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Ribnitz-Damgarten „Der Froschkönig“ feiert Premiere
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Der Froschkönig“ feiert Premiere
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16:08 25.11.2018
Prinzessin Linda bittet den Frosch um Hilfe. Ihre Lieblingskugel ist in den Brunnen gefallen. Quelle: Anika Wenning
Ribnitz-Damgarten

Am Anfang ist noch alles wie in dem bekannten Märchen der Brüder Grimm. Die Prinzessin spielt am Brunnen mit ihrer Lieblingskugel, als diese plötzlich ins Wasser fällt. Ihre beiden älteren Schwestern verspotten sie. Doch aus dem Märchenklassiker „Der Froschkönig“, der am Sonnabend im Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten Premiere feierte, hat die Theatergruppe „Schlündelgründer“ ein humorvolles, aber auch gesellschaftskritisches Stück gemacht, das zum Lachen und Nachdenken anregt. Eine Premierenvorstellung, die die Zuschauer verzauberte.

Dabei ist die Geschichte um den Frosch, der die Kugel aus dem Brunnen holt und dafür im Gegenzug mit der Prinzessin auf dem Fest tanzen möchte, nur einer von vielen Erzählsträngen, die in dem knapp eineinhalbstündigen Märchen erzählt wird. Viel wichtiger scheint eine andere Geschichte. Nachdem die beiden Dienstmädchen die Wäsche zum ersten Mal mit einer vom Alchemisten des Hofes erfundenen Maschine gewaschen haben, werden die Unterwasserbewohner des Brunnens plötzlich krank. Der Frosch weiß keinen Rat und bittet die Prinzessin um Hilfe, die sich verzweifelt an den Alchemisten wendet. Doch wovon sind sie krank geworden? Die kleinen Premierenzuschauer haben gleich Antworten parat. „Vom Waschmittel“, ruft ein Junge ganz laut in den Saal und ein anderer vermutet, dass jemand Plastik ins Wasser geworfen haben könnte. Ein Zeichen, dass die Gesellschaftskritik hinter dem Stück auch bei den jüngsten Zuschauern ankommt.

Aufwendige Bühnenbilder

Für Witz sorgt der Hofnarr, der viele Sprüche wortwörtlich nimmt und damit für Lacher sorgt. So verzieht er bei der Geschichte des Dienstmädchens, die erzählt, dass früher sogar der König ein Auge auf sie geworfen hatte, das Gesicht. „Er hat ein Auge auf dich geworfen? Das ist aber unappetitlich“, sagt er angewidert. Doch der Narr hat nicht nur Humor, er ist auch ein Skeptiker, der mit all den neuen Erfindungen des Alchemisten überhaupt nichts anfangen kann. Dass beispielsweise nun eine Maschine auf dem Fest die Musik spielen soll, findet der Narr so ganz und gar nicht witzig, schließlich war dies all die Jahre seine Aufgabe. Für seinen Spruch: „Menschen sollten sich mit Menschen beschäftigen und nicht mit Maschinen“, bekommt er tosenden Applaus. Und auch seine musikalischen Einlagen werden vom Publikum gefeiert. Doch der Alchemist verteidigt seine Erfindungen. Schließlich könne der Mensch ja selber entscheiden, wie er diese nutze. Die überzeugenden Leistungen aller Schauspieler, die sichtlich in ihren Rollen aufgingen, wurden durch tolle und aufwendige Bühnenbilder und Kostüme ergänzt.

Genau wie die Schauspieler, die Jüngste ist sieben Jahre alt, der Älteste 70, war auch das Publikum bei der Premiere bunt gemischt. Und der Applaus am Ende des Märchens zeigte, dass alle auf ihre Kosten gekommen sind. Für die Schauspieler war es am Sonnabend ein ganz besonderer Abend. Schließlich war es nicht nur die Premiere, sondern auch ein Jubiläum. Bereits zum 25. Mal bringen die „Schlündegründer“ ein Weihnachtsmärchen auf die Bühne. Da kullerte nicht nur bei Ina Lächelt-Schulz, der organisatorischen Leitung der Theatertruppe, ein Tränchen. Auch Regisseur Michael Thai Vu Tien war gerührt. „Vielen herzlichen Dank liebe Zuschauer, denn ohne Sie hätten wir die 25 Jahre nicht machen können“, sagte Ina Lächelt-Schulz. Emotional wurde es vor allem als die langjährige künstlerische Leitung Andrea Starre-Peters, die die Theatergruppe ins Leben gerufen hat, auf die Bühne kam. „Sie hat uns gezeigt, wie toll Theater spielen sein kann. Wir versuchen, liebe Andrea, dein Ansinnen immer weiter zu verfolgen und weiterhin Herzen zu öffnen und dass, was du uns mit auf den Weg gegeben hast, weiterzuleben.“ Andrea Starre-Peters bedankte sich für die lieben Worte. „Ich bin unheimlich berührt, weil ich so dankbar bin, dass ihr das weitermacht, was ich anfangen habe. Ich bin so beeindruckt von der Aufführung heute.“

Weitere Vorstellungen des Märchens „Der Froschkönig“ im Stadtkulturhaus, Am Bleicherberg in Ribnitz-Damgarten: 1. und 2. Dezember, 8. und 9 Dezember sowie 15. und 16. Dezember um jeweils 15 Uhr. Karten, sieben Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder, gibt es in der Stadtinformation am Markt in Ribnitz.

 

Das Stück „Der Froschkönig“ wurde am 24. November zum ersten Mal im Stadkulturhaus in Ribnitz gezeigt. Das Publikum war begeistert.

 

Anika Wenning

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