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Ribnitz-Damgarten Ribnitzerin will mehr Kuscheltiere basteln
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitzerin will mehr Kuscheltiere basteln
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17:06 31.10.2018
Ursula Mauritz macht Kuscheltiere für Kinder in Krankenhäusern. Um die Materialien zu bezahlen, verkauft sie am Freitag Kekse im Ribnitz-Damgartener Famila-Markt. Quelle: Moritz Naumann
Ribnitz-Damgarten

Vom Schicksal geprägt und doch unverwüstlich: Ursula Mauritz ist krank. Sie soll, ärztlich verordnet, Menschengruppen meiden und verbringt deshalb viel Zeit zuhause. Vor drei Jahren begann die 65-Jährige dann aus dem Exil ihrer eigenen vier Wände Kuscheltiere für krebskranke Kinder anzufertigen. Stoffe, Knöpfe, Strickzeug und Co.: Ihr Engagement ist kostspielig. Mit selbst gebackenen Keksen will die Rentnerin nun ihre Stofftierkasse füllen, um noch mehr Kindern eine Freude machen zu können.

Dagmar Peters greift beherzt zu und bringt die zwei schweren Kisten – prall gefüllt mit Butterplätzchen, Nussmakronen und Marzipanplättchen – in die warme Stube. „Ich bin froh, so eine tolle Freundin und Helferin zu haben“, sagt Ursula Mauritz mit einem stolzen Lächeln, dass über die Mundwinkel hinaus zu ragen scheint. Mauritz hat schon viele Stunden damit zugebracht, allerlei Leckereien für den zweiten November vorzubereiten, „denn da verkaufe ich Plätzchen und Kekse im Ribnitzer Famila-Markt.“ Diese sollen den Menschen nicht nur eine Freude machen, der Erlös soll der 63-Jährigen die Arbeit erleichtern. Denn die gelernte Krankenschwester fertigt seit drei Jahren Kuscheltiere für krebskranke Kinder (die OZ berichtete).

Helfen aus Erfahrung

Wie schlimm ein Aufenthalt im Krankenhaus ist, weiß sie aus eigener Erfahrung: „Ich habe selber schon einige Male über fünf Wochen in Krankenhäusern liegen müssen.“ Eine seltene Krankheit, genannt Leukocytopenie, sorgt dafür, dass ihr eigener Körper die weißen Blutkörperchen bekämpft. „Und die sind notwendig, um Viren und andere Erreger aus dem Körper fern zu halten.“ Weil sie sich schnell bei Menschen ansteckt, muss sie größere Gruppen meiden. Im Moment laboriert sie an der zweiten Erkältung innerhalb von zwei Wochen. Eine Depression und ein schweres Rückenleiden erschweren der 65-Jährigen zusätzlich den Alltag. Ihre Tochter leidet zudem an MS (Multiple Sklerose). Was ihr hilft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern? Kindern den Krankenhausaufenthalt erträglich machen. „Ich habe damit eine Aufgabe, einen Sinn und kann mich ablenken. Es ist auch Therapie.“

Für ihr Engagement investiert Mauritz nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. „Wissen sie, manche können nicht verstehen, dass ich das mache, aber gibt es etwas Schöneres als einem Kind für einen Moment den Schrecken der Krankheit zu nehmen?“, sagt Mauritz. Sie könne noch so viel mehr machen. Einzig fehle Geld und Unterstützung. „Ich habe schon tolle Sachen gespendet bekommen, aber vieles konnte ich nicht gebrauchen.“ Die gebürtige Oldenburgerin redet etwa von alter Kleidung, „Ich habe vor Klamotten oft nicht mehr gewusst, wo ich hintreten soll. Zum Teil stank die sogar stark.“ Oft werde sie gefragt, warum sie nicht ein Spendenkonto eröffne. „Die Voraussetzung wäre, dass ich einen Verein gründe. Dann müsste ich aber Buch führen, Mitglieder aufnehmen und viel mehr verwalten. Das ist Zeit, die mir dann zum Anfertigen der Kuscheltiere fehlt“. Wirklich hilfreich ist die Kooperation mit dem Ribnitzer Famila-Markt. Seit Anfang des Jahres habe sie schon eine 100-Euro-Spende, viele Süßigkeiten und alles an Backutensilien erhalten, was für die Kekse nötig sei.

Ein Ordner für das Dankeschön

In den vergangenen Jahren habe Mauritz etwa 1000 Kuscheltiere angefertigt. „Die gehen an die Kliniken in Rostock, Lübeck und Magdeburg.“ Sie hält kurz inne und greift einen unscheinbaren roten Ordner aus ihrer Anrichte. In diesem befinden sich Schreiben der Kliniken, Briefe von Eltern und von den Kindern gemalte Bilder. „Das sind Danksagungen. Die bewahre ich natürlich auf“, sagt Mauritz sichtlich gerührt, bevor sie sich wieder ihrer Backstube widmet. „Ich mache jetzt noch Vanillekipferl. Wenn am Freitag etwas übrig bleibt, gehen die an die Krankenschwestern.“ Denn auch die würden mal eine Aufmerksamkeit verdienen.

Hier gibt es die Kekse

Am zweiten November steht Ursula Mauritz ab 8 Uhr am Eingang des Ribnitzer Famila-Marktes (Rostocker Landweg 1), um ihre Plätzchen zu verkaufen. „So lange der Vorrat reicht“, sagt die 65-Jährige. Darüber hinaus steht ein Spendenschwein zur Verfügung. Engagierte Unterstützer können ihr aber auch jederzeit bunte und lebensfrohe Stoffe spenden. Nähere Informationen für Sach-und Geldspenden erhalten sie unter: 01 57 53609772.

Moritz Naumann

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