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Ribnitz-Damgarten Energiekontor AG will Solarpark bauen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Energiekontor AG will Solarpark bauen
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09:42 30.10.2018
In der Region sind in den letzten Jahren etliche Photovoltaikanlagen entstanden, unter anderem in Plummendorf Quelle: Anika Wenning
Marlow

Die Bremer Energiekontor AG will im Stadtgebiet von Marlow einen Solarpark bauen. Aufgestellt werden sollen die Module auf einer 40 bis 50 Hektar großen Fläche, die sich zwischen den Ortsteilen Brunstorf und Alt Guthendorf befindet. Pro Jahr soll hier so viel Strom produziert werden, dass damit 12 000 Haushalte versorgt werden können. Dieses Projekt will die Energiekontor GmbH gemeinsam mit der Wöpkendorfer Agrar GmbH umsetzen. Darüber informierte Piotr Jankowski, der in dem Unternehmen als Projektkoordinator tätig ist, die Mitglieder der Marlower Stadtvertretung in ihrer jüngsten Sitzung. Das Unternehmen entwickelt, baut und betreibt Wind- und Solaranlagen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern und ist seit dem vergangenen Jahr auch auf dem USA-Markt tätig.

„Das Besondere an dem auf dem Stadtgebiet von Marlow geplanten Solarpark ist, dass Strom ohne Einspeisevergütung produziert werden soll“, erläuterte Jankowski den Stadtvertretern. Wenn das Vorhaben umgesetzt werden kann, wäre das in Deutschland der erste Solarpark ohne EEG-Vergütung. „Damit hätte Marlow die Chance, eine Pionierrolle einzunehmen bei der Produktion von grünem Strom ohne staatliche Förderung“, machte er weiter deutlich. Auf die Frage von Dr. Fred Wiedemann, wie hoch die Investitionskosten sein würden, antwortete Jankowski, dass er mit Kosten zwischen 15 und 20 Millionen Euro rechne.

Straffer Zeitplan

Das Unternehmen hat sich einen straffen Zeitplan gesetzt und möchte den Solarpark möglichst im Sommer 2020 in Betrieb nehmen. Damit das Projekt in Angriff genommen werden kann, müssten die Stadtvertreter aber erst einmal den Aufstellungsbeschluss zu dem entsprechenden Bebauungsplan fassen. Man hoffe, dass das im Dezember dieses Jahres erfolgen werde, so Jankowski. „Wir planen langfristig und möchten gemeinsam mit Ihnen dieses Projekt entwickeln. Unser Unternehmen möchte sich langfristig in der hiesigen Region etablieren.“ Wie er weiter informierte, wolle man den Strom zu einem festgelegten Betrag über 15 Jahre an einen großen Energieversorger verkaufen. Da ohne staatliche Zuschüsse gearbeitet werden soll, wird für die Kommune unter dem Strich mehr Gewerbesteuer herauskommen. Außerdem soll ein Teil des Nutzungsentgeltes an gemeinnützige Organisationen bzw. Vereine der Stadt gespendet werden, nämlich jährlich 150 Euro pro Hektar, und das 30 Jahre lang. Weiterhin kündigte Jankowski an, dass man bei der Umsetzung des Vorhabens auch lokale Unternehmen ins Boot holen wolle.

Boden von geringer Qualität

Bürgermeister Norbert Schöler (CDU) sagte in der Sitzung: „Es ist interessant, dass der Investor ohne Einspeisevergütung auskommen will. Die ökonomischen Vorteile für die Stadt liegen aus meiner Sicht auf der Hand. Wenn die Stadtvertreter in ihrer Sitzung im Dezember den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan fassen, dann wird das Projekt ganz normal durch die Ausschüsse gehen.“ Die Ziele, die sich die Energiekontor AG, in puncto Zeitablauf stelle, „sind sehr sportlich, aber nicht unrealistisch“. Der Bürgermeister hob auch hervor, dass sämtliche Planungskosten und auch die Ausgleichsmaßnahmen von dem Unternehmen getragen werden würden. Bei der für die Errichtung der Solaranlage ins Auge gefassten Fläche handle es sich übrigens um Böden von geringer landwirtschaftlicher Qualität, so Jankowski. Er sagte weiter, dass die Möglichkeit bestehe, die Fläche des künftigen Solarparks zu nutzen, um hier Bienenwiesen anzulegen.

1990 gegründet

Die Energiekontor AG wurde 1990 gegründet. Bis Mai dieses Jahres hat das Unternehmen 118 Windparks mit knapp 940 Megawatt in Deutschland, Großbritannien, Portugal und Griechenland errichtet. Die Summe der Gesamtinvestitionen beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. 34 Windparks und ein Solarpark mit einer Gesamtleistung von 269 Megawatt befinden sich im Eigentum der Energiekontor AG. Im Konzern sind 194 Mitarbeiter tätig, devon 139 fest.

Edwin Sternkiker

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