Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Landschaftspark zwischen Denkmalschutz und Vogelvielfalt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Landschaftspark zwischen Denkmalschutz und Vogelvielfalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.02.2016
Semlow

Kein Zweifel, der Semlower Park hat in den vergangenen Jahren deutlich gewonnen, freute sich nicht nur Bürgermeisterin und zweite Vorsitzende Andrea Eichler während der Mitgliederversammlung des Fördervereins zur Erhaltung Semlower Kulturgüter über Besucherkritik. Im 15. Jahr seines Bestehens trafen sich die Mitglieder im Pfarrhaus zur Versammlung, eingeladen waren auch erhoffte künftige Mitglieder.

„Wir brauchen neue aktive Mittäter“, erklärte der Vorsitzende Mario Müller die Offenheit. Für den Jahresbeitrag in Höhe von 25 Euro wird viel Freude an einer schönen Arbeit geboten. Mit Tatkraft und finanziellen Mitteln, die er selbst zur Verfügung stellt oder zu organisieren hilft, kümmert sich der Verein um die Restauration des Gotteshauses, Kapelle und Heimatstube. Im vergangenen Jahr stellte er unter anderem 2500 Euro für die Rekonstruktion eines Kirchenfensters zur Verfügung.

Eine der größeren Betreuungsaufgaben ist der denkmalgeschützte Semlower Landschaftsgarten, er ist einer von fünf Schwerpunkten eines künftigen „Gartenkulturpfades Recknitz-Barthe“. Müller hofft auf Klarheit in diesem Jahr, dann sei mit Fördermitteln zu rechnen, die größere Aufgaben im Park lösbar erscheinen lassen, wie das Ausbaggern der Teichanlage.

Auch Angelika Hantke, seit 2012 im Semlower Herrenhaus ansässig und „umtriebig“, ihr Schlosscafé hat künftig von Mai bis September außer montags täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet, lobt den Zustand der gemeindeeigenen Anlage. Manchmal allerdings scheint es ihr, als gingen die kommunalen Mitarbeiter ein wenig zu gründlich vor beim Aufräumen unter und zwischen den Bäumen. Ohne das ganze Gestrüpp sei es nicht nur lauter und feuchter geworden, viele Vogelarten meiden nun den Park. „Er ist jetzt sehr ordentlich, aber die Vögel haben kein Unterholz, keine Rückzugsmöglichkeiten mehr“, tat es ihr um jeden der vorwitzigen Schößlinge Leid, der allzu gründlich entfernt würde.

Ihren Eindruck bestätigte Dr. Dieter Curschmann, der sich noch an Vogelwanderungen im Park erinnerte und von traurigen Besuchern weiß, die sich mehr Gezwitscher und Gesträuch wünschten. Aber für die fachgerechte Parkpflege gibt es seit mehr als zehn Jahren eine Anleitung der TU Berlin. „Das Konzept stellt auf Denkmalpflege ab“, erklärt Curschmann, „das ist ein Dilemma. Wo viel Denkmalpflege, da weniger Vögel.“

Die gefiederten Sänger wissen alte, allein stehende Baumriesen einfach nicht zu würdigen, oder ein Landschaftspark ist eben kein Vogelpark. Allerdings ließe das Pflegekonzept durchaus Freiheiten, solange der Wildwuchs nicht in Wald ausartet. Curschmann verwies auf Wildrosen und Strauchinseln. Die Gemeindemitarbeiter „sind manchmal etwas drastisch, können mehr stehen lassen“, deren Vertreter konterte aber mit den vielen Schneeglöckchen, die man jetzt sehen könne.

Um herauszufinden, was man den Vögeln Gutes tun könne ohne die Grenzen des Denkmalschutzes zu überschreiten, ist eine Ortsbegehung mit Vogelstimmenanhörung am 19. März anberaumt worden, bei der man sich auch über weiteren Handlungsbedarf klar werden kann. Dazu gehöre die Zuwegungen, die unter anderem unter undisziplinierten Quadfahrern litten, ein Ärgernis nicht nur im Park.



Susanne Retzlaff

Halbnackt posieren Greifswalder Studenten vor maroden Uni-Gebäuden. Im Rahmen einer Protestaktion sind die ersten Fotos für einen Erotikkalender im Kasten.

27.07.2018

Die 20. Segel- und Hafentage erreichen heute ihren Höhepunkt.

12.10.2018

Die neue Station der OZ-Sommertour war Tangrim. Ein stilles Dorf, das Urte Schramm zu zeichnen hatte. Gelegen ist es an einem Hang und der bietet besondere Aussichten.

04.06.2018