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Ribnitz-Damgarten Neue Wählergruppe nominiert Kandidaten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neue Wählergruppe nominiert Kandidaten
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08:46 14.02.2019
Born aus der Luft. Die Kommunalpolitik in dem Boddendorf ist seit Jahren von Streit geprägt. Quelle: Olaf Hackethal
Born

Die neue Wählergruppe „Unsere Heimat Born“ hat am vergangenen Wochenende ihre Kandidaten für die Wahl der Gemeindevertretung am 26. Mai aufgestellt. Angeführt wird die Liste vom früheren Barther Bürgermeister Mathias Löttge. Auf Platz zwei befindet sich der einzige aktuelle Gemeindevertreter der Wählergruppe, Klaus-Dieter Holtz, der gleichzeitig auch offiziell als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde.

Ein guter Altersdurchschnitt, Menschen aus einem breiten Spektrum der Gesellschaft, das zeichne die Liste aus. „Eine unverbrauchte Liste. Wir haben Mitstreiter gefunden, die sich einbringen wollen, die die Gemeindepolitik neu gestalten wollen“, sagt Mathias Löttge.

Klaus-Dieter Holtz, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe "Unsere Heimat Born". Quelle: Robert Niemeyer

„Es muss sich etwas ändern“, sagt Klaus-Dieter Holtz. Deshalb sei es wichtig, den Wählern ein völlig neues Angebot zu machen. Aus der „Borner Alternative“, für die Holtz in die aktuelle Gemeindevertretung gewählt wurde, sei er, wie auch aus der CDU, ausgetreten. Es gebe laut Mathias Löttge nach wie vor Schnittmengen, doch „die Alternative hat sich zu sehr an alten Themen abgearbeitet“, so der 61-Jährige.

Wesentlichstes Ziel der Wählergruppe um Holtz und Löttge ist die Etablierung einer respektvollen Streitkultur. Bekanntlich geht es während der Gemeindevertretersitzungen in Born regelmäßig hoch her. Der Umgangston sinkt dabei mitunter auf ein durchaus überschaubares Niveau. Klaus-Dieter Holtz macht dafür Borns Bürgermeister Gerd Scharmberg verantwortlich. „Der Bürgermeister ist Versammlungsleiter der Gemeindevertretersitzungen. Wir wollen die Versammlungsleitung kultivieren. Dafür braucht es andere Mehrheitsverhältnisse, im Idealfall einen anderen Versammlungsleiter“, so der 54-Jährige. Dann sei auch eine Rückkehr zur Sacharbeit möglich.

Die Wählergruppe „Unsere Heimat Born“ wolle vor allem auf Bürgernähe setzen. In den nächsten Wochen werde es deshalb Bürgerbefragungen und auch Einwohnerversammlungen geben, bei denen sich die Kandidaten vorstellen. Im Falle einer erfolgreichen Wahl soll auch die Gemeindepolitik transparenter werden. Holtz werde im Falle eines Wahlsiegs Bürgermeistersprechstunden anbieten. Auch die Hauptsatzung soll geändert werden. Die Ausschüsse der Gemeindevertretung sollen öffentlich stattfinden. „Die Dorfgemeinschaft ist gespalten. Viele Borner wünschen sich mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, sagt Mathias Löttge.

Mathias Löttge führt die Liste der Wählergruppe "Unsere Heimat Born" an. Quelle: Robert Niemeyer

Auf der Agenda der Wählergruppe steht zudem die touristische Entwicklung des Boddendorfes. „Wir schmoren zu sehr im eigenen Saft“, so Löttge. Deshalb soll die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden auf der Halbinsel intensiviert werden. Auch strebe die Wählergruppe an, dass die Gemeinde Born dem Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst beitritt. Auch über den Camping-Platz bei Prerow, der auf Borner Gemeindegebiet liegt, müsse geredet werden. Der Pachtvertrag des Betreibers läuft aus. Vorstellbar sei, dass eine kommunale Gesellschaft diese Aufgabe übernimmt, um für die Gemeinde Einnahmen zu sichern.

„Born soll Born bleiben –mit Tradition –aber auch mit Fortschritt“ lautet das Wahlkampf-Motto des Bürgermeisterkandidaten Holtz. Der Ort solle lebenswerter gestaltet werden. Schandflecke sollen verschwinden. Dafür seien tragfähige Konzepte für gemeindeeigene Immobilien notwendig. Die Waldschenke könnte saniert ein „Haus des Gastes“ werden, im ehemaligen BMK-Gebäude nahe des Sitzes des Amtes Darß-Fischland soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Auch die Rahmenbedingung für kleine und mittelständische Unternehmen sollen verbessert werden. „Wir dürfen nicht nur den Tourismus sehen, wir müssen auch andere Jobs schaffen“, sagt Klaus Dieter Holtz. Die Planung eines Gewerbegebietes sei deshalb ein weiteres Thema.

Und der Holm? „Born braucht eine Bebauung des Holms eigentlich nicht“, sagt Matthias Löttge. Wenngleich nichts kategorisch auszuschließen sei, müsse die weitere Entwicklung des Gebietes in Abhängigkeit vom Ausgang des derzeit laufenden Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht und im Zusammenhang mit der gesamten Ortsentwicklung betrachtet werden.

Die Nominierten

Für die Wählergruppe „Unsere Heimat Born“ stellen sich folgende Kandidaten am 26. Mai zur Wahl für die Gemeindevertretung: Mathias Löttge, Klaus-Dieter Holtz (gleichzeitig Bürgermeisterkandidat), Dana Braasch, Gunnar Grolik, Detlef Kruse, Michael Wolf, Janine Dieckmann, Jörg Semmler, Anja Wellner, Uwe Pieper, Christian Kruse.

Robert Niemeyer

Am Sonnabend wird um 19.30 Uhr im Barther Theater die Premiere gefeiert. In dem Stück „Adventure – Das Spiel deines Lebens“ geht es um ein Handy-Spiel, dass Jugendliche in den Bann zieht.

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