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Ribnitz-Damgarten Leerstand in der Langen Straße
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Leerstand in der Langen Straße
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16:20 08.10.2018
In der Langen Straße in Barth stehen viele Geschäfte leer. Eine Urlauberin schaut in eines der Geschäfte. Quelle: Anika Wenning
Barth

In der Bücherstube in der Langen Straße in Barth (Vorpommern-Rügen) geben sich am späten Montagvormittag die Kunden die Klinke in die Hand. „Wir öffnen unser Geschäft um neun Uhr. Morgens ist noch nichts ganz so viel los, aber ansonsten läuft es gut“, sagt Christine Leesch, die seit 18 Jahren in der Buchhandlung arbeitet.

Zu den Stammkunden zählt der Barther Erich Kaufhold. „Was ich in Barth kaufen kann, kaufe ich auch hier“, sagt der 76-Jährige. „Ich kann nicht verstehen, dass Leute im Internet bestellen. Ich habe dort keine Beratung und meistens wird mir das Paket geliefert, wenn ich nicht Zuhause bin. Dann muss ich es irgendwo abholen, um festzustellen, dass mir die bestellten Schuhe nicht passen und ich schleppe alles wieder zu einer Abholstelle zurück.“

15 Geschäfte stehen leer

Dass jedoch immer mehr Geschäfte schließen, bedauert der Barther sehr. „Wir haben 15 Leerstände in der Langen Straße und zwei Ladenlokale sind mittlerweile schon Wohnungen“, sagt Erich Kaufhold, der dafür plädiert, dass sich die Geschäfte bei den Öffnungszeiten besser absprechen. „Es sollte eine Kernöffnungszeit von 9 bis 18 Uhr geben, zu der alle Geschäfte in der Langen Straße geöffnet haben. In einigen Geschäften ist um 17 Uhr schon tote Hose.“Dass dieser Vorschlag jedoch nicht immer einfach umzusetzen ist, weiß Christine Leesch. Denn gerade die kleinen Geschäfte könnten sich keine Angestellten mehr leisten. Da könne man den eigenen Laden nicht von Montag bis Sonntag von morgens bis abends geöffnet haben.

Einzelhandel muss mit Service punkten

Neben dem Internet seien auch Supermärkte eine Konkurrenz für die kleinen Läden. „Da bekommt man doch mittlerweile alles“, meint die 57-jährige Verkäuferin. Dennoch glaubt sie an die Zukunft des Einzelhandels, auch in kleinen Städten wie Barth. „Allerdings müssen wir umdenken. Die Geschäfte müssen mehr Eventcharakter haben und den Kunden etwas ganz Besonderes bieten, was sie sonst nirgendwo bekommen. Allerdings braucht man für solche Ideen viel Eigenkapital und ein sehr gutes Konzept. Sonst funktioniert es nicht“, sagt Christine Leesch.

Freundlichkeit und guter Service seien zudem das A und O. „Die Leute kommen auch zu uns in die Geschäfte, um zu reden, zu lachen und auch einmal zu weinen. Unsere Stärke ist das Persönliche“, meint Christine Leesch.

Auch Textilgeschäft der Familie musste schließen

Die Bartherin Ute Rieck arbeitet seit 1976 im Einzelhandel. Ihre Familie hatte seit 1905 ein Textilgeschäft, in dem sie in der fünften Generation arbeitete. „Ich kenne auch noch ganz andere Zeiten. Nach der Wende florierten die Geschäfte. Aber mit Textilien konnte man irgendwann kein Geld mehr verdienen. Nachdem ich arbeitslos war und keinen neuen Job im Einzelhandel gefunden habe, habe ich Ende 2015 mein Geschäft ’Blickfang’ eröffnet“, berichtet die 61-Jährige. „Wenn mir das Haus nicht gehören würde und ich Miete zahlen müsste, hätte ich den Schritt nicht gewagt.“

Denn es sei immer schwieriger im Einzelhandel zu überleben. Denn viele Kunden müssten sehr auf ihr Geld achten. „Urlauber sind meistens schon bereit, Geld auszugeben, aber davon haben wir leider zu wenige“, sagt die Bartherin. Das kleinere Geschäfte schließen, sei ein bundesweites Problem. „Das Internet hat sieben Tage die Woche 24 Stunden geöffnet. Und auch die Produzenten brauchen uns nicht mehr, weil wir viel zu wenig Ware abnehmen“, sagt die Unternehmerin.

In Barth komme das meist fortgeschrittene Alter vieler Einzelhändler hinzu. „Die Geschäfte schließen meist aus Altersgründen, weil die Inhaber in Rente gehen und es einfach keinen Nachfolger gibt“, sagt Ute Rieck. Auch bei ihr sei vermutlich Schluss, wenn sie in Rente gehe.

Anika Wenning

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