Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Nachwuchs-Politiker gesucht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Nachwuchs-Politiker gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 07.02.2019
Die beiden Barther Sven Sternekieker (27, l.) und Ulli Herzog (18) wollen Stadtvertreter werden. Quelle: Anika Wenning
Barth

Sorgen macht sich Kerstin Klein (SPD) schon seit Längerem. „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, erklärt die Stadtvertreterin. „Wenn man sich den Altersdurchschnitt der Barther Stadtvertretung ansieht, weiß man, dass wir junge Leute brauchen.“ Stadtvertreter unter 50 Jahre gebe es kaum. Die meisten seien wie sie über 50. „Das ist kein Querschnitt der Gesellschaft mehr. In dem Alter über 50 hat man andere Probleme als ein 30-Jähriger“, erklärt Kerstin Klein. Gerade mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl am 26. Mai sei das Thema umso wichtiger. Zumal in Barth in den kommenden Jahren zahlreiche Themen anstehen würden, die vor allem junge Leute bewegen. „Turnhalle, Sportplatz und die Schulen“, zählt die Stadtvertreterin auf. Doch junge Leute zu motivieren, sich zu engagieren, sei schwierig.

Umso glücklicher ist die Stadtvertreterin, dass bei der Kommunalwahl im Mai gleich zwei junge SPD-Mitglieder Stadtvertreter in Barth werden wollen – der 27-jährige Sven Sternekieker und der 18-jährige Ulli Herzog. Beide sind erst vor Kurzem in die SPD eingetreten. „Ich wohne seit knapp vier Jahren in Barth“, erklärt der gebürtige Stralsunder Sven Sternekieker. Durch Dr. Stefan Kerth sei er vor eineinhalb Jahren zu den Ortsvereinssitzungen der SPD gekommen. Zunächst nahm er lange nur als Gasthörer teil, seit Januar 2019 ist er Mitglied der Partei. „Ich möchte mich in der Stadt engagieren, in der ich lebe und arbeite“, sagt der 27-Jährige. Als er gefragt wurde, ob er Stadtvertreter werden möchte, sagte er gleich zu. „Mir ist der Bereich Wirtschaft wichtig. Dass junge Menschen hier Arbeit finden“, sagt der Versicherungs- und Finanzierungsmakler. Und auch die Darßbahn liege im am Herzen.

Vertrauen zurückgewinnen

Ulli Herzog möchte vor allem die Bildungspolitik voranbringen. Der 18-Jährige macht gerade an der Freien Schule in Prerow sein Abitur, engagiert sich im Schülerrat sowie im Kreis- und Landesschülerrat. „Lehrermangel ist ein wichtiges Thema. Da ist es Zeit, endlich Lösungen zu finden“, sagt der Barther. Politisch interessiert, sei er schon lange. „Mir war auch schnell klar, dass ich politisch eher links orientiert bin“, sagt der Schüler, der zunächst allerdings nicht in eine Partei eintreten wollte. „Spätestens zur Bundestagswahl habe ich aber gedacht, dass ich mich jetzt einmal entscheiden muss und die SPD hat mich überzeugt.“ Während der Barther zunächst bei den Jusos eintrat, folgte im November der Eintritt in die SPD. Er hofft, dass es mit der Wahl zum Stadtvertreter klappt. „Wir zwei sind jung, frisch und haben Ideale. Ich möchte Barth weiterentwickeln“, sagt der 18-Jährige. „Wir brauchen junge Leute, die Politik wieder cool machen. Ich glaube nicht, dass junge Menschen politikverdrossen sind. Sie sind eher parteienverdrossen.“ Hier sei es wichtig, dass Vertrauen zurückzugewinnen. „Wir müssen zeigen, dass wir etwas ändern wollen. Erneuerung heißt nicht, alte Konzepte wieder herauszukramen“, meint der Schüler. Er wolle niemanden überzeugen, in eine Partei einzutreten, aber unbedingt dazu bewegen, zur Wahl zu gehen. Deshalb möchte er einen parteiübergreifenden Interessenverband gründen, um Jugendlichen das Thema Wahlen und Politik näher zu bringen.

Lothar Wiegand (Die Linke) weiß, wie schwierig es ist, junge Leute zu finden. „Mit Nachwuchs sieht es schlecht aus“, erklärt der Barther Stadtvertreter. Seine Fraktion will mit zehn Kandidaten zur Wahl antreten. Alle zehn Plätze seien aber noch nicht vergeben. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir noch genügend Kandidaten finden. Wir haben auch jemanden in Aussicht, der um die 30 Jahre ist“, berichtet Lothar Wiegand. Stadtpräsident Ernst Branse (CDU) kennt die Schwierigkeiten. „Da haben alle Parteien das gleiche Problem. Es wird immer schwieriger, dass Jugendliche Verantwortung übernehmen. Wir freuen uns, über junge Leute, die sich engagieren möchten.“ Michael Schossow, 1. Vorsitzender der Wählergemeinschaft „Bürger für Barth“ findet, dass es den jungen Leuten aber auch nicht einfach gemacht werde. Die Arbeit in der Stadtvertretung sei sehr zeitintensiv. „Viele arbeiten auswärts, kommen spät nach Hause und haben Familie“, sagt der 42-Jährige. „Und es ist auch schwierig, junge Leute für die Kommunalpolitik zu begeistern. Man hat keinen schnellen Erfolg. Alles ist sehr langwierig.“

Anika Wenning

Das zweite „Treffen der Gastronomen“ ist am 15. März in der Clubgaststätte „Vinetablick“. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

07.02.2019

Die bundesweit tätige Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ hat die Kindertagesstätte „Muschelsucher“ zum zweiten Mal zertifiziert. Die Einrichtung erreichte ein Ergebnis weit über dem Bundesdurchschnitt.

07.02.2019

Weitgehend aus Holz werden die neuen Strombrücken erstellt. Darauf hat sich der Betriebsausschuss verständigt. Zum Saisonstart werden zwei Schwimmbrücken eine Zwischenlösung darstellen. Wünsche des Ostseebades haben Eingang in die Planungen der Zuwegung zum Inselhafen gefunden.

06.02.2019