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Lanz knattert wieder übers Gelände des Museums

Klockenhagen Lanz knattert wieder übers Gelände des Museums

Rauf auf den Bock, Motor anwerfen und losfahren — das ist nicht beim Lanz Bulldog. Wer einen Lanz auf Touren bringen will, braucht Geduld. Die hat Falk Mursall.

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Eine Kunst f�r sich: das Anlassen des Motors. Da ist Kraft und Gef�hl gefragt.

Klockenhagen. Auf seinem Hof in Klockenhagen steht ein Exemplar dieser Schlepperlegende frisch lackiert. Die grüne Farbe glänzt in der Sonne. Der Klockenhäger hat die Lötlampe bereits angeworfen und den Glühkopf an der Front des Schleppers vorgeglüht. Dauert zwar alles ein bisschen, ist aber der leichteste Teil der Übung. Mursall lugt zum Auspuff. Da tut sich endlich was, es steigt Qualm auf. Phase zwei kann beginnen. Die wird schweißtreibend. Das Lenkrad vor dem Fahrersitz wird ausgekuppelt und auf der rechten Seite des Lanz in das Schwungrad reingesteckt. Um den Motor in Gang zu setzen, braucht es Kraft, aber auch Gefühl. Mursall versucht es ein paar Mal, dann ist es geschafft. Der Motor läuft.

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Aktion Lanz-Restaurierung ist gelungen. Falk Mursall hat eine tolle Arbeit hingelegt. Fotos (2): Edwin Sternkiker

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„Ist das ein satter Ton, einfach wunderbar“, gerät Ulrich Borchert ins Schwärmen. Er ist Mitglied des Vereins Oldtimer- und Schlepperfreunde Klockenhagen und arbeitet auch im Vorstand des Klockenhäger Museumsvereins mit. Zusammen mit Fried Krüger, Leiter des Freilichtmuseums Klockenhagen, verfolgte er gestern das Anwerfen des Lanz Bulldog. Der ist Baujahr 1938 und lief zum letzten Mal Mitte der 90er-Jahre. Seitdem stand er ungeschützt auf dem Gelände des Freilichtmuseums. So wie die Traktoren, die aus DDR-Zeiten stammen. Irgendwann stand die Frage: Was mit ihnen anfangen? Fried Krüger: „Wir waren uns einig, der Lanz gehört auf jeden Fall auf den Museumshof und muss unbedingt restauriert werden. Die Traktoren aus DDR-Zeiten haben die Oldtimer- und Schlepperfreunde Klockenhagen übernommen, bis auf den Famulus. Den behalten wir ebenfalls.“

„So um die 150 Arbeitsstunden waren notwendig, um den Lanz wieder zum Laufen zu bringen“, erzählt Falk Mursall. Erst mal musste der Traktor auseinander genommen werden, die meisten Teile wurden aufgearbeitet, einige stellte sein Schwiegervater Klaus Stecher auf der Drehbank her. „Die Substanz war zu 70 Prozent in Ordnung, und so lange der Kolben hin- und herfliegt, kriegt man das auch alles hin“, erzählt Falk Mursall weiter. Er ist gelernter Landmaschinenschlosser, nach der Wende war es damit vorbei. Er sattelte auf Berufskraftfahrer um. Aber die Liebe zu Traktoren ist geblieben. Mit einem Lanz Bulldog hatte er allerdings noch nie was zu tun gehabt, erzählt er.

Wovor er richtig Manschetten hatte, das war das Andrehen des Motors. „Das habe ich mir allein nicht gleich zugetraut und einen Kumpel gebeten, beim ersten Mal mit dabei zu sein“, erzählt er. Etwas Besonderes sei das Führerhaus, weiß er weiter zu berichten. Das sei Marke Eigenbau und stamme aus den 50er Jahren. Dem damaligen Traktoristen, der mit dem Lanz auch Transporte erledigte, sei es wohl zu zugig gewesen, deshalb sei die Kabine draufgesetzt worden.

Einfach und robust
Lanz Bulldog war die Verkaufsbezeichnung für alle Traktoren oder Ackerschlepper, die ab dem Jahre 1921 und dann bis 1957 von der Firma Heinrich Lanz AG (später John Deere) in Mannheim hergestellt wurden. Durch diese Traktoren prägte sich der Name Bulldog als umgangssprachlicher Gattungsname für einen Ackerschlepper. Der Name wurde vom Aussehen der ersten Bulldog-Motoren abgeleitet, da diese Ähnlichkeit mit dem Gesicht einer Bulldogge hatten.

Der Erfolg des Bulldog war begründet in seiner Einfachheit und großen Robustheit.

Ist das ein satter Ton, einfach wunderbar.“

Ulrich Borchert,

Museumsverein

Klockenhagen

Edwin Sternkiker

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