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Lebensraum in luftiger Höhe

Ribnitz-Damgarten Lebensraum in luftiger Höhe

Der Kirchturm der St. Marienkirche Ribnitz ist „Wohnstube“ für Falken und Dohlen.

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Seit Jahren engagiert für die gefiederten Bernsteinstädter: Peter Heitmann (links) und Klaus Ellmer. Fotos (2): Paula Mittermayer

Ribnitz-Damgarten. Im Kirchturm von St. Marien in Ribnitz herrscht reger Flugbetrieb. 50 Dohlen, zwei Turmfalken-Paare und etliche Tauben fliegen hier Tag für Tag ein und aus. Sie fühlen sich wohl im Turm. Dass das so ist und auch so bleibt, dafür sorgen seit drei Jahren Peter Heitmann und Klaus Ellmer. Sie haben 14 Dohlen-Nistkästen im Turm angebracht. „Einige stehen aber etwas dicht beieinander“, erklärt Klaus Ellmer. Das muss geändert werden.

Deshalb geht es für die beiden Männer einmal mehr die steinernen Stufen hinauf in den Turm. „Wir wollen einen kleinen Sichtschutz nachrüsten“, ergänzt Peter Heitmann. Auch wenn Dohlen sehr gesellige Vögel seien, so möchten sie dennoch einige Zentimeter Abstand zu ihrem Nachbarn wahren, erzählt er weiter. Ein einfaches Brett dient als Sichtschutz zwischen zwei Nistkästen — und schon ist die Privatsphäre der Brutpaare wieder hergestellt.

Das Engagement für den Artenschutz hat jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ geehrt. Beim Betreten des Kirchenportals können Besucher die Plakette sehen. Die Silhouetten von verschiedenen Vogelarten sind darauf zu erkennen.

Aktiver Artenschutz ist dringend notwendig. Der Grund: Naturgemäß nutzen Vögel zum Beispiel Bäume oder Felsen als Nistplätze. Mit zunehmender Besiedelung finden sie jedoch kaum noch geeigneten „Wohnraum“. Kirchtürme sind da eine gute Alternative. Ihre vielen Nischen bieten den gefiederten Stadtbewohnern Schutz und ein überdachtes Plätzchen.

Auch dem Mauersegler möchten die beiden Heitmann und Ellmer im Ribnitzer Kirchturm eine Brutmöglichkeit geben. „Es fliegen sehr viele Tiere um den Turm“, zeigt sich Klaus Ellmer erfreut: „Aber noch haben sie die Kästen nicht angenommen.“ Drei Vier-Raum-Kästen haben die begeisterten Naturschützer bereits installiert — nun hoffen sie, dass der kleine flinke Mauersegler die neuen Eigenheime für sich entdeckt. Sogar mit einigen Tricks haben Peter Heitmann und Klaus Ellmer nachgeholfen. „Wir haben Grashalme aus den Kästen hängen lassen“, erklärt der Ornithologe Heitmann. Das entspräche der natürlichen Eigenart des Mauersegler-Nestes. Sowohl in der Perle am Bodden als auch in Damgartens altem Kino hat sich der kleine Vogel schon eingerichtet. „Wir haben dieses Jahr sehr viele Mauersegler in der Stadt“, so Klaus Ellmer. Mit dem städtischen Vogelbestand kennt er sich aus. Beim alljährlichen Schwalben-Monitoring erfasst der 72-Jährige sämtliche Schwalben-Nester von Körkwitz bis Damgarten. Über eintausend Nester zählt er dabei regelmäßig; kommt aber um mehrmaliges Nachsehen nicht herum. „Drei Mal muss man die Strecke abgehen“, erklärt Peter Heitmann, der früher das Schwalben-Monitoring gemacht hat. Nicht nur reicht es, zu notieren, wo sich ein Nest befindet; auch ob es bewohnt ist, muss erfasst werden. Der Zeitaufwand ist dabei nicht zu vernachlässigen. „Aber wenn es einem Spaß macht, ist das kein Problem“, sagt Klaus Ellmer.

Neben der St. Marienkirche ist auch das Ribnitzer Kloster als Lebensraum Kirchturm vom Nabu ausgezeichnet worden. Acht Nistkästen haben Klaus Ellmer und Peter Heitmann im Klosterturm installiert. Die Plakette wurde zwar bisher nicht angebracht, das soll aber nachgeholt werden.

57 Plaketten vergeben
2007 startete die Aktion Lebensraum Kirchturm in Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutzbund Deutschland e.V. und dem Beratungsausschuss des Deutschen Glockenwesens.
732 Kirchen haben sich bisher bundesweit an der gemeinsamen Aktion für die Arterhaltung heimischer Vogelarten beteiligt.
57 Plaketten zieren Kirchtürme in Mecklenburg-Vorpommern.
Wir haben in diesem Jahr viele Mauersegler in der Stadt. Hoffentlich ziehen sie auch in den Kirchturm.“Klaus Ellmer (72)

 



Paula Mittermayer

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Seit Jahren engagiert für die gefiederten Bernsteinstädter: Peter Heitmann (links) und Klaus Ellmer. Fotos (2): Paula Mittermayer

Durch das Engagement von Naturschützern haben Turmfalken, Tauben und Dohlen im Ribnitz-Damgartener Gotteshaus ein Heim gefunden.

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