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Ribnitz-Damgarten Landkreis testet High-Tech-Blitzer
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Landkreis testet High-Tech-Blitzer
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05:45 06.05.2017
So sieht der sogenannte Enforcement-Trailer aus. Quelle: Robert Niemeyer

Rüstet der Landkreis Vorpommern-Rügen auf, um noch stärker Jagd auf Raser zu machen? In den vergangenen zwei Wochen war in der Saaler Chaussee in Ribnitz-Damgarten ein Messgerät im Einsatz, das auf den ersten Blick nicht wie ein Blitzer aussah. Mit Kennzeichen und roten Reflektoren wirkte der sogenannte Enforcement-Trailer wie ein abgestellter Anhänger. „Dieser Trailer ist eine ganz normale Geschwindigkeitsüberwachungsanlage, wie sie auch in der mobilen Überwachung genutzt wird“, sagt Kreissprecher Olaf Manzke.

Enforcement-Trailer, übersetzt heißt das so viel wie Vollstreckungsanhänger, wurden in den vergangenen Monaten in vielen Regionen gesichtet. Im Landkreis Nordwestmecklenburg und auch in der Hansestadt Lübeck und im Landkreis Stormarn im Nachbarland Schleswig-Holstein sind diese Blitzer bereits im Einsatz. Viele Bundesländer testen derzeit solche Geräte. So auch der Landkreis Vorpommern-Rügen. „In der Tat handelt es sich hier um einen Testbetrieb, um eine solche Anlage auf Herz und Nieren zu überprüfen“, sagt Kreissprecher Manzke. „Wir wollen wissen, ob so etwas für uns infrage kommt.“ Ob ein solcher Blitzer angeschafft wird, sei aber noch nicht entschieden.

Erhöhte Sicherheit

Anwohner im Bereich der Saaler Chaussee in Damgarten hegten bereits seit Längerem den Wunsch nach mehr Kontrolle an dieser Stelle. „Jetzt nach zwei Wochen ist deutlich wahrnehmbar, dass sich der Verkehr beruhigt hat“, sagt Andreas Gohs, Vorsitzender des Damgartener Stadtausschusses. Im vergangenen Jahr war die Höchstgeschwindigkeit an der Stelle von 70 km/h auf 50 km/h heruntergesetzt worden. Um die Autofahrer verkehrserzieherisch an das neue Tempolimit zu gewöhnen, wurde nun dort kontrolliert. „Diese Geräte erhöhen die Sicherheit“, sagt auch Hans-Dieter Konkol, ehemaliger Polizist und Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Verkehr der Stadtvertretung. In der Vergangenheit hatte das Ordnungsamt der Stadt an der Stelle dort selbst Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen und zahlreiche Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.

„Man muss natürlich schauen, wo man die Geräte hinstellt“, sagt Joachim Korf, Geschäftsführer der Verkehrswacht Ribnitz-Damgarten. Unfallschwerpunkte, vor Schulen oder überhaupt an Stellen, wo viele Fußgänger unterwegs sind, seien sinnvoll. „Der Vorteil solcher Geräte ist, dass man auch ohne festen Blitzer an einer Stelle über einen längeren Zeitraum kontrollieren kann“, so Korf.

Akku hält fünf Tage

In Vorpommern-Rügen stehen derzeit elf feste Blitzer. Darüber hinaus verfügt der Landkreis über zwei mobile Blitzer, die allerdings im Einsatz durchgängig betreut werden müssen. Der Vorteil an den neuen Geräten wie dem Enforcement-Trailer ist, dass sie eigenständig messen. Zum Einsatz kann der Blitzer-Anhänger dort kommen, wo eine von Menschen betreute Kontrolle zu gefährlich und der Aufbau eines festen Blitzers zu aufwendig ist. Laut Hersteller benötigt das Gerät keinen Strom. Der Akku hält fünf Tage und könne einfach getauscht werden. Mit der Laser-Geschwindigkeitsmessung können mehrere Spuren gleichzeitig erfasst werden. Variable Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Durchfahrtsverbote nach Uhrzeit, Fahrstreifen und Fahrzeugklasse ließen sich ebenfalls überwachen. Ein integriertes Modem überträgt die verschlüsselten Daten drahtlos.

Der Trailer lässt sich mit Anhängerkupplung bewegen. Für den Messbetrieb wird der Anhänger abgesenkt. Dabei verschwinden die Räder in der gepanzerten Außenhülle. Ein Alarmsystem schützt die Messtechnik zudem vor Vandalismus. Allerdings ist der Schlitz, durch den geblitzt wird, leicht zu erreichen. In Schleswig-Holstein hatte es bereits Fälle gegeben, in denen diese Scheibe mit Farbe beschmiert wurde. Laut Andreas Gohs sei auch der Blitzer in Damgarten am vergangenen Wochenende zugeklebt worden.Übrigens: Auch wenn es nur ein Testlauf war, wer in Damgarten geblitzt wurde, muss nach Angaben des Landkreises trotzdem zahlen.

Robert Niemeyer

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