Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Mittendrin im Agenten-Thriller
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mittendrin im Agenten-Thriller
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.05.2017
Verfolgungsjagd auf der Pütnitzer Betonpiste: Die Handschellen klicken hinter dem Rücken des Wolgafahrers. Quelle: Foto: Susanne Retzlaff

Wir schreiben das Jahr 1977. Die Welt ist in zwei feindliche Blöcke geteilt. Der sowjetische Geheimdienst und die amerikanische CIA bekämpfen sich – auch im Technik-Museum Pütnitz.

„Sie dürfen passieren. Führen Sie dieses Papier immer mit sich und folgen sie der Straße bis zum nächsten Posten“, schnarrt der Uniformierte am Haupttor des Militärflughafens mit teilnahmsloser Freundlichkeit. Auf der Strecke durch den dichten Wald scheint dauerhaft Dämmerung zu herrschen. Verfallende Kasernen blinzeln zwischen Baumstämmen – kein Käuzchen ruft.

Endlich winkt ein Posten, hinter dem Pritschenwagen mit den – oha, zerschossenen? – Scheiben geht es weiter. Halle 1 taucht auf, still ruht hier der See. Das Militär begleitet den Gast ins Lagezentrum. Die Tafel im eher spröden Ambiente ist schick eingedeckt. Die leise plaudernden Zivilisten erwarten ein Drei-Gänge-Menü, die Spannung steigt. Erst Vorspeise oder erst Action?

„Wir verraten nichts.“ Robert Engel und Nicole Klehn aus Greifswald haben den übrigen Gästen eine Spur Geheimwissen voraus, und genießen das. Eine Sirene beantwortet die Frage: Alle in den Bus! Der Fahrer steuert Richtung Rollbahn. „Da fährt ja einer! Und noch einer hinterher!“ Ein Militärfahrzeug versucht den schlingernden Wolga vor ihm zu stoppen. Die Passagiere im Bus werden Zeugen der Verfolgungsjagd auf der Betonpiste, die von einem Panzer frontal gestoppt wird.

Die Handschellen klicken hinter dem Rücken des Wolgafahrers. Der KGB rückt an, Irina Moskowskaja lenkt ihre festen Schritte Richtung Bus. „Genossen Bürger, Sie sind rekrutiert!“

Spätestens jetzt hatten die Zivilisten eine Vorspeise im Lagezentrum verdient. „Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht“, versichert Frank Müller-Meinke, Gastgeber als Vorsitzender des Fördervereins Technik-Museum Pütnitz, und beweist zivilen Ungehorsam. Ohne die ausdrückliche Erlaubnis des KGB gibt er den gebratenen Spargel mit Erdbeeren und Rucola zum Genuss frei. Das Menü hat er von einem renommierten Hotel in Marlow zubereiten und liefern lassen. So gestärkt lassen sich die Zivilisten ins Bild setzen und in Ermittlergruppen einteilen.

Unter mysteriösen Umständen sei der soeben verhaftete CIA- Agent mit einer russischen MIG 22 in Pütnitz gelandet, erfahren sie von der gestrengen Genossin Moskowskaja. Was genau geschehen ist, sei nun von ihnen zu ermitteln.

Die Nachforschungen im urigen Gelände und in der authentischen Atmosphäre der Hallen beginnen. Ist der Agent echt? Welche Rollen spielen der apellsüchtige Oberst, die schrille Sekretärin und der Professor, der das unheimliche Projekt „Väterchen Frost“ austüftelte?

Echte, freie Dialoge zwischen Darstellern und Gästen decken amüsante Details auf und legen falsche Fährten.

Die Landtagsabgeordnete Susann Wippermann staunt über die schauspielerischen Leistungen und ist sich nicht mehr sicher: „Haben wir überhaupt die richtigen Fragen gestellt?“ Das wissen auch Eckard Katke und Arnhild Stallbaum nicht mehr, sie kennen die normalen „mörderischen Dinners“ der „Küstenkrimi-Games“ aus der Hansestadt. Doch dieser Outdoor-Plot wurde speziell für Pütnitz entwickelt, Umgebung und Geschichte spielen mit.

Nun raucht den beiden Stralsundern der Kopf. „Es ist schwieriger aber spannend, macht richtig Spaß!“ Neue Beweise wurden gesichert, Arnhild Stallbaum, Mirella Fürstenberg aus Tribsees und Nicole Klehn versuchen eine geheime Botschaft zu decodieren, als sich die Ereignisse überschlagen.

Verfolgung im Bus, Explosion und Geiselnahme – die ermittelnden Zivilisten bekommen das ganze Agententhriller-Programm – doch wer, was und mit wem? Nachdenken zum Dessert, der Busfahrer jedenfalls war es nicht, soviel darf verraten werden, und natürlich klärt sich schließlich alles auf.

Nach getaner Arbeit können sich die fleißigen Ermittler bei einem Rundgang durch die Hallen entspannen, selbst Lkw oder Kettenfahrzeug fahren oder an einer Spritztour im Amphibienfahrzeug teilnehmen, verspricht Müller-Meinke.

Das Pütnitzer Spektakel

Für Pütnitz inszenierten die Macher der Küstenkrimi-Games ein

besonderes Outdoor- Spektakel zum Dinner.

Die Premiere ist für den 27. Mai angesetzt. 18.30 Uhr ist Anreise am Haupttor des Geländes. Der Kartenpreis liegt mit 120 Euro pro Person etwa auf einer Höhe mit einem Theaterabend und enthält die gesamte Agenten-

inszenierung, das Drei-Gänge-Menü,

Begrüßungsgeschenk, Gewinner-Preis, die

Besichtigung der Hallen des Technik Museums sowie Touren mit Lkw, Ketten- und Amphibienfahrzeug.

Weitere Termine des Spektakels sind für den 24. Juni, 22. Juli, 12. August, 16. Septemper und 21. Oktober geplant. Das Pütnitzer Spektakel ist unabhängig davon von Gruppen ab 20 Personen nach Absprache buchbar.

Karten für die Veranstaltung gibt es unter www.technikverein-

puetnitz.de oder vor Ort im Museumskiosk.

Susanne Retzlaff

Mehr zum Thema

Axel Bitschofsky und Roland Stadler befreien die Fliesenwände des Schwimmbeckens von Algen

10.05.2017

Zum 22. Mal lädt die CDU/FDP-Fraktion der Ribnitz-Damgartener Stadtvertretung zur Frühlingswanderung ein. Treff ist am morgigen Sonnabend um 10 Uhr an der Bushaltestelle in Klein Müritz.

12.05.2017

Das ein Jahr alte Tier wurde im Grimmener Heimattierpark ausgebrütet

12.05.2017

Nach dem Überfall in Göhren konnte das 56 Jahre alte Opfer keine genaue Beschreibung des Täters abliefern. Allerdings hat die Polizei offenbar DNA des Täters sichergestellt.

17.01.2018

Fachgymnasium Velgast punktet mit familiärer Atmosphäre und Projekten

02.02.2018

Am Gymnasialen Schulzentrum Barth werden 787 Schüler unterrichtet. Das Konzept der Freiarbeit ist dabei ein wichtiger Baustein. Die Schüler sollen vor allem lernen, selbstständig zu arbeiten.

02.02.2018
Anzeige