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„Lebenshilfe“ fördert Kinder in der Region

Barth „Lebenshilfe“ fördert Kinder in der Region

Geschäftsführer: „Knappe Kassen machen die Arbeit schwer und uns betroffen.“

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Wir begegnen Kindern, deren einziges Spielzeug Papas leere Bierflasche ist.“Thorsten Pauli, Lebenshilfe-Geschäftsführer

Barth. Unglaublich: Kinderbetten werden mit Stacheldraht „gesichert“, damit die Lütten nicht aus ihrer Schlafstatt steigen und die Eltern sich so ein babyfreies Wochenende gönnen können. „In anderen Familien“, berichtet Lebenshilfe-Geschäftsführer Thorsten Pauli, „ist das einzige Spielzeug der Kinder die leere Bierflasche von Papa.“ Dramatische Erlebnisse, von denen Mitarbeiter der mobilen Frühförderung sprechen.

Die Frühförderung gehört neben der Kita „Pusteblume“ und dem „Betreuten Wohnen“ zu den drei Geschäftsfeldern, die vom Verein „Lebenshilfe Ostseekreis“ bearbeitet werden. Geschäftsführer Pauli sagt, dass der Verein 164 Mitglieder, davon 83 mit einer Behinderung, aus Barth, Ribnitz-Damgarten und Grimmener Bereichen registriert hat.

Im November 1990 hatten sich Eltern gefunden, um in der „Lebenshilfe für Behinderte Barth“ die Interessen von Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen zu vertreten. 22 Jahre später kann der inzwischen „Lebenshilfe Ostseekreis“ benannte Verein 45 hauptamtliche Beschäftigte aufweisen.

In der mobilen heilpädagogischen Frühförderung der Lebenshilfe werden von 25 Mitarbeitern etwa 350 Kinder in vielen Bereichen des Landkreises von sechs Zweigstellen aus betreut. Hier will man die Mädchen und Jungen im Vorschulalter für den Eintritt in eine Regelschule befähigen. Ein gewaltiger Zuwachs an Kindern, die eine Frühförderung benötigen, sei nach Auskunft von Pauli zu verzeichnen.

„Bereits deren Eltern hätten eine Frühförderung gebraucht“, sagt er. Betroffen macht ihn, dass immer weniger vom Amtsarzt bestätigte Fälle von der Lebenshilfe übernommen werden können, da die Mittel vom Kreis reduziert seien. Pauli: „Ich habe Verständnis, dass gespart werden muss. Doch ich verstehe nicht, dass Kinder wegen der Kürzungen einen abweichenden Lebensweg erleben müssen.“ Der Lebenshilfe-Geschäftsführer prognostiziert: „Wenn das so weiter geht, müssen bald 30 Prozent der Kinder in der Schule gefördert werden.“ Und erinnert an die Extrem-Stacheldraht-Erlebnisse seiner Kollegen. Das Finanz-Problem sei überall bekannt, sagt Pauli. Er habe Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) informiert, auch der Barther Ausschuss für Soziales nahm die Sorgen zur Kenntnis. Was bleibt, ist der Geldmangel, der auch vor dem zuständigen Kreis nicht Halt macht.

Hans-Joachim Meusel

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