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Ribnitz-Damgarten Neue Bootsmanufaktur am Wirtschaftshafen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neue Bootsmanufaktur am Wirtschaftshafen
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14:00 08.02.2019
Der Abrissbagger fördert jeden Tag neue Überraschungen ans Tageslicht. Quelle: Volker Stephan
Barth

Der Unternehmer Olaf Lingrön errichtet am Barther Wirtschaftshafen auf 4000 Quadratmetern Grundfläche ein Büro- und Sozialgebäude – optisch an einen Leuchtturm erinnernd – und eine Produktionshalle. In der zukünftigen Bootsmanufaktur sollen jährlich 50 Motorboote der Marke „Smartliner“ in den Längen 19, 22 oder 24 Fuß nach individuellen Kundenwünschen gefertigt und ausgerüstet werden. Die Erdarbeiten auf dem weitläufigen Gelände seiner Firma „Sportboote- und Industriemotoren Lingrön“ haben bereits begonnen. Doch sehr zum Ärger des Bauherrn fördert der Bagger, der den Boden Meter für Meter durchackert, zunächst erst einmal schier unglaubliche Mengen von Überbleibseln einer vergangenen Industrieepoche zutage. Angesichts der riesigen Beton- und Ziegelschutthaufen sowie des Rohrleitungsschrotts scheint es fast so, als hätte die einstige Barther Zuckerfabrik ein unterirdisches Eigenleben geführt.

Doch Olaf Lingrön weiß es besser: „Es handelt sich hier um alte Fundamente und Kabelschächte sowie um Abwasserkanäle und -rohre, durch die einst der Rübenschlamm zu den Klärbecken geleitet wurde. Es ist nur ärgerlich, dass man mir die Fläche vor fast 20 Jahren als beräumtes Bauland verkauft hat. Die damals tätige Abrissfirma hatte die Oberfläche schön planiert und geharkt, so dass nichts auf verborgene Hinterlassenschaften schließen ließ“. Die Beräumung des Untergrunds gefährde die Durchführung des Bauvorhabens nicht, aber wahrscheinlich verzögere sich dadurch der eigentliche Baustart, bedauerte er. „Ich hoffe, dass spätestens nach unserer traditionellen Hausmesse am 11./12. Mai die Fundamente geschüttet werden, so dass anschließend mit der Montage der per Luftwärmepumpe beheizbaren Sandwichhalle begonnen werden kann. Optimalerweise wollen wir zum Jahresende mit der Fertigung der ersten Boote beginnen.“

Anglerboote ohne Schlafkojen

Olaf Lingrön vor einer Fisher 23. Speziell für die Produktion in Barth wurde das Modell zur moderneren Fisher 24 überarbeitet. Möglich ist die Motorisierung mit einem AB bis 130 PS. Quelle: Volker Stephan

Bei denen handele es sich um reine Angel- beziehungsweise Freizeitboote ohne Schlafkojen. Auf jeweils einheitliche Rümpfe in Längen von 19, 22 und 24 Fuß könnten wahlweise drei verschiedene Oberschalen bzw. Kabinenvarianten (Fisher, Cuddy oder Center Console) montiert werden. Laminiert werden die Glasfaser-Kaskos und Oberschalen in Polen, um dann bedarfsgerecht nach Barth geliefert zu werden. Das Patent stammt von einem französischen Konstruktionsbüro, das die betreffenden Typen speziell für den Produktionsstart in der Boddenstadt noch einmal gründlich modernisiert hat. Olaf Lingrön ist der alleinige deutsche Vertriebspartner der Marke „Smartliner“ und präsentiert sie auf allen wichtigen Bootsmessen. Die Messestände sind gewöhnlich durch ihn selbst als Inhaber und Maschinenbaumeister sowie seinen Neffen, den Bootsbaumeister Lars Lingrön (37), besetzt.

Neffe Lars werde zukünftig für den Bootsbau zuständig sein, während er selbst die Verantwortung für die Motoren-, Elektro- und Hydraulikwerkstatt behalten wolle. Eines Tages soll Lars die gesamte Firma von ihm übernehmen und weiterführen, ließ Olaf Lingrön durchblicken. Auch das Handwerk und das Gastgewerbe im Umfeld des Unternehmens würden von der Etablierung seiner Bootsmanufaktur profitieren, erklärte der 52-Jährige. „Von Rammins Großhandel YachtPRO beziehen wir unsere Farben und Segelmacher Konow kann die Persenninge für unsere Kunden nähen. Weil die Käufer meist von weither – oft sogar aus dem Ausland – zu Probefahrten und zum Bootskauf anreisen, kann sich auch das nebenan geplante Motel als hilfreich erweisen – vorausgesetzt, es hagelt von dort keine Beschwerden wegen des Betriebs des Travel-Lifts.“

4,7 Millionen werden investiert

Insgesamt sollen zu den gegenwärtig 24 Arbeitsplätzen sechs neue hinzukommen. Auch die Ausbildung von Lehrlingen in den Richtungen Bootsbauer/Motorenschlosser könnte sich der Chef perspektivisch vorstellen. Das komplett finanzierte Investitionsvolumen für das Vorhaben bezifferte er auf 4,7 Millionen Euro. Darin sei viel Eigenleistung enthalten. Allerdings hoffe er noch auf die Bewilligung einer gewissen Fördersumme durch das Wirtschaftsministerium. Obwohl er sich als Einzelunternehmer bis an sein Lebensende verschulde und der Bau sicher viele Nerven koste, sehe er dem Projekt positiv entgegen, da sein Motto „Stillstand ist Rückschritt“ laute. Für die Zukunft seiner Mitarbeiter, für sich selbst und für die Entwicklung der Stadt Barth nehme er diese Belastung gern auf sich.

Volker Stephan

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