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Ribnitz-Damgarten Maler beklagt fachfremde Konkurrenz
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Maler beklagt fachfremde Konkurrenz
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00:23 17.04.2018
Die Malermeister Siegfried (re.) und Mathias Noll blicken auf eine 40-jährige Firmengeschichte zurück. Quelle: Foto: Timo Richter
Prerow

Der Rückgang von Einwohnern und fachfremde Konkurrenz auf dem eigenen Terrain beklagt Mathias Noll. Der Malermeister und Inhaber des in Prerow am längsten am Markt tätigen Fachbetriebes blickt dennoch einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft. Im August feiert der Handwerksbetrieb das 40-jährige Bestehen. Derzeit sind in dem Unternehmen vier Mitarbeiter angestellt.

Seit der Wende, beklagt der 42-Jährige, sei die Zahl der Prerower von 1800 auf nun rund 1500 Bewohner gesunken. Unterm Strich seien das 300 potenzielle Arbeitskräfte weniger – am Ende noch mehr, weil ja gerade junge Menschen der Region den Rücken kehrten und deren Nachwuchs fehle.

Wachsen will Mathias Noll unternehmerisch trotz zufriedenstellender Auftragslage dennoch nicht. Abgesehen von fehlenden Fachkräften – und: Seit Jahren hat sich kein einziger Schulabgänger für einen Ausbildungsplatz in dem Meisterbetrieb beworben – will Mathias Noll, gleichzeitig auch Mitglied der Prerower Gemeindevertretung, weiter kleine Brötchen backen.

Dennoch ärgert sich der Malermeister über fachfremde Unternehmen, die ohne fachliche Anmeldung bei der Handwerkskammer als fachfremde Firmen Arbeiten des Malerhandwerks anböten, wie Mathias Noll sagt. Er bedauert, dass solche fachfremden Firmen auch von öffentlichen Institutionen engagiert würden. So würden beispielsweise Raumausstatter oder Messebauer für Malerarbeiten engagiert, ohne dass die entsprechende Qualifikationen besäßen.

Gegründet wurde der Malerbetrieb in Prerow Anfang August 1978 vom Vater Mathias Nolls, Siegfried. Der heute 74-Jährige hatte das Handwerk drei Jahre lang bei Malermeister Kraemer in Prerow gelernt.

Dieser Betrieb ist seit etlichen Jahren nicht mehr am Markt. Im Anschluss wechselte er an die Schiffswerft Rostock. Dort habe er beruflich seine schönsten Jahre erlebt. Später wechselte Siegfried Noll in die damalige Produktionsgenossenschaft des Handwerks nach Barth. Gleichzeitig bildet er sich weiter, schaffte nach der Meisterprüfung 1968 den sogenannten Lehrmeister. Mit diesem Titel durfte er auch künftige Maler in der Berufsschule ausbilden. Das hat Siegfried Noll auch einige Jahre lang in der Berufsschule in Stralsund getan. Irgendwann zog es ihn zurück in den Heimatort. Dort konnte er zu DDR-Zeiten nach einer Bewerbung das Gewerbe übernehmen. Bis zur Wende hat ein gutes Dutzend Auszubildender in dem Betrieb eine Lehre absolviert. Dazu kamen einige Schüler des Bildungszentrums in Ribnitz-Damgarten, die in dem Noll’schen Unternehmen Betriebspraktika absolvierten.

Anfang August 2008 hat Mathias Noll den Betrieb übernommen. Gelernt hat er den Malerberuf von 1992 bis 1995 im heimischen Betrieb. Ausdrücklich betont er, dass die Berufswahl freiwillig erfolgt sei. Im Mai 2000 schaffte Mathias Noll die Meisterprüfung.

Vorrangig beschäftigt sich der Betrieb mit Renovierungsarbeiten. Manchmal wird auch eine der –Darßer Türen aus der Werkstatt der Gebrüder Roloff gestrichen. Das, sagt der Betriebsgründer, sei eine ganz schöne Fummelei. Stress dürfe man an so einem Tag jedenfalls nicht haben.

Ganz selten sind die Beschäftigten des Malerbetriebs Noll in Neubauten zu finden. Zu schlecht sind die Erfahrungen des Betriebsgründers, demnach nach erfolgter Arbeit häufig nur ein Teil des Honorars gezahlt worden sei. Auf das Wagnis, Kosten hinterher laufen zu müssen, wollte sich Mathias Noll erst gar nicht einlassen, und verlegte sich unter Erweiterung des Angebots auf Renovierungsarbeiten.

Derzeit sind die Beschäftigten im Wesentlichen zwischen Zingst und Ahrenshoop unterwegs. Fast 40 Jahre nach Betriebsgründung ist das Einsatzgebiet immer noch vorwiegend der Darß.

Zahl potenzieller Arbeitskräfte stark gesunken

4 Beschäftigte sind derzeit in dem Malerbetrieb Noll in Prerow tätig. Trotz guter Auftragslage soll sich die Mitarbeiterzahl laut Inhaber Mathias Noll künftig nicht weiter erhöhen.

300 Arbeitskräfte fehlen in Prerow insgesamt. Grund ist der Rückgang der Einwohnerzahl von 1800 zu Wendezeiten auf jetzt rund 1500 Bewohner. Weggezogen sind seitdem vor allem junge Menschen

Timo Richter

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