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Ribnitz-Damgarten Neuer Radweg an der L 21 endet im Nichts
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neuer Radweg an der L 21 endet im Nichts
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00:00 14.03.2013
Fehlende Anbindung in Richtung Wieck.
Prerow

Als Posse bezeichnen es die einen, weniger freundliche Ausdrücke finden andere: Über den neuen Radweg zwischen Prerow und Wieck rollt zwar noch kein Rad, aber es ergießt sich jede Menge Häme. Grund ist eine fehlende Anbindung des neuen Radweges nach Wieck.

Während die Pedalritter in Richtung Prerow auf dem perfekt ausgebauten Asphaltband dem Ostseebad entgegenstrampeln können, werden sie in Richtung Wieck fahrend an der Einmündung der Straße Am Eichberg ausgebremst. Vielleicht 200 Meter fehlen vom Ende des Radweges bis zum Straßennetz des Boddenortes. Radler können in dem gefährlichen Kurvenbereich auf die L 21 wechseln, um dann wieder die Straße zu kreuzen, um nach Wieck zu kommen. Sie können sich über den Trampelpfad quälen und einen Sturz auf die Fahrbahn riskieren. Sie können auch über die Straße Am Eichberg und dann den Bogengradweg weg in Richtung Wieck nutzen — ein kilometerlanger Umweg, wo das Ziel schon zum Greifen nah erscheint.

Völliges Unverständnis, geradezu Fassungslosigkeit herrscht beim Bürgermeister Bernd Evers (60, Freie Wählergemeinschaft). Umso mehr, weil während der Planungsphase mit den Anwohnern geredet worden sei, einen Streifen derer Privatgrundstücke für den Radwegbau nutzen zu wollen. Das Straßenbauamt habe sogar die Zustimmung für das Vorhaben gefunden, sagt Bernd Evers. Dann habe sich aber nichts mehr getan. Somit könne der Kommune nicht der Schwarze Peter zugespielt werden.

Bestätigt wird die Einschätzung des Bürgermeisters von der Leitenden Verwaltungsbeamtin des Amtes Darß/Fischland, Katrin Kleist. In den Vorgesprächen mit dem Bauträger, also dem Straßenbauamt in Vertretung des Landes, sei eindeutig eine Anbindung des Radweges bis nach Wieck ausgemacht worden. Dass der Weg nun an der Straßeneinmündung ende, „können wir nicht hinnehmen“ — zumal der Trampelpfad überhaupt nicht gepflegt werde. Das Land könne für Unfälle haftbar gemacht werden. Jüngste Äußerungen aus dem Straßenbauamt Stralsund haben bei der Amtsleiterin aber Befürchtungen bestärkt, der aktuelle Zustand soll ein Dauerzustand werden. „Das geht gar nicht“, klagt Katrin Kleist. Einziger Lichtblick ist derzeit ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Straßenbauamtes Mitte übernächster Woche.

Trotz mehrfacher Versuche war gestern im Straßenbauamt Stralsund keine Stellungnahme zu bekommen.

Auf dem Darß wird der Bau des straßenbegleitenden Radweges begrüßt. Der Wiecker Bürgermeister hofft, dass auch noch der Lückenschluss mit einem Radweg entlang der L 21 zwischen Born und Wieck erfolgt.

Nach den Gesprächen mit Grundstücks- eignern hat sich einfach nichts mehr getan.“Bernd Evers, Bürgermeister in Wieck

Timo Richter

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