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Ribnitz-Damgarten Meisterhafte Bilder im Deutschen Bernsteinmuseum
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Meisterhafte Bilder im Deutschen Bernsteinmuseum
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00:00 28.04.2016
Gänsehüterin in Mecklenburg ( Öl auf Leinwand, 1884) ist eines von 40 Werken von Anna Gerresheim , die im Bernsteinmuseum zu sehen sind.
Ribnitz-Damgarten

Manchmal dauert es lange, bis ein berühmter Sohn oder eine berühmte Tochter einer Stadt oder eines Dorfes im Geburtsort die gebührende Ehrung erfährt.

Anna Gerresheim, Selbstporträt, um 1890. Repros: Museum
Gänsehüterin in Mecklenburg ( Öl auf Leinwand, 1884) ist eines von 40 Werken von Anna Gerresheim , die im Bernsteinmuseum zu sehen sind.

Im Falle von Anna Gerresheim dauerte es sogar sehr lange, bis man sich in der Bernsteinstadt der 1852 in Ribnitz geborenen und 1921 in Ahrenshoop verstorbenen Malerin erinnerte und eine Straße nach ihr benannte. Das war im vergangenen Jahr. Jetzt wird die Künstlerin in Ribnitz-Damgarten endlich auch mit einer Ausstellung geehrt. Unter dem Titel „...das ist zeitlos“ wird sie heute im Deutschen Bernsteinmuseum um 18 Uhr eröffnet. Zu sehen sein werden 40 Gemälde und Grafiken der Künstlerin aus privaten Sammlungen. „Es ist ein nach langer Zeit umfassender Blick auf das Lebenswerk dieser herausragenden, in Ribnitz geborenen Malerin“, sagte Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums. Ihm ist es zu verdanken, dass diese Ausstellung zustande gekommen ist.

Das Geburtshaus von Anna Gerresheims steht heute noch in der Langen Straße in Ribnitz. Sie war eine Tochter des Ribnitzer Ratsherrn Eduard Adolph Gerresheim und dessen Ehefrau Dorothea Henriette, verbrachte aber nur wenige Jahre in ihrer Geburtsstadt. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Landschaftsbilder. Sie war Mitbegründerin der Ahrenshooper Künstlerkolonie. Da Frauen im kaiserlichen Deutschland das Studium an Kunstakademien nicht gestattet war, ermöglichten ihr die Eltern ab 1874 den Besuch der Malschule von August Tom Dieck in Dresden. Ab 1876 folgte dann für vier Jahre ein Aufenthalt an der Malschule von Karl Gussow in Berlin. Während dieser Zeit entstanden vor allem Porträts und Genrebilder. 1881 besuchte sie die Künstlerkolonie im dänischen Hornbæk. Es folgten Studienaufenthalte in London und Wales. Prägend wurde 1883 eine Reise nach Paris. 1885 arbeitete sie nachweislich das erste Mal in Ahrenshoop, wohin sie dann später mit ihren Schwestern Bertha und Auguste zog. Damit war sie die erste Malerin, die sich neben männlichen Malerkollegen Paul Müller-Kaempff und Friedrich Wachenhusen in Ahrenshoop niedergelassen hatte. Dort verschrieb sie sich vor allem der Landschaftsmalerei. Es „waren gerade die Landschaften,...in denen sie sich künstlerisch eigenständig weiterentwickelte. In der Künstlerkolonie Ahrenshoop fand Anna Gerresheim dafür den idealen Platz und die Motive: das Fachwerkhaus, den Garten und die Landschaft des Fischlandes, die sie in impressionistischer Malweise gestaltete“, so Dr. Ruth Negendanck in ihrem 2012 erschienenen Buch „Anna Gerresheim. Ihr Weg nach Ahrenshoop“. Ruth Negendanck, freie Mitarbeiterin am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, ist Kuratorin der Ausstellung und wird heute in diese einführen. Zur Ausstellungseröffnung spricht weiterhin Dr. Kathrin Arrieta, künstlerische Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop.

Zum Titel der Ausstellung „...das ist zeitlos": Das kleine Zitat stammt von Anna Gerresheims Ahrenshooper Malerkollegin Edla Charlotte Rosenthal, die diese am 24. Mai 1928 an Eduard und Lily Gerresheim in Althagen über die Arbeiten Annas geschrieben hatte. Ob dieses Zitat mit dem Abstand von 88 Jahren seine Gültigkeit behalten hat: Die Besucher sind eingeladen, es bei einem Gang durch diese Ausstellung selbst herauszufinden.

Ausstellungseröffnung: 28. April, 18 Uhr, Deutsches Bernsteinmuseum.

Lange vergessen

Nach ihrem Tod 1921 wurde Anna Gerresheim 1928 in der Großen Berliner Kunstausstellung mit einer Gedächtnisausstellung geehrt. Zwölf Bilder, fast ausschließlich Landschaftsgemälde, von ihr waren dort zu sehen. Danach geriet die Künstlerin viele Jahre in Vergessenheit. Bis 2001/2002 Bilder von ihr im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg in der internationalen Ausstellung „Künstlerkolonien in Europa. Im Zeichen der Ebene und des Himmels“ und im Singer Museum in Laren/Niederlande 2002 gezeigt wurden. Weitere Ausstellungen: Anna Gerresheim — Ihr Weg nach Ahrenshoop.

Dünenhaus, Ahrenshoop (2002), Anna Gerresheim — das grafische Werk. Von der Griffelkunst zum Erlebnis der Farbe. Kulturhistorisches Museum, Rostock, Kloster zum Heiligen Kreuz (2003), Anna Gerresheim — das grafische Werk Kunstkaten, Ahrenshoop 2004)

Von Edwin Sternkiker

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