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Mieser Gehweg und Unfälle: den Freudenbergern reicht‘s

Ribnitz-Damgarten Mieser Gehweg und Unfälle: den Freudenbergern reicht‘s

Eine Interessengemeinschaft aus dem Ribnitz-Damgartener Ortsteil fordert jetzt die Geschwindigkeit zu senken — und einen kombinierten Geh- und Radweg zu bauen.

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Stolperfalle Gehweg: Mit ihrem Rollator kann Hedwig Lippmann (91) nur ganz vorsichtig in Freudenberg entlanglaufen.

Quelle: Anika Hoepken

Ribnitz-Damgarten. Bei vielen Bewohnern von Freudenberg, deren Häuser an der Ortsdurchfahrt der L 181 stehen, liegen die Nerven blank.

Warum, das erläuterten einige von ihnen den Mitgliedern des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Verkehr in ihrer Sitzung am Dienstag.

Sie berichteten von einem Gehweg, dessen Betonplatten zerbröseln und sich in Mosaikflächen auflösen. „Irgendwann stehen die hochkant“, sagt Ulrich Chudziak von der Freudenberger Interessengemeinschaft. „Leute mit Rollator oder elektrischer Fahrhilfe können den Weg schon jetzt nicht mehr benutzen.“ Zum Teil gibt es entlang der viel befahrenen Landesstraße gar keinen Bürgersteig. Gefährliche Sache, finden die Bürger. Denn es gilt Tempo 70, gefahren werde aber häufiger deutlich mehr. Dieter Pohl berichtete den Ausschussmitgliedern: „Wenn man den Grünstreifen vorm Haus mähen will, und da donnern in einem Abstand von gerade mal 20, 30 Zentimetern Lkw mit Tempo 70 oder auch mal mit 90 durch, dann wird es lebensgefährlich.“ Damit aber nicht genug: Da das Straßenniveau im Laufe der Jahre erhöht wurde durch das Auftragen von Split, laufe das Regenwasser über den Bürgersteig auf die Grundstücke, und von da sei es bereits in einige Häuser eingedrungen, ergänzte Ulrich Chudziak. Die Bürger fordern, dass die Straße in Ordnung gebracht, ein kombinierter Geh-und Radweg gebaut und als erste Maßnahme Tempo 50 eingeführt wird. Mit diesen Forderungen sind sie allerdings beim Bauministerium bzw. bei der Kreisverwaltung gegen die Wand gelaufen. Daran hat auch eine Vorortbegehung mit einem Vertreter des Straßenbauamtes nichts geändert. Chudziak: „Die ministerielle Einschätzung lautete: ‘Die Straße ist völlig in Ordnung.‘“

Die Forderung der Bürger Tempo 50 einzuführen, unterstützt der Ausschuss nachdrücklich. Der Kreis lehnt dies allerdings ab. „Nicht, weil der Kreis nicht will, sondern weil es die gesetzlichen Vorgaben nicht zulassen“, sagt Doris Möller vom Sachgebiet Verkehrsangelegenheiten und begründete die Ablehnung einer Geschwindigkeitsreduzierung damit, dass Freudenberg keine geschlossene Ortslage habe und die Straße eine Durchgangsstraße nach Marlow sei und nicht zum Ortskern führe, der sich beim Altersheim befinde. Ulrich Borchert (CDU/FDP) und weitere Ausschussmitglieder werfen der Kreisverwaltung vor, sich hinter Paragraphen zu verstecken. Der größte Teil der Bewohner in Freudenberg unterstützt die Forderung nach Tempo 50 und den Bau eines Geh-Rad-Weges. Das machte eine Aktion deutlich, bei der über 90 Unterschriften zusammen gekommen sind, berichtete Chudziak. Die habe er an den Bürgerbeauftragten des Landes geschickt. Dieser habe am Dienstag mitgeteilt, dass sich das Bauministerium noch nicht geäußert habe. „Es gab in diesem Jahr bereits drei schwere Unfälle, was muss denn noch passieren?“, fragte er.

Ausschussvorsitzender Horst Schacht (Die Linke) sicherte zu, er werde das Problem in die Stadtvertretung tragen. Außerdem werde man das Straßenbauamt Stralsund wegen des Gehweges und den Kreis noch einmal wegen Tempo 50 anschreiben. Dem Ausschussmitglied Hans-Dieter Konkol (CDU/FDP) reicht das nicht. Wenn der Weg in einem so schlechten Zustand sei, berühre das die Verkehrssicherungspflicht. Da müsse der Rechtsträger so schnell wie möglich in die Pflicht genommen werden, forderte er.

Mehrere schwere Unfälle
In diesem Jahr haben sich im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Freudenberg bereits mehrere schwere Verkehrsunfälle ereignet. Am 3. März fuhr ein alkoholisierter 45-Jähriger am späten Abend gegen einen Baum, das Auto fing Feuer. Die Anwohner Steffen Blaschke und Karlheinz Nelson waren rechtzeitig zur Stelle und konnten den Fahrer aus dem Wagen holen. Am 8.

März fuhr ein 34-Jähriger frontal gegen einen Baum und erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Die Feuerwehrleute aus Ribnitz und Damgarten mussten das Dach des Skoda heraustrennen, um den Fahrer aus Ribnitz-Damgarten aus seinem Auto herausholen zu können.

 

Edwin Sternkiker

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