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Mit Demo die Straße blockieren

Lichtenhagen Mit Demo die Straße blockieren

Die Einwohner im Elmenhorster Weg fordern eine Verlagerung des Verkehrs.

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Genervt: Die Bewohner des Elmenhorster Wegs fordern, dass der Durchgangsverkehr zwischen Rostock und Elmenhorst verschwindet.

Lichtenhagen. Auf der einen Seite die privaten Grundstücke, auf der anderen ein Graben, Rad- und Gehwege existieren nicht. Mühsam quälen sich die Autos auf der engen Straße aneinander vorbei. Abgefahrene Außenspiegel sind keine Seltenheit, berichten die Anwohner des Elmenhorster Wegs in Lichtenhagen. Seit vielen Jahren kämpfen sie für eine Entlastung vom Durchgangsverkehr zwischen Rostock und Elmenhorst. Jetzt reicht es ihnen.

„So kann es nicht weitergehen, wir fordern konkret und zeitnah den geplanten Weiterbau der Mecklenburger Allee“, sagt Rolf Dubois (60) und die Nachbarn am Tisch nicken zustimmend. Nur das bringe Entlastung. Eine Bürgerinitiative wird gegründet und eine Demonstration bei der Stadt beantragt. Dann soll der Elmenhorster Weg wie schon einmal — zumindest für einige Stunden — blockiert werden.

Vertrösten lassen wollen sie sich nicht mehr. „Ich bin 1985 hierhergezogen, seitdem geht das so“, sagt Paul Kurze (79). „Man hat versucht, uns über die Jahre ruhig zu stellen und für dumm zu verkaufen — jetzt reicht es“, so Rolf Dubois. Sie fühlten sich als Bürger zweiter Klasse, fügt Ehefrau Monika hinzu.

Die Probleme sind vielfältig: An das vorgeschriebene Tempo 30 halten sich die wenigsten und Lastwagenfahrer würden die Tonnage-Begrenzung konsequent missachten, beschreiben die Anwohner ihre Sorgen.

Kinder und Radfahrer seien in ständiger Gefahr. Der Schwerlastverkehr durch den Bau des benachbarten Wohngebiets Kalverrad habe die Straße stark verschlissen. Gräben und Vorfluter seien in einem so schlechten Zustand, dass Anwohner bereits zur Selbsthilfe schreiten um ihre Grundstücke zu schützen. „Die Sicherheit geht vor“, sagt Jochen Martens (66). Aktuelle Verkehrszählungen zum Elmenhorster Weg liegen den Anwohnern nicht vor, aber in Spitzenzeiten seien es schon mal 300 Fahrzeuge in der Stunde, sagt Rolf Dubois. Vor allem im morgendlichen und abendlichen Pendlerverkehr sowie an den Wochenenden. Und für den Autoverkehr sei die Straße eigentlich sogar zu schmal, ergänzt Paul Kurze. Für die Anwohner ist klar: Nur der Weiterbau der parallel verlaufenden Mecklenburger Allee in Richtung Elmenhorst kann die Lösung sein. Versprochen war das schon einmal für 2014, die jüngsten Signale von Land und Stadt stimmen aber wenig optimistisch.

Lieber heute als morgen würde er die Mecklenburger Allee weiterbauen, sagt Heiko Tiburtius, Chef im Rostocker Tiefbauamt. Geld für diese Querspange sei mittelfristig jedoch nicht im Haushalt eingeplant. Außerdem stehe noch nicht fest, wann das Land die südliche Ortsumgehung Elmenhorst baut, an die die Weiterführung der Mecklenburger Allee angeschlossen werden soll. Selbst wenn das laufende Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist, rechnet Tiburtius mit einem Baubeginn nicht vor 2020. Das hatte das zuständige Straßenbauamt Güstrow kürzlich gegenüber der OZ auch genauso erklärt. In einem offenen Brief wollen die Menschen aus dem Elmenhorster Weg Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ihre Nöte schreiben. „Dann erwarten wir eine Antwort“, sagt Edith Burmeister (64).

Vom Elmenhorst bis zur Stadtautobahn
Seit 1998 wird über die Ortsumgehung von Elmenhorst beraten. Kommt diese, soll sie auch eine Anbindung über Lichtenhagen an die Rostocker Stadtautobahn einschließen. Dafür wäre dann die Hansestadt zuständig, während die etwas mehr als vier Kilometer lange Verlegung der L 12 südlich um Elmenhorst herum in den Händen des Landes liegt. Dafür läuft gerade das Planfeststellungsverfahren, die öffentliche Auslegung der Unterlagen endete Mitte des Monats. Bis zum 31. März können Betroffenen Einwände gegen die Planung äußern. Das zuständige Straßenbauamt rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem Baubeginn vor dem Jahr 2020.

 



Thomas Niebuhr

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