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Willkommen in den 70er-Jahren!

Barth Willkommen in den 70er-Jahren!

Die „Swede Sensation“ ließ fast keinen ABBA-Hit aus.

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Wir haben noch vor der Wende eine ABBA-LP im Bulgaren-Laden gefunden.“ Jochen und Anngret Rönnpagel aus Barth

Barth. Mamma Mia, alter Schwede... Auf ihrer Reise in die Zeit, in der die Zukunft glänzender schien, als die Pailletten und die Träger von Plateauschuhen fast am Himmel kratzen konnten, ließ die „Swede Sensation“ mit ihrer ABBA-Tribute-Show fast keinen Hit der Pop-Formation aus, die seit ihrem „Waterloo“ beim Grand Prix 1974 rund zehn Jahre lang den internationalen Popmarkt beherrschte.

Drei Jahrzehnte nach der konsequent durchgehaltenen Trennung der Pop-Legende bewiesen die Musiker Sara Mosquera (als Anni-Frid Lyngstad), Mike Rubin (als Benny Andersson), Tom Luca (als Björn Ulvaeus) und Saskia Tanfal (als Agnetha Fältskog) in der Barther Vineta-Sportarena, dass die Ohrwürmer nichts an Schwung verloren haben. Fans von U9 bis Ü90 waren gekommen, um nicht nur die eingängigen Melodien, sondern auch das erfrischende Lebensgefühl zu genießen, gegen das wohl keine Generation immun zu sein scheint.

„Schuld sind unsere Eltern“, erkären Tanja Dankert und Doreen Heck aus Wieck, warum sie sich in das „Kleine Bunte“ geworfen und sich mit Blümchen im Haar auf den Weg in die Vineta-Sportarena nach Barth gemacht haben. Beide sind Baujahr Waterloo und klären über frühkindliche Prägungen auf. Die Leidenschaft für ABBA liegt demnach nicht wirklich auf den Genen, vielmehr infizieren Eltern ihre noch sehr jungen Sprößlinge musikalisch. Das ABBA-Original hat diese zweite Fan-Generation im „Kessel Buntes“ gesehen: „Das ist einfach schöne Tanzmusik, unsere Männer sind der gleichen Meinung.“ Da ist die nächste Fan-Generation vorprogrammiert und tatsächlich tanzen auch ihre Töchter (pink, primeln, pailletten) Beate Heck (11) und Jette Dankert (15) nach Omas Musik. Denn ABBA haben sie bereits bei ihren Großeltern gehört und gut gefunden, „dann auch auf den Autofahrten mit den Eltern“.

Zu den ABBA-Hörern der Original-Generation gehören Jochen (61) und Annegret Rönnpagel aus Barth: „Man hat hier ja auch vor der Wende schon etwas gehört und danach getanzt.“ Die Ohrwürmer gefielen den beiden so gut, dass sie schon Mitte der 1980er Jahre eine ABBA-LP erstanden haben, „aus dem Bulgaren-Laden“, schmunzelt Jochen Rönnpagel. „Die war schön dick im Unterschied zu gängigen DDR-Produkten“, erinnert er sich auch an technische Qualitäten der Vinyl-Scheibe.

Die ABBA-Tribute-Show der „Swede Sensation“ gefällt den Zeitzeugen trotz schwieriger Sporthallen-Akustik „gut“.

Die Wiecker Fans, die den Freiraum neben den Sitzplätzen zum ausgelassenen Tanz nutzten, sind begeistert: „Genau so, wie wir uns das vorgestellt haben!“

„Schade nur, dass die meisten noch sitzen und nicht tanzen“, ergänzen Beate und Jette. In der Tat, das Barther Publikum ließ sich ein bisschen bitten, bis es tanzte.

Da rockte „Björn“ durch die Stuhlreihen, „Agnetha“ ließ die Damen aufstehen und schließlich pickten sich die Akteure persönlich einen Chor aus dem Publikum. Auf der Bühne mit „Björn“ und „Benny“, zwischen „Anni-Frid“ und „Agnetha“ bewiesen Steffi Schreiber und Susann Gresse Stimme und Textsicherheit beim gemeinsamen „I have a Dream“, und die achtjährige Luisa Gregor aus Barth bezauberte mit ihrer Zeile „I believe in angels...“.

 



Susanne Retzlaff

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