ist ein Neubau nicht geplant. „Wir wollen keine große, pompöse Synagoge“, sagt Juri Rosov, Vorsitzender der Gemeinde. „Wir haben eine integrierte Synagoge in der Augustenstraße 20 mit 86 Plätzen.“ Vor drei Jahren hat die Gemeinde Geld investiert und die Räume umgestaltet. Auch der Bedarf für ein neues Gotteshaus sei nicht da. Da müsste die Gemeinde noch wachsen. Doch eher das Gegenteil ist der Fall. Die Anzahl der Mitglieder geht zurück. „Familien ziehen aus beruflichen Gründen weg, Mitglieder sterben“, erklärt Rosov den Rückgang. Die Arbeit des Max-Samuel-Hauses hält der Vorsitzende für sehr wichtig. „Sie zeigt, dass wir eine Geschichte in der Stadt haben und auch Wurzeln.“

Ausstellung im Max-Samuel-Haus
Die Ausstellung „Die Synagoge und ihre Rabbiner. Rostock 1902 bis 1938“ öffnet am 12. September. Dokumente, Fotos und Sachzeugen verdeutlichen die Bedeutung des religiösen Mittelpunktes der jüdischen Gemeinde in Mecklenburg-Schwerin. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Gemeindegeschichte und den Personen, die für die Synagoge tätig waren. Zudem zeigen ein Miniaturmodell und Bauskizzen, wie die Synagoge ausgesehen hat.

Infos: 12. September bis 27. Januar; Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr.

Eintritt: 3 Euro. Kinder und Jugendliche frei.

 

Anja Levien

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